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Lokalsport Nico Waldinger hält Schüsse – und den Takt
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17:00 19.09.2019
Symbolbild: Beim Auswärtssieg des SV Schönstadt gegen den RSV Kleinseelheim konnte der Torwart Nico Waldinger "einige Großchancen" verhindern. Quelle: Robert Michael
Schönstadt

Der Zufall hat den 22-jährigen Schwabendorfer Nico Waldinger phasenweise zum einzigen Torwart des SV Schönstadt gemacht – was gleichbedeutend damit war, dass er auch die Nummer eins war. Eine Herausforderung, die er nicht nur annahm, sondern auch meisterte.

Das Pech der anderen ist manchmal das eigene Glück. Im Fall von Nico Waldinger war es sogar das Unglück von gleich drei anderen Spielern, das den 22-Jährigen an die vorderste Front spülte. Auf dieser Welle ist er in den vergangenen Wochen mit guter Balance gesurft.

Rückhalt beim 1:0-Sieg Schönstadts in Kleinseelheim

Der SV Schönstadt plante mit vier Torhütern für die Saison 2019/20 – für die erste sowie für die zweite Mannschaft. Da das Verletzungspech in der noch blutjungen Saison allerdings gleich drei Keeper ins Lazarett überführte, war es nur noch einer.

Und Waldinger stand Gewehr bei Fuß. In den vier Partien mit ihm als Keeper ist der SV zwar nicht ungeschlagen, hat aber immerhin sieben Punkte aus vier Spielen geholt und liegt nun als Achter im Tabellenmittelfeld der Kreisliga A. Der bemerkenswerteste Sieg ist der jüngste.

Fast schon kleinlaut gibt Waldinger zu, dass er beim hauchdünnen 1:0-Auswärtssieg gegen den RSV Kleinseelheim „einige Großchancen“ vereitelt habe. „Für gewöhnlich bin ich der Stammtorwart in der zweiten Mannschaft. Deswegen war es für mich schon eine kleine Umstellung, eine Klasse höher zu spielen“, sagt er. Insbesondere hätten die Stürmer in der Kreisliga A mehr Zug zum Tor. Ganz abgesehen von den besseren Torabschlüssen.

Einziger Schlagzeuger im Posaunenchor

Der Mann aus Rauschenberg-Schwabendorf erinnert sich noch recht gut an seine ersten Fußballeinheiten. Auch daran, dass er schon damals Torhüter sein wollte. In seiner Jugend kam dann das zur Position passende Gardemaß von 1,95 Meter hinzu.

Diese Körpergröße braucht er bei seinem zweiten Lieblingshobby aber nicht. Waldinger hält nämlich nicht nur gerne Schüsse, sondern auch den Takt. Zwischen dem Torhüter-Dasein und dem Musizieren als Schlagzeuger des Posaunenchors Schwabendorf sieht der 22-Jährige die Gemeinsamkeit namens Verlässlichkeit: „Beide ‚Positionen‘ gibt es nämlich jeweils nur einmal in den Mannschaften.“ Einige Kniffe hat er von seinem Vorgänger gelernt, aber den Großteil seines Könnens musste er sich selbst beibringen. Und wie der Chor fand auch der SV Schönstadt heraus, dass auf Nico Waldinger Verlass ist.

von Benjamin Kaiser