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Lokalsport Dennis Hopp freut sich aufs Pokal-Halbfinale
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12:58 28.07.2021
Nach Verletzungen am Meniskus und Kreuzband steht Dennis Hopp (rechts, hier gegen BSF Richtsbergs Mohammed Yousofzai) seit einigen Wochen wieder für den VfL Dreihausen auf dem Platz.
Nach Verletzungen am Meniskus und Kreuzband steht Dennis Hopp (rechts, hier gegen BSF Richtsbergs Mohammed Yousofzai) seit einigen Wochen wieder für den VfL Dreihausen auf dem Platz. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Dreihausen

Wenn heute Abend das Halbfinale um den Marburger Fußball-Hessenpokal der Saison 2020 / 21 beginnt, sind die Rollen klar verteilt – zumindest in einer Partie. Zwei Spielklassen trennen Kreisoberligist VfL Dreihausen vom Verbandsligisten SV Bauerbach, der heute (18.30 Uhr) auf dem Dreihäuser Rasenplatz den Einzug ins Pokalfinale klarmachen will. Zu leicht sollte die Mannschaft um Cheftrainer Hendrik Lapp die Aufgabe aber nicht nehmen, denn die Elf aus dem Marburger Stadtteil erwartet motivierte Gastgeber.

„Wer sich auf ein solches Spiel nicht freut, hat Fußball nie geliebt“, sagt Dennis Hopp, der nicht ganz unerheblichen Anteil daran hat, dass das Team aus dem Ebsdorfer Grund heute um den Finaleinzug kämpfen darf. Gegen den FSV Schröck gelang dem defensiven Mittelfeldspieler des VfL per Seitfallzieher der entscheidende Treffer zum 1:0-Sieg. Das Besondere: Für den gelernten Buchhalter war es das erste Spiel nach langer Verletzungspause. Zwei Operationen am Knie hat der 27-Jährige hinter sich. Kurz vor dem ersten Corona-Lockdown im März 2020 riss sich Hopp, dessen älterer Bruder Marcel ebenfalls für den VfL spielt, im Spiel gegen die BSF Richtsberg den Meniskus. Als er im darauffolgenden August in die Vorbereitung einstieg, folgte der erneute Rückschlag: Wieder riss er sich den Meniskus, zudem riss er sich das Kreuzband an.

Weil die vergangene Spielzeit bereits Mitte Oktober pandemiebedingt zunächst unterbrochen und schließlich abgebrochen wurde, verpasste Hopp nur vergleichsweise wenige Partien – und konnte sich seiner Reha widmen, dreimal pro Woche schuftete er dabei für sein Comeback.

Beim 2:1-Sieg Mitte Juli im Achtelfinale gegen Borussia Momberg stand Hopp noch nicht im Kader. „Ich bin zwar kein ängstlicher Mensch, hätte aber auch nicht gedacht, dass es im ersten Spiel schon gut läuft für mich“, sagt der gebürtige Dreihäuser, der in seiner bisherigen Laufbahn fast ausschließlich für den VfL spielte.

Nach seinen ersten fußballerischen Schritten in Dreihausen zog es ihn zwischenzeitlich zum VfB Gießen, bei dem er bis zur A-Jugend spielte. Zum zweiten U-19-Jahr kehrte er zurück – und blieb bis heute. „Der Zusammenhalt ist gut, und hier spielen alle meine Freunde“, begründet Hopp, warum er sich beim VfL so wohlfühlt. In der anstehenden Kreisoberliga-Saison hofft Hopp auf einen Platz unter den Top sechs – darauf, die Playoffs zu erreichen. „Der neue Spielmodus hat zwei Seiten“, findet der Dreihäuser. „Schaffst du es unter die ersten Sechs, ist es gut – wenn nicht, spielst du vielleicht nur noch um die goldene Ananas.“ Letzteres wollen Hopp und Co. mit allen Mitteln vermeiden.

Zudem hofft das Team um Spielertrainer Anton Jencik, am Sonntag (15 Uhr) im Finale um den Einzug in den Hessenpokal zu spielen – dann wohl ebenfalls als Außenseiter – entweder gegen Verbandsligist Sportfreunde Blau-Gelb Marburg oder gegen Gruppenligist VfB Wetter. „Falls wir es ins Endspiel schaffen, wäre Blau-Gelb mein Wunschgegner“, sagt Hopp, „denn gegen deren ,Zweite’ spielen wir in der Runde, das wäre ganz angenehm.“

Zunächst muss das Team aber die hohe Hürde SV Bauerbach nehmen. „Wir werden nicht viel anders machen als zuletzt gegen Schröck. Wir müssen versuchen, in der Defensive gut zu stehen, und müssen vorne auf unsere Lichtblicke hoffen. Immerhin haben wir schnelle Außenspieler“, sieht Hopp seine Mannschaft keineswegs chancenlos.

Und die Frage, ob er wieder dabei ist, stellt sich auch nicht – auch wenn er mit seiner Freundin derzeit in Dreihausen ein Haus baut. Zeit fürs Pokal-Halbfinale muss einfach sein.

K reispokal Marburg, Halbfinale: VfL Dreihausen – SV Bauerbach (heute, 18.30 Uhr), VfB Wetter – SF BG Marburg (Do., 19.30 Uhr).

Von Marcello Di Cicco