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20:02 16.04.2021
Marburgs Theresa Simon (rechts) behauptet den Ball gegen Kelterns Tayler Mingo.
Marburgs Theresa Simon (rechts) behauptet den Ball gegen Kelterns Tayler Mingo. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Für Dirk Steidl, Manager der Rutronik Stars Keltern, ist die Ausgangslage glasklar: „Wir führen die Serie mit 1:0 an und haben die Chance, mit einem zweiten guten Spiel ins Finale einzuziehen. Der Druck liegt nun bei Marburg, die Serie auszugleichen“, sagt Steidl und meint mit Blick aufs Rückspiel:

„Es wird eine sehr schwierige Aufgabe. Wir sind vor Marburg gewarnt, da wir das Hinspiel nur knapp gewonnen haben. Aber wir sind gut genug, um in Marburg zu bestehen“, gibt sich der Manager des Deutschen Meisters von 2018 und Hauptrundenersten betont optimistisch.

Diesen Freitag (19 Uhr) gilt es für die Basketballerinnen des BC Pharmaserv Marburg. „Do or die“ heißt es für die Blue Dolphins: also gewinnen, um ein drittes, dann entscheidendes Kräftemessen am kommenden Sonntag (16 Uhr) bei den „Sternen“ zu erzwingen – oder im Halbfinale ausscheiden.

Nach der 65:82-Niederlage im Hinspiel der Bundesliga-Playoffs braucht die Mannschaft um BC-Cheftrainer Christoph Wysocki einen Sieg, um die Hoffnung auf den Einzug ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zu wahren. Anderenfalls ginge es um Platz drei, was Wysocki unbedingt vermeiden will.

Nicht früh in Rückstand geraten

„Spiele um Platz drei sind die ekelhaftesten, da geht es nur um die goldene Ananas“, redet der BC-Coach Klartext, für ihn ist das 18. Spiel unter seiner Leitung „das wichtigste überhaupt“.

„Ich brenne, und Spielerinnen wie Steffi Wagner und Mali Soli, die erst wieder zurückgekehrt sind nach Verletzungen, brennen auch“, sagt Wysocki, „wichtig ist aber, dass wir alle zu 100 Prozent im Kopf bereit sind und dass wir unsere Leistung im richtigen Moment abrufen. Wenn uns das gelingt, bin ich fest davon überzeugt, dass wir als Sieger vom Spielfeld gehen können“, gibt sich der Trainer kämpferisch, wenngleich die vergangenen Trainingseinheiten mal besser, mal schlechter verliefen – für Wysocki nicht verwunderlich.

„Man muss bedenken, dass die Mädels schon seit acht Monaten spielen, ein hartes Programm absolviert und sehr viel erreicht haben“, sagt der Coach, für den es gegen den Topfavoriten aus dem baden-württembergischen Enzkreis vor allem auf eines ankommt: „Wir dürfen nicht mit zehn Punkten in Rückstand geraten. Dann können wir duschen gehen. Keltern bestraft jeden Fehler“, warnt der frühere polnische Nationalspieler und erinnert an das Hinspiel.

Ziel: Schnell spielen!

Am vergangenen Sonntag kassierten die sonst so defensivstarken Blue Dolphins bereits im ersten Viertel 26 Punkte, lagen nach zehn Minuten mit 15 Punkten zurück. „Dieser Beginn hat uns das gesamte Spiel über geschadet, die 15 Punkte konnten wir nie gutmachen – auch wenn wir phasenweise besser gespielt haben“, meint BC-Kapitänin Marie Bertholdt, die klarmacht, dass „wir so einen Hänger nicht wieder haben dürfen“. Den Kopf nun hängenzulassen, sei aber keine Option. „Wir wissen, dass wir besser sind, als wir am Sonntag waren“, sagt Bertholdt, die betont: „Bis jetzt ist erst eine Partie absolviert, es ist noch lange nichts verloren.“

Damit die Hoffnung auf das große Finale am Freitagabend nicht verfliegt, gelte es aber nicht nur, defensiv solider zu sein. „Offensiv waren wir im Hinspiel zu statisch. Wir sind etwas zu viel an der Drei-Punkte-Linie herumgetanzt, und unsere Würfe sind nicht gefallen“, sagt Bertholdt, die zudem auf die Schnellangriffe setzt. „Wenn wir schnell gespielt haben, hatte der Gegner Schwierigkeiten.“

Bundesliga-Playoffs, Halb­finale (Rückspiele): Girolive Panthers Osnabrück – Herner TC (Freitag, 18 Uhr), BC Pharmaserv Marburg – Rutronik Stars Keltern (Freitag, 19 Uhr).

Von Marcello Di Cicco