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Lokalsport „Wir sind heiß, dass es endlich losgeht“
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17:00 28.10.2021
Marburg/Cappels Antonia Fürst (links, hier im November 2019 gegen Burgsolms) in ihrem letzten Spiel vor der Verletzung und der Annullierung der Saison.
Marburg/Cappels Antonia Fürst (links, hier im November 2019 gegen Burgsolms) in ihrem letzten Spiel vor der Verletzung und der Annullierung der Saison. Quelle: Archivfoto: Weigel
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Marburg

„Es war irgendwie befremdlich, nicht Handball spielen zu können. Ich habe im Alter von zehn Jahren angefangen zu spielen und so eine lange Pause hatte ich noch nie“, sagt HSG Marburg/Cappels Spielerin Antonia Fürst.

Die 25-jährige Medizinstudentin begann bei einem Verein in der Nähe von Hamburg mit dem Sport. „Ich wollte eigentlich immer Fußballspielen. Weil ich aber zwei kleinere Schwestern habe und unser Vater gesagt hat, dass er nicht bei Schnee und Regen auf dem Fußballplatz stehen will, bin ich durch Bekannte zum Handball gekommen – und hängengeblieben“, erinnert sich Fürst.

Bis zum Beginn der Corona-Pandemie – denn bereits die Saison 2019/20 wurde für Antonia Fürst am 18. Spieltag abgebrochen. Die Spielzeit 2020/21 erst gar nicht gestartet. „In der Saison, die abgebrochen wurde, haben wir mit unserem neuen Coach (Henning Dippel, Anm. d. Red.) und einer dynamischen, vor der Saison zusammengewürfelten Mannschaft die Herbstmeisterschaft geholt“, sagt die Studentin, die an der Philipps-Universität im neunten Semester studiert. Ihr letztes Pflichtspiel absolvierte Fürst im November 2019 gegen Burgsolms.

„Ich bin von einer Gegenspielerin geschubst worden und dann mit dem Knie weggeknickt. Zum Glück ist das Kreuzband heil geblieben, aber seither habe ich keine Partie mehr gemacht“, stellt sie fest. Umso glücklicher ist die Handballerin jetzt, dass es am kommenden Sonntag wieder mit dem Spiel bei der zweiten Mannschaft der HSG Lumdatal losgeht.

Liga ist eine Wundertüte

„Feste Ziele sind in dieser Saison schwierig, weil die Liga eine Wundertüte ist. Wir als Team werden einfach schauen, wo uns die Reise hinführt. Ansonsten wollen wir gut in die Spielzeit starten und Spaß am Handball haben“, erklärt Fürst und fügt an: „Wir sind heiß, dass es endlich losgeht.“

Aber nicht nur für sie als Spielerin geht es wieder los, denn Fürst ist gemeinsam mit ihrer Mannschaftskameradin Wiebke Schnäbele die Trainerin der D-Juniorinnen des Vereins. „Ich bekomme das Trainerdasein, das Studium und mein eigenes Training durch gute Organisation unter einen Hut. Sollte es doch mal Überschneidungen zwischen einem Spiel geben, dann unterstützen uns die Eltern und springen ein“, sagt Fürst. Aber zunächst liegt der Fokus der Studentin auf der ersten Mannschaft: „Wir haben einfach Bock auf diese Saison und wollen endlich das Team an unserer Seite haben.“

Von Leonie Rink