Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Antigene-Schnelltest beim BC Marburg
Sport Lokalsport Lokalsport Antigene-Schnelltest beim BC Marburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:56 10.12.2020
Joey Klug wird von Dr. Sabine Schulze, der Team-Ärztin des BC Marburg, auf Corona getestet. Quelle: Leonie Rink
Anzeige
Marburg

Wie vor jeder Partie – auch im Pokal gegen die Royals Saarlouis – hat sich die Mannschaft des BC Pharmaserv Marburg einem Corona-Test unterziehen müssen. Doch wie läuft so etwas eigentlich ab? Die OP ist dabei gewesen.

In Blöcken werden die Spielerinnen getestet. Es entsteht eine Warteschlange in der Halle. Für den eigentlichen Schnelltest wird ein Reagenzglas knapp zwei fingerbreit mit einer Lösung gefüllt.

Anzeige

In der Zwischenzeit nimmt Dr. Sabine Schulze, die Team-Ärztin, nasal mit einem Stäbchen eine Probe der Spielerinnen. Das Stäbchen muss erst zehn Sekunden in der Nase der Marburgerinnen gedreht werden, ehe es wieder zehn Sekunden in der Lösung im Reagenzglas „gequirlt“ wird.

„Das wird gemacht, damit sich die Viren vom Stäbchen lösen. So können wir dann beim Antigenen-Schnelltest innerhalb von 20 Minuten sehen, ob jemand aus dem Team infiziert ist. Das ist auch eine sehr sichere Variante mit diesen Tests“, erklärt Schulze.

Weiß ist gut – „T“ ist schlecht

Aber wie fühlt sich das an, wenn man getestet wird? „Der Test durch die Nase ist schon unangenehm – es kitzelt total“, beschreibt BC-Spielerin Joey Klug. Es folgt ein Naserunzeln der 22-Jährigen, sowie Erleichterung, dass der Test vorüber ist. Auf den eigentlichen Schnelltests gibt es ein sogenanntes Panel, auf dem die Lösung aus dem Reagenzglas getropft wird.

„Danach spaltet das Enzym, was sich in diesen Tests befindet, das Virus auf. Ist ein Test positiv, würde bei dem „T“ auf dem Schnelltest ein zweiter Strich erscheinen – quasi wie bei einem Schwangerschaftstest. Wenn der Test sich wieder weiß einfärbt, dann ist er fertig“, erklärt Schulze.

Die Testung ist nicht nur unangenehm, sondern auch teuer für den Verein. Im Falle der Schnelltests kauft der Verein die Test-Kits selbst. „Deshalb haben wir bisher schon mehr als 8.000 Euro für Tests ausgegeben“, merkt BC-Vorstand Stefan Gnau an. Seitdem die Liga auch Antigene-Schnelltests genehmigt hat, belaufen sich die Kosten nur noch auf knapp zehn Euro pro Test – anstelle von bis zu 150 Euro pro Test im Labor. Die Pooltests, die der Verein für Samstagsspiele immer zusätzlich mittwochs testet, werden von der Liga gestellt.

Test spätestens 18 Stunden vor dem Spiel

Bei den Pooltests werden alle Stäbchen zusammen in eine Lösung gesteckt. Bedeutet, wenn die Lösung negativ ist, hat kein Mitglied der Mannschaft Corona. „Ist die Lösung positiv, wissen wir nicht, wer genau positiv ist. Deshalb machen wir immer zwei Tests. Die Einzelproben werden dann weggeworfen, wenn der Gesamt-Pooltest negativ ist. Ansonsten werden die Einzelproben einzeln getestet und dann wird es richtig teuer“, erläutert Gnau. „Aber die Pooltests, die wir noch haben, werden wir auch noch verwenden.“

Die Schnelltests müssen – nach Vorgaben der Liga – spätestens 18 Stunden vor der Partie gemacht werden. Im Gegensatz zu den Pooltests, die mit der Post nach Berlin geschickt werden, ­können die Schnelltests nach 20 Minuten entsorgt werden. Die Ärztin unterschreibt noch das Dokument, dass das Team negativ getestet wurde, und damit steht dem nächsten Spiel nichts im ­Wege.

Auch Referees werden getestet

Am 6. November führte die DBBL (Damen-Basketball-Bundesliga) regelmäßige Testungen für die Teams der Bundesliga ein. Damit war der dritte Spieltag der erste mit Corona-Testungen. Zehn Tage später folgte die Einführung der Testungen für die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter.

Von Leonie Rink