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Lokalsport Schiedsrichter-Entscheidung überschattet Remis
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08:35 20.09.2021
FSV Schröcks Keeper Daniel Wagner (links) verteidigt mit seinem Teamkollegen Marcel Seip (links) den Ball gegen Biedenkopfs Nicolai Hermann.
FSV Schröcks Keeper Daniel Wagner (links) verteidigt mit seinem Teamkollegen Marcel Seip (links) den Ball gegen Biedenkopfs Nicolai Hermann. Quelle: Thorsten Richter
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Schröck

Sieben Minuten waren in der regulären Spielzeit am Elisabethbrunnen noch zu spielen. Dann rückte der Unparteiische der Partie zwischen dem FSV Schröck und dem VfL Biedenkopf, Aziz Haj Nasr, in den Vordergrund. Aber was war passiert? Nach einem Zweikampf im Mittelfeld, bei dem ein Biedenkopfer zu Boden geht, entscheidet der Schiedsrichter aus Kassel auf Vorteil. In der Folge geht ein weiterer VfL-Spieler zu Boden.

Diesmal aber im Strafraum der Gastgeber. Der Unparteiische entscheidet auf Elfmeter. Während die mitgereisten Biedenkopfer Anhänger den Pfiff feiern, geht Nasr zum Linienrichter Alexander Roßkopf und entscheidet nach einigen Minuten auf einen Freistoß kurz hinter der Mittellinie.

Aus Sicht von FSV-Trainer Samet Sakarya ergab sich die Situation wie folgt: „Ich bin zum Linienrichter hingegangen und habe ihm gesagt, dass das erste Foul im Mittelfeld war. Dieser hat dann mit dem Schiedsrichter gesprochen und die Entscheidung zurückgenommen. Ob es jetzt Elfmeter war, da bin ich mir auch nicht sicher.“

Auch einige Minuten nach dem Spiel hatten die Verantwortlichen des VfL Biedenkopf die Entscheidung noch nicht verdaut – trotz des Gesprächs mit dem Schiedsrichter-Gespann. „Der Schiedsrichter lässt nach dem ersten Foul Vorteil gelten. Dann wird ein weiterer Spieler von uns im Sechzehner gefoult. Der Linienrichter sagte, dass das auch ein Foul war. Sagt dann aber, er muss den ersten Freistoß pfeifen, obwohl der Schiedsrichter Vorteil gegeben hat. Also in meinen Augen ist das regeltechnisch überhaupt nicht nachvollziehbar“, sagte Biedenkopfs Sportchef Jürgen Koch nach der Partie. Derweil wollten sich der Unparteiische und seine Assistenten gegenüber der OP nicht äußern.

Chancen auf beiden Seiten

Zum Zeitpunkt der strittigen Szene stand es bereits 1:1 zwischen den beiden Teams. Dennis Rakowski hatte seine Mannschaft nach einer Flanke von Luis Höflein in Führung gebracht (55.). Keine drei Minuten später gleichen die Gastgeber nach einer Ecke durch Mehmet Kocak aus. „Nach einigen Chancen machen wir den Ball endlich rein – und dann bekommen wir postwendend den Ausgleich. Wir haben es vor dem Spiel angesprochen, dass Schröck kurze Ecken ausführt, und dann verschlafen wir ausgerechnet einen Eckball“, ärgerte sich VfL-Coach Vladimir Kovacevic.

Bereits während der Partie rief der Übungsleiter seinen Spielern bei Ecken der Schröcker zu: „Kurze Ecke! Kurze Ecke! Wofür halten wir eigentlich Spielersitzungen ab?“ Denn bereits in der ersten Hälfte der Partie hätten Tore fallen können. Sowohl auf Seiten der Gäste; die Chancen von Ernes Hidic (7.) und Rakowski (15.) fliegen am Tor vorbei.

Schröck ist zufrieden mit dem Punkt

Aber auch Schröck kam zu aussichtsreichen Möglichkeiten durch Phillip Willershausen (25.) und einen direkten Freistoß von Roman Herdt. „Beide Mannschaften haben vor allem in der ersten Halbzeit kontrollierte Leistungen gezeigt. In der zweiten Halbzeit wurde es dann hitziger. Aber das ist normal, wenn beide Teams gewinnen wollen“, sagte Sakarya. Die „hitzige“ Phase zeigt sich auch in den Gelben Karten. Insgesamt zeigte der Kasseler Schiedsrichter siebenmal den gelben Karton – fünf davon in der zweiten Halbzeit. „Aufgrund dessen, dass wir einige angeschlagene Spieler haben, bin ich mit der Leistung der Mannschaft zufrieden“, merkte Schröcks Übungsleiter an.

Für den VfL Biedenkopf, der höhere Ambitionen hat, war das Spiel ein Rückschlag. „Das sind in meinen Augen zwei verschenkte Punkte. Ich habe uns als agiler und spieltechnisch bessere Mannschaft gesehen. Und auch mit den größeren Torchancen – und dann spielen wir leider nur 1:1. Aber mit einer besseren Ordnung müssen wir das Spiel gewinnen“, sagte VfL-Trainer Kovacevic.

  • FSV Schröck – VfL Biedenkopf 1:1 (0:0). Tore: 0:1 Dennis Rakowski (55.), 1:1 Mehmet Kocak (58.). Schiedsrichter: Aziz Haj Nasr (Kassel). Zuschauer: 250.

Von Leonie Rink