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Lokalsport Positive Reaktionen auf Impf-Appell
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14:26 19.08.2021
Die Vereine hoffen, dass nicht noch einmal der Breiten- oder Vereinssport heruntergefahren werden muss (Themenfoto).
Die Vereine hoffen, dass nicht noch einmal der Breiten- oder Vereinssport heruntergefahren werden muss (Themenfoto). Quelle: Thorsten Richter
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Frankfurt/Marburg

Bloß nicht schon wieder den Vereinssport auf Eis legen! Dies fordert Rolf Müller, der Präsident des Landessportbundes Hessen (LSBH), weshalb er sich mit einem Schreiben an die knapp 69.000 Vereinsmitglieder wandte. Darin richtet der LSBH-Präsident einen Impf-Appell an die Sportlerinnen und Sportler. Als Grund für den Appell führt der Landessportbund an, dass die fehlende Bewegung während der Corona-Pandemie und die Mitgliederrückgänge ihre Spuren hinterlassen hätten.

Im März veröffentlicht der LSBH Zahlen, demnach hatten 58 Prozent der 7.600 hessischen Vereine einen Rückgang an Mitgliedern zu verzeichnen. Auch aus diesem Grund blickt Müller mit Sorge in Richtung Herbst und Winter und hofft, dass dank der Impfungen weiterhin der Sport in den Vereinen ausgeübt werden kann.

Sportkreis-Vorsitzender hofft auf Mitgliederanstieg

Der Sportkreis Marburg-Biedenkopf unterstützt den Impf-Appell des Landessportbundes, denn auch im heimischen Landkreis haben sich Sportlerinnen und Sportler aus Vereinen abgemeldet. „Darunter waren vor allem junge Menschen. Ich hoffe, dass jetzt, wo das Training wieder stattfinden kann, viele Kinder und Jugendliche in die Vereine zurückkehren“, sagt der Sportkreis-Vorsitzende Jürgen Hertlein.

Offizielle Statistiken, wie viele Mitglieder die Vereine im hiesigen Landkreis verlassen habe, liegen dem Sportkreis nicht vor. „Wenn wir aber Sportstätten wieder öffnen möchten, dann ist es der einfachste Weg, wenn die Mitglieder geimpft sind. Denn ab Oktober können die Corona-Tests nicht mehr kostenfrei durchführt werden“, merkt Hertlein an.

Unterschiedliche Meinungen

Michaelo Walter, Vorsitzender des TV Gladenbach, lässt es den Vereinsangehörigen frei, ob diese sich für oder gegen eine Corona-Impfung entscheiden. „Wir geben die Empfehlung des Landessportbundes weiter, und ich persönlich finde das auch sinnvoll, weil ich die Impfung unterstütze“, sagt Walter. Des Weiteren ist der Vorsitzende guter Dinge, dass es nicht noch zu einem vierten Lockdown kommen wird.

Anderer Meinung ist Dirk Lossin, der Vorsitzende des TSV Kirchhain: „Die vierte Welle wird kommen. Die Frage ist nur, wie heftig. Aber ich denke nicht, dass das Vereinsleben noch einmal komplett runtergefahren wird, wie es zuvor der Fall war. Stattdessen wird es Einschränkungen für bestimmte Gruppen wie Nicht-Geimpfte geben.“

Mitgliedern die Impfung selbst überlassen

Des Weiteren stellt Lossin fest, dass jede Sportlerin und jeder Sportler individuell beim TSV Kirchhain für sich entscheiden muss, ob er oder sie sich impfen lassen möchte. „Man kann niemanden zu einer Corona-Impfung zwingen. Aber ich glaube, dass eine Impfung der wirksamste Schutz ist. Die lange Pause war für Mitglieder sowie Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter schwer“, fügt Lossin an.

Von einer ähnlich schwierigen Zeit ohne den Vereinssport und das Vereinsleben berichtet auch Ulrike Ristau, Vorsitzende des VfL Marburg. „Wir denken zwar nicht von Tag zu Tag, aber entscheiden noch immer kurzfristig. Zum Beispiel haben wir in knapp drei Wochen unsere Mitgliederversammlung, die in Präsenz stattfinden soll“, erklärt Ristau.

Kein Impfangebot beim VfL Marburg

Zwar wirbt der Verein nicht für Impfangebote, wie der LSBH in seinem Schreiben fordert, aber der Vorstand ist geimpft. „So wissen die Mitglieder, wie wir zu der Impfung stehen. Aber: Jede und Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er oder sie sich impfen lässt“, sagt die Vorsitzende.

Die Mitgliederrückgänge hat auch der größte Verein in Marburg mit seinen 16 Abteilungen hinnehmen müssen: „Wir haben zwar keine überdimensional große Anzahl an Mitgliedern verloren, aber ich bin froh, dass sich viele Menschen jetzt wieder im Verein anmelden“, sagt Ristau.

Von Leonie Rink