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Lokalsport Corona-gebeutelter BC unterliegt Herne
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20:42 24.10.2021
Alex Wilke (links) wird von Hernes Sarah Polleros beim Korbleger gestört, beobachtet von Hanna Crymble (rechts).
Alex Wilke (links) wird von Hernes Sarah Polleros beim Korbleger gestört, beobachtet von Hanna Crymble (rechts). Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Blamabel, desolat, enttäuschend – all das war der Auftritt der Blue Dolphins am Samstagabend gegen den Herner TC keineswegs. Das Ergebnis – 58:79 – könnte es vermuten lassen, zumal es sich um ein Heimspiel gehandelt hat. Doch wohl niemand, der die Umstände kennt, niemand, der die Partie gesehen hat, würde es so einordnen. Das Team des BC Pharmaserv befindet sich in einer Situation, die sich keine Sportmannschaft wünscht – und hat sich dafür gegen eines der Topteams der Basketball-Bundesliga mehr als ordentlichen geschlagen.

Nicht irgendwelche, sondern drei Spielerinnen, die ansonsten zur Starting Five gehören, haben sich mit dem Coronavirus infiziert – trotz vollständigen Impfschutzes. Weil neben Steffi Wagner, Theresa Simon und Kapitänin Marie Bertholdt auch noch Mali Sola und Hanna Bonacker verletzt fehlten, weil aufgrund der Umstände unter der Woche nicht an einen regulären Trainingsbetrieb zu denken gewesen war, war schon vor der Partie klar: Alles andere als ein klarer Sieg der Gäste wäre eine große Überraschung. „Die Sorge um die Gesundheit ist bei den Mädels in den Köpfen“, sagte Trainer Christoph Wysocki.

Wysocki hätte sich Verlegung der Begegnung gewünscht

Die Verunsicherung, sie war in der Anfangsphase zu spüren. Eigentlich leichte Korbleger wurden vergeben, Bälle vertändelt, unpräzise Pässe gespielt, auf der anderen Seite viel zu zahm verteidigt. Mehr als fünf Minuten blieben die Blue Dolphins ohne jeden Punkt, lagen mit 0:13 zurück. Tonisha Baker und Jasmin Weyell, eine von fünf Spielerinnen aus dem Zweitliga-Stammkader, die zum Einsatz kamen, trafen. Die Hoffnung auf einen Coup war beim Stand von 4:25 nach dem ersten Viertel aber dahin.

Das bedeutete nicht, dass sich die Marburgerinnen aufgaben. Defensiv fanden sie nun mehr Zugriff, auch offensiv gelangen mehr Aktionen. Die übrigen 30 Spielminuten endeten zusammengenommen 54:54. „Wir haben alles reingeworfen“, sagte Alex Wilke, mit 16 Zählern erfolgreichste BC-Schützin, nach dem Spiel. Zwischenzeitlich kam der BC auf zwölf Punkte heran (28:40/24. Minute). „Ja“, sie habe daran geglaubt, „dass wir das Spiel noch drehen können“, sagte Wilke auf Nachfrage. Dafür war das Team aus Westfalen aber an diesem Abend zu stark.

Gleichwohl: Mit Wagner, Simon und Bertholdt, waren sich Wilke und Wysocki einig, wäre der Sieg nicht nur möglich gewesen. „Ich bin mir fast sicher, wir hätten gewonnen“, sagte der Trainer, der seinem Team, insbesondere auch den „Kleinen“ aus dem Zweitliga-Kader, ein Lob aussprach: „Wir haben nicht aufgegeben und bis zum Schluss gekämpft. Darauf können wir stolz sein.“

Dass die Partie trotz der Corona-Fälle ausgetragen werden musste, beurteilten beide unterschiedlich: „So sind eben die Regeln“, sagte Wilke, während Wysocki meinte, Infektionen dürften „nicht wie andere Verletzungen“ behandelt werden. Der Coach hätte sich von den Ligaverantwortlichen „eine andere Entscheidung“ gewünscht.

BC Marburg gegen Herner TC

BC Pharmaserv Marburg: Wilke 16 Punkte, Lückenotte, Brüning, Crymble 8 (7 Rebounds, 5 Fouls), Klug 6 (7 Ballverluste). Baker 13/1 Dreier (7 Rebounds), Lukow 2, Arthur 5/1, Yesilova 4, Weyell 4.

Herner TC: Zolper 16/2, Groll, Topuzovic 15/1 (10 Rebounds), Remenarova 17, Domuzin 13/1, Pelander 11, Reich, Polleros, Höhne, Vucetic 4, Nofuente 3/1, Enabosi.

Schiedsrichter: Rey, Maier.

Zuschauer: 250.

Viertel: 4:25, 16:11, 18:21, 20:22.

Von Stefan Weisbrod