Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Offensiv nach oben
Sport Lokalsport Lokalsport Offensiv nach oben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:45 15.07.2020
Der Mardorfer Till Stephany kommt gegen Fabio Monaco (rechts) vom TSV Amöneburg einen Tick zu spät. Quelle: Tobias Hirsch
Anzeige
Amöneburg

Trainer Murat Moradaoglu hatte bereits vor Saisonbeginn, als er das Amt auf dem „Berg“ übernahm, insgeheim mit dem Aufstieg gerechnet, dies aber nicht an die große Glocke gehängt, sondern für sich behalten.

„So ist er. Er hat klare Vorstellungen und Ziele, kann die Situation sehr gut einschätzen, hat aber keine Allüren. Für uns als Verein war die Verpflichtung von Murat ein Glücksfall, denn mit ihm war es möglich, uns mit sehr guten, namhaften Spielern zu verstärken. Dies war auch bitter nötig, schließlich wären wir ein Jahr zuvor fast abgestiegen“, sagte Volker Schlosser, Sprecher des TSV Amöneburg.

Anzeige

„Klar wäre es viel schöner gewesen, man hätte die Runde beendet und dann den Aufstieg feiern können. Doch geht der Beschluss des HFV, die Saison vorzeitig abzubrechen, völlig in Ordnung“, ergänzt Schlosser und blickt bereits voraus:

„Das wird eine neue Herausforderung für uns in der Kreisoberliga. Natürlich ist das primäre Ziel eines Aufsteigers immer der Klassenerhalt. Ich denke aber, ohne überheblich sein zu wollen, dass wir uns mit dem derzeitigen Kader dort gut etablieren können.“ Allerdings steht noch nicht fest, wann und wie es weitergeht. Dies hängt von der weiteren Entwicklung in Sachen Corona ab.

„Die Pandemie ist eine ernstzunehmende Sache“

„Wenn ich ehrlich bin sehe ich uns noch nicht Fußball spielen im September. Stellt sich die Frage, ob all die Lockerungen nicht zu früh kamen. Denn wenn ich die Bilder aus Großstädten, von Stränden oder anderen Orten mit Menschenansammlungen sehe, befürchte ich eine 2. Welle. Dies hätte zur Folge, dass wir dieses Jahr wahrscheinlich gar keinen Fußball mehr spielen“, sagt Schlosser und unterstützt in diesem Zusammenhang auch die Entscheidung des Trainers Moradaoglu, noch nicht auf dem Vereinsgelände zu trainieren.

„Die Pandemie ist eine ernstzunehmende Sache. Wir wollen kein Risiko eingehen. Deshalb trainiert jeder auf freiwilliger Basis im privaten Umfeld. Wir warten jetzt noch zwei Wochen, blicken dann auf die weiteren Entscheidungen des Verbands und starten dann im Fall der Fälle in die Vorbereitung“, erklärt der Coach, der aufgrund der „außergewöhnlichen Situation“ noch nicht an die kommende Saison denkt. „Es ist alles so schwer einzuschätzen. Ich freue mich, wenn’s losgehen kann, mehr aber noch nicht“, sagt Moradaoglu.

80 Tore in 16 Spielen erzielt

Viel mehr Freude kommt allerdings bei ihm auf, wenn er nochmals zurückblickt auf die vergangene Spielzeit: „Das war schon sehr beeindruckend, was die Jungs abgeliefert haben. Jeder hat mitgezogen. Jeder ist hervorragend mit Rückschlägen umgegangen. Damit meine ich nicht nur die Mannschaft, sondern auch den Verein und das Umfeld.“

In den 16 Saisonspielen haben die Amöneburger nur zwei Niederlagen kassiert und mit 80 Toren den stärksten Angriff der Liga gestellt. Darauf ausruhen können sich der Trainer und der Verein aber nicht. Deshalb gehen die Planungen trotz aller Unsicherheiten voran. In Ümit Özkul (Gemünden), Chris Helm (Hatzbach) und Keeper Sergen Malakcioglu (Leusel) hat der TSV drei weitere Akteure verpflichtet.

Von Michael E. Schmidt