Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Das bringt das Sportjahr 2022 in und um Marburg
Das bringt das Sportjahr 2022 in und um Marburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 02.01.2022
2019 der Start einer Etappe, diesmal das Ziel eines Tagesabschnitts: Die Deutschland-Tour kommt Ende August zurück nach Marburg.
2019 der Start einer Etappe, diesmal das Ziel eines Tagesabschnitts: Die Deutschland-Tour kommt Ende August zurück nach Marburg.
Anzeige
Marburg

Auf geht’s ins neue Sportjahr – eines, das von zwei Großereignissen mehr oder weniger eingerahmt wird: Ganz spät, vom 21. November bis 18. Dezember, soll die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ausgetragen werden. Sehr früh, vom 4. bis 20. Februar, finden in China die Olympischen Winterspiele statt. Und im März werden an gleicher Stelle die Paralympics ausgetragen – bei denen die sehbehinderte Skifahrerin Noemi Ristau aus Marburg mit ihrem Guide Paula Brenzel nicht nur dabei sein will: „Mein Ziel ist auf jeden Fall eine Goldmedaille“, sagte die 30-Jährige gegenüber der OP, betonte aber zugleich: „Ich bin auch voll zufrieden, wenn ich Bronze oder Silber hole.“ Auch von einem Kreuzbandriss lässt sie sich nicht aufhalten.

Inwieweit Corona die Wettbewerbe in und um Peking einschränken wird, ist noch nicht vollends absehbar. Fest steht, dass keine ausländischen Fans dabei sein dürfen. Auch in Deutschland sorgt die Pandemie für einige Ungewissheit unter Aktiven. Im Vorjahr führte sie dazu, dass Hobbysportlerinnen und -sportler monatelang keine Wettkämpfe und Spiele bestreiten konnten, die Saisons im Fußball und anderen Sportarten abgebrochen wurden.

Die Kicker des TSV Eintracht Stadtallendorf waren davon nicht betroffen, da sie zu dieser Zeit noch in der Regionalliga aktiv waren – die gilt als Profispielklasse. Bei der Hessenliga ist das nicht der Fall. In der geht die Mannschaft von Trainer Dragan Sicaja nach erfolgreicher Qualifikation als Tabellenführer in die Aufstiegsrunde, die im März beginnen soll. Gibt’s im Herrenwaldstadion vielleicht ab Sommer wieder Fußballspiele der Regionalliga?

Zunächst einmal ist aber alles andere als Gewiss, dass Amateursport dann erlaubt ist – das betrifft nicht nur die Fußballer, das betrifft genauso Individualsportlerinnen und -sportler vom Schwimmen über die Leichtathletik bis zum Reiten. Und es betrifft Teams in Freiluft-, vielleicht noch stärker in Hallensportarten.

Profis sind, jedenfalls formal, die Basketballerinnen des BC Pharmaserv Marburg, deshalb können sie aktuell auch trainieren, können ihre Spiele in der Bundesliga austragen, wenn auch nur vor einer begrenzten Anzahl an Fans. Mit sieben Siegen und sieben Niederlagen sowie Platz acht geht es ins neue Jahr. Christoph Wysocki erinnerte augenzwinkernd an den Beginn des Jahres 2021: „Ab Mitte Januar ging es steil bergauf.“ Damals wurde er zum Chefcoach der Blue Dolphins. Diesmal soll es ohne Trainerwechsel in der Tabelle noch ein Stück nach oben gehen, dann in den Playoffs möglichst weit. Maßstab ist der dritte Platz der Vorsaison.

Mercenaries legen im Mai los, KTV-Turnier erst im Herbst

Basketball wird in der Georg-Gaßmann-Halle gespielt, American Football nebenan im ebenfalls nach dem früheren Marburger Oberbürgermeister benannten Stadion. Im Mai soll die neue Saison der German Football League beginnen. Nach einer sportlich ernüchternden Spielzeit wollen die Marburg Mercenaries mehr erreichen – „auf jeden Fall die Playoffs“, wie Quarterback Sonny Weishaupt der OP sagte. „Das muss unser Ziel sein.“ Die Vereinsverantwortlichen hoffen, wieder unbeschränkt Zuschauerinnen und Zuschauer begrüßen zu können, könnten ansonsten auf ihr bewährtes Hygienekonzept zurückgreifen.

Ähnlich ist das bei der KTV Obere Lahn, deren Saison wieder komplett im Herbst über die Bühne gehen soll – diesmal aber in der 2. Bundesliga. Die Biedenkopfer Riege schaffte mit einer Mischung aus Routiniers – darunter dem armenischen Olympia-Bronzemedaillengewinner Artur Davtyan – und Youngstern aus der Region ungeschlagen den Aufstieg. „Wir müssen uns weiter verbessern“, sagte Teamkapitän Maik Wehn, zeigte sich aber überzeugt: „Wir haben das Potenzial für die höhere Klasse.“

Erst kommen Tennis-, dann Radprofis nach Marburg

Das Weltranglisten-Tennisturnier in Marburg hat bereits Tradition. Profis wie Alexander Zverev und Félix Auger-Aliassime, die heute zu den Superstars ihres Sports gehören, haben in jüngeren Jahren bereits auf der Anlage im Süden der Stadt aufgeschlagen. Die nächste Auflage der Marburg Open steigt vom 4. bis 10. Juli. Insgesamt soll es erneut ein Preisgeld von 25 000 US-Dollar geben – das dürfte wieder erfahrene und vor allem viele junge Spieler aus der erweiterten Weltspitze anlocken.

Das größte sportliche Einzelevent im Landkreis Marburg-Biedenkopf dürfte am 26. August stattfinden: Die Deutschland-Tour ist zum zweiten Mal nach 2019 zu Gast. Damals wurde ein Tagesabschnitt in Marburg gestartet, kamen Tausende, um einige der besten Radprofis der Welt wie Julian Alaphilippe, Geraint Thomas und Emanuel Buchmann aus der Nähe zu sehen, standen viele weitere an der Strecke. Diesmal wird ein Etappensieger in Marburg ermittelt. Die Universitätsstadt wird damit noch mehr im Fokus stehen und sicherlich – wenn es die Corona-Lage zulässt – wieder viele Fans und Interessierte anziehen.

Von Stefan Weisbrod