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Lokalsport Nicht nur auf der Jagd nach Bestzeiten
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08:56 28.09.2019
Anne (vorne) und Martin Gnendiger beim „Dolomiti Superbike“ in Südtirol. Quelle: Privatfoto
Marburg

Während bei den Verkaufszahlen der Fahrräder seit einigen Jahren die E-Bikes dem normalen Fahrrad den Rang ablaufen, bleibt eine Gemeinschaft aus Mountainbikern des Landkreises dem alten Drahtesel weiterhin treu. Insgesamt acht Fahrer und Fahrerinnen aus Marburg und dem Umland treten als „Loniac Racing Team“ erfolgreich bei zahlreichen „Mountainbike Marathons“ in ganz Europa an.

Dabei ist so ein Mountainbike natürlich ebenfalls ein High-Tech-Gerät, wird aber eben doch nur mit Muskelkraft angetrieben. Und das bedeutet für den Kern des Teams – Anne und Martin Gnendiger, Heidi und Bernd Dönges, Ralf Scheffer sowie Ralf Nikisch und Markus Plociennik – hartes Training. Zwischen 8.000 und 10.000 Kilometer spulen die passionierten Biker im Jahr ab, um für die Rennen gerüstet zu sein.

Fokus liegt auf den landschaftlichen Reizen

„Wir haben jetzt keinen festen Trainingstermin mit dem Team, aber wir fahren schon mindestens einmal die Woche gemeinsam. Martin und ich fahren eigentlich jeden Tag. Entweder hier in Marburg oder rund um den Edersee“, sagt Anne Gnendiger. „Gegründet haben wir das Team 2018 zusammen mit Ralf Scheffer, wir waren aber vorher schon gemeinsam aktiv. Dann sind Heidi und Bernd dazugekommen, weil sie ambitionierter fahren wollten“, ergänzt Martin Gnendiger, der schon knapp 30 Jahre auf dem Bike unterwegs ist. „Ich zähle mich schon zu den Pionieren. Damals sind wir Cross-Country-Strecken gefahren und einen Tag später mit den gleichen Rädern Downhill. Da würde heute keiner mehr dran denken“, erzählt er.

Martin Gnendiger quält sich beim „Rothaus Bike-Giro“ im Schwarzwald eine steile Rampe empor. Quelle: Privatfoto

Bei all den Trainingskilometern steht für alle aber statt reiner Leistungsoptimierung etwas ganz anderes im Mittelpunkt: „Für uns ist das Wichtigste eigentlich, draußen unterwegs zu sein und die Natur zu genießen. Unsere Rennziele suchen wir auch immer ein bisschen danach aus, wo es landschaftlich einfach schön ist. Da kann man dann an so ein Rennen auch prima noch einige Urlaubstage dranhängen“, sagen Anne und Martin Gnendiger.

Frauen erreichen Top-Platzierungen

Nichtsdestotrotz punkten vor allem die Frauen regelmäßig mit Top-Platzierungen bei den Rennen. „Anne und Heidi sind richtig gut. Die beiden sind in ihren Altersklassen eigentlich immer zwischen Platz eins und drei. Auch in der Gesamtwertung finden sie sich oft da wieder“, sagt Martin Gnendiger. Bei den Männern ist Ralf Scheffer aktuell der ­Ambitionierteste, aber auch die anderen fahren in ihren Altersklassen regelmäßig in die Top Ten.

Für ihre Wettkampfsaison wählen die „Loniacs“ im Vorfeld stets ganz gezielt einzelne Rennen aus. „Wir setzen uns im Januar oder Februar zusammen, schauen uns den Rennkalender an und überlegen, was wir fahren. Das ist dann auch nicht nur in Deutschland“, erzählt Martin Gnendiger.

Loniac-Racing and friends beim „Stoneman“ in der Schweiz: Frank Schmidt (hinten von links), Martin Gnendiger, Ralf Nikisch und Ralf Scheffer sowie Heidi Dönges (vorne von links), Peter Joop, Bernd Dönges und Anne Gnendiger. Quelle: Privatfoto

Und so ging es im Hochsommer zum Kronplatz in Südtirol. Dort meisterte das Team den 49 Kilometer und 2.150 Höhenmeter langen „Kronplatz-King“. Es folgte der Stoneman Glaciara in der Schweiz mit 170 Kilometern und 4.500 Höhenmetern an drei Tagen.
Das Highlight der Saison war allerdings der Bike-Giro im Schwarzwald.

Bei dem Vier-­Tagesrennen mit drei Etappen zwischen 50 und 70 Kilometern sowie einem 10-Kilometer-Bergzeitfahren präsentierten sich die Fahrer über die insgesamt 198 Kilometer und 5.750 Höhenmeter in Topform. Für Heidi Dönges gab es nach vier Tagessiegen in der Altersklasse II entsprechend auch den Gesamtsieg. Anne Gnendiger platzierte sich in der Altersklasse III auf dem zweiten Rang und war damit auch Gesamtzweite. Ralf Scheffer war im Bergzeitfahren mit einer starken Zeit von 31 Minuten vorne mit dabei.

Bereits im Frühjahr punkteten die „Loniacs“ auch beim Mittelstrecken-Rennen des heimischen Hunburg-Marathons. Anne Gnendiger und Heidi Dönges waren dort bei den Frauen die beiden Gesamt-Schnellsten. Martin Gnendiger und Bernd Dönges punkteten mit Rang drei beziehungsweise fünf in ihren Altersklassen. Markus Plociennik landete auf der Kurzstrecke auf dem 12. Altersklassen-Rang.

von Philipp Pawlik