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Lokalsport Gold-Traum geplatzt
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17:31 31.08.2021
Michael Dennis (rechts) vom Deutschen Team hält neben Oliver Hörauf den Ball.
Michael Dennis (rechts) vom Deutschen Team hält neben Oliver Hörauf den Ball. Quelle: Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Tokio

Bitter! Zwei Siege haben die deutschen Goalballer um den Marburger Michael Dennis in ihrer Vorrundengruppe bei den Paralympics in Tokio geholt. Zweimal haben sie auch verloren. Eigentlich ist das eine Bilanz, mit der ein Team in einer Tabelle mit fünf Mannschaften in der Mitte zu erwarten wäre. Doch die deutschen Goalballer stehen im Klassement ganz unten.

Weil gestern zunächst die Türkei gegen die Ukraine gewann und später Deutschland mit 3:8 gegen China verlor, stehen fünf Teams mit je sechs Punkten da. Und weil die Deutschen auch schon beim 5:11 gegen die Ukraine mit Abstand unterlagen, stehen sie nun mit der schlechtesten Tordifferenz auf dem letzten Platz, verpassen das Viertelfinale. „Riesig“ sei die Enttäuschung, teilte Dennis, der der SSG Blista angehört, schon kurz nach dem Spiel der OP mit. „Es war verdient.“

Eine Niederlage mit bis zu zwei Toren Unterschied hätte sich seine Mannschaft gestern sogar erlauben können, um zumindest Platz vier zu holen. Mit einem Unentschieden oder einem Sieg hätte sie gar die Gruppe gewonnen, wäre im Viertelfinale den Topteams aus dem Weg gegangen. Und bis zur Halbzeitpause war alles offen; nicht ein einziges Tor fiel in den ersten zwölf Spielminuten.

Nach 1:4 und 2:5 schlägt Gegner zurück

Doch direkt nach Wiederbeginn ging es Schlag auf Schlag – und zwar von den Chinesen: Binnen zwei Minuten erzielten sie drei Tore, ein viertes nach drei Minuten. Der eingewechselte Reno Tiede verkürzte auf 1:4. Bundestrainer Johannes Günther sagte im ZDF, er habe „auf die Wende gehofft“. Die Chinesen konterten aber umgehend, ebenso nach dem 2:5 durch Dennis. „Uns ist es schon in den vorherigen Spielen passiert, dass wir innerhalb von kurzer Zeit mehrere Gegentore kassiert haben“, sagte der 28-Jährige. „Und wenn wir getroffen haben, haben wir jedes Mal schnell wieder ein Gegentor kassiert. So kann man dann nicht mehr herankommen.“

Dennis traf vermeintlich zum 3:6, sein Wurf war aber regelwidrig – den folgenden Penalty nutzten die Chinesen zum 7:2 und damit zur Vorentscheidung, erhöhten gar noch auf 8:2. Dennis’ insgesamt elftes Turniertor zehn Sekunden vor Schluss zum Endstand hatte nur statistischen Wert. Der Traum von Gold – das war das Ziel – ist geplatzt.

Für Günther, hauptberuflich Lehrer in Amöneburg und in Rauischholzhausen zu Hause, war es das letzte Spiel als Cheftrainer der deutschen Mannschaft. Nach zwölf Jahren gibt er das Amt ab.

Von Stefan Weisbrod