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Lokalsport Bei Daniel Keil war es Liebe auf den ersten Schläger
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15:00 13.04.2022
Daniel Keil vom VfL Marburg hält jetzt nur noch selten den Hockeyschläger in der Hand.
Daniel Keil vom VfL Marburg hält jetzt nur noch selten den Hockeyschläger in der Hand. Quelle: Leonie Rink
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Marburg

Windböen fegen über den Hockeyplatz des VfL Marburg am Georg-Gassmann-Stadion. Die Hütchen und Markierungen, die Trainer und Abteilungsleiter Daniel Keil aufgestellt hat, wirbeln wild umher. Der Coach nimmt es gelassen und behält die Hände in den Hosentaschen. „Ganz schön windig. Dann machen wir halt Torschusstraining“, sagt er.

So ist der 35-Jährige. Für jedes Problem hat er eine Lösung. Früher war er selbst als Spieler aktiv, nun ist er nur noch Trainer und Funktionär. Hockey hat ihn schon als kleiner Junge fasziniert. „Hockey ist ein athletischer und technisch anspruchsvoller Sport“, erklärt er. Mit sieben Jahren hatte der gebürtig aus der Nähe von Osnabrück stammende Keil zum ersten Mal einen Schläger in der Hand. Nach dem Hockey-Schnuppertraining bastelte er sich mit seinem Vater selbst einen Schläger. Seine Anfänge im Sport machte er beim HC Georgsmarienhütte.

Seit 2007 ist er nun beim VfL Marburg. Sein Psychologie-Studium zog ihn in die Universitätsstadt. „Nachdem ich hierher gezogen bin, war Hockey in Marburg meine erste Anlaufstelle“, sagt Keil. Schon als Spieler coachte er bereits das Frauenteam des Vereins, das er auch heute noch betreut. Sein sportlicher Höhepunkt im Trikot der Marburger war der Aufstieg als Akteur im Feldhockey 2013. Knapp sechs Jahre später folgte dann der erste Aufstieg der Vereinsgeschichte in die Regionalliga. Diesmal stand Keil als Trainer an der Seitenlinie. Wie aber wurde er nun auch noch Abteilungsleiter? „Ich wurde gefragt, ob ich von Felix Bonn die Abteilungsleitung übernehmen möchte, weil er in den Vorstand des Vereins berufen wurde. Zeitgleich wurde bei den Männern ein neuer Trainer gesucht. Jetzt mache ich beide Jobs.“

An einen bewegenden Moment erinnert er sich ebenfalls. Nach dem Tod des langjährigen Abteilungsleiters Jaap Zeilinga, der 40 Jahre lang für einen Kunstrasenplatz gekämpft habe: „Als der Platz endlich gebaut wurde, war Jaap bereits krank. Aber er wollte das noch zu Ende bringen.“

Ehrgeiz in allen Bereichen

Ehrgeiz zeigt er nicht nur auf dem Platz, sondern auch an der Uni. Nach seinem Psychologie-Studium in Marburg promovierte Keil und ist nun als Psychotherapeut tätig.

Der Sport ist sein Ausgleich neben dem Sport. Wie auch er früher sollen weitere hockeybegeisterte Studentinnen und Studenten Teil des Vereins werden. „Wir bezeichnen uns gerne als Hockeyfamilie“, merkt der gebürtige Niedersachse an. Dies bringe aber auch mit sich, dass das Leistungsniveau innerhalb der Teams unterschiedlich ist. „Einige Spieler haben Bundesligaerfahrung, andere haben in der Regionalliga oder Oberliga gespielt“, sagt Keil, der selbst auch in der Verbandsliga bis Regionalliga spielte.

Hingegen kommt es aber auch gelegentlich vor, dass sogenannte Eigengewächse zum Studium aus Marburg weggehen. Dies biete aber auch eine Möglichkeit. „Man lernt immer wieder nette neue Leute kennen“, sagt Keil und unterbricht das Gespräch, um das Team anzuweisen, alle Hütchen und Hockeybälle einzusammeln. Was seine Tätigkeit im Verein auch mit sich bringt, ist zum Beispiel das Klubhaus zu renovieren.

„Wir hatten vor Kurzem einen Rohrbruch. Man kann also sagen, dass ich im Klub schon fast alles gemacht habe“, sagt Keil, der am 30. April mit den Männern gegen Ludwigshafen in die neue Regionalligasaison startet. Für die Frauen in der Oberliga startet die Spielzeit erst zwei Wochen später.

Von Leonie Rink