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Nicht in jeder Halle dürfen Fans zuschauen
Nicht in jeder Halle dürfen Fans zuschauen
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17:59 26.11.2021
Für die Hallensportler und Hallensportlerinnen gilt nach der neuesten Corona-Verordnung die 2G-Regel.
Für die Hallensportler und Hallensportlerinnen gilt nach der neuesten Corona-Verordnung die 2G-Regel. Quelle: (Foto-Collage) Tobias Hirsch
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Landkreis

Droht Hallensportarten eine erneute Saison-Unterbrechung oder gar ein -Abbruch? Nach der neuen Verordnung der hessischen Landesregierung gilt seit gestern in Innenräumen von Sportstätten die 2G-Regel (geimpft oder genesen; ausgenommen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können). Der Grund: Die Hospitalisierungsrate hat den Schwellenwert von 3 überschritten. In Hessen beträgt sie derzeit 4,43.

Dies hat weitreichende Auswirkungen auf Hallensportarten, wie etwa Basketball, Volleyball, Tischtennis und Handball, weil Vereine nach dieser Regel keine Ü-18-Spielerinnen oder -Spieler einsetzen dürfen, die nicht geimpft oder genesen sind.

Derzeit gebe es zwar den einen oder anderen Spielausfall, aber noch keine Abmeldungen von Mannschaften, teilten die Verbände der oben erwähnten Sportarten mit.

Die Saison findet statt

Auch eine Saison-Unterbrechung oder gar ein -Abbruch aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Lage mit steigenden Infiziertenzahlen sei noch nicht angedacht. „Dies ist auch meine Wahrnehmung mit Blick auf diese Sportverbände“, sagt Benjamin Crisolli, stellvertretender Pressesprecher des Hessischen Ministeriums des Inneren und für Sport. Auch vonseiten der hessischen Landesregierung gebe es derzeit keine Überlegungen in Richtung Unterbrechung oder Abbruch. „Vielmehr hoffen wir, dass sich noch möglichst viele Menschen impfen lassen und wir den Amateur- sowie Freizeitsport so lange wie möglich aufrechterhalten können“, ergänzte Crisolli.

Ausgeschlossen wird allerdings ein flächendeckender Sport-Lockdown. „Eine Ausübung des Sports darf nicht untersagt werden“, heißt es im neuen Gesetz. Lokal kann es jedoch zu Schließungen aufgrund akuter Fälle kommen.

Reagiert hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Er hat die hessische Corona-Schutzverordnung Sportstätten betreffend nochmals verschärft. Das heißt, dass ab sofort in landkreiseigenen Sportstätten keine Zuschauerinnen und Zuschauer mehr zugelassen werden.

Anders sieht es für die Sporthallen der Stadt Marburg aus. Die Stadt orientiert sich an den Vorgaben der Landesverordnung. Sporttreibende sowie Zuschauerinnen und Zuschauer dürfen Sporthallen nur unter Einhaltung der 2G-Regel betreten, ein Test reicht nicht aus. Ausnahmen sind weiterhin Kinder unter sechs Jahren sowie getestete Schüler und Schülerinnen (Testheft oder Antigen-Test).

Das sagen die Verbände

Hessischer Basketball-Verband (HBV): Vizepräsidentin Karin Arndt hat eine klare Meinung: „Wir können den Sport nicht noch einmal herunterfahren.“ Klar ist aber, dass sich der Verband an die Vorgaben des Landes halten wird. Abmeldungen von Mannschaften „gibt es noch nicht“, sagt Simon Schwarz, Mitarbeiter der HBV-Geschäftsstelle. „Wir hören nur, dass teilweise die eine oder andere Spielerin beziehungsweise der eine oder andere Spieler nicht mehr teilnimmt. Wir werden jetzt noch ein, zwei Wochenenden abwarten und dann möglicherweise die Situation nochmals neu bewerten“, ergänzt Schwarz.

Hessischer Tischtennis-Verband (HTTV): „Wir halten es derzeit noch für vertretbar, die Saison unter den jeweils geltenden rechtlichen Bestimmungen fortzusetzen“, sagt Dennis Erbe, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim HTTV. Dies hat das HTTV-Präsidium am 23. November auch beschlossen für den Mannschafts-, den Einzel- und den Pokalspielbetrieb. Begründung: Der Sportbetrieb ist weiterhin erlaubt. Ziel und im Interesse der meisten Vereine ist, eine sportliche Wertung zu erreichen.

Dem Verband sei bewusst, dass mit den neuen Regelungen für viele Mannschaften noch größere Probleme auftreten, als dies ohnehin in den vergangenen Wochen der Fall war. Der Verband werde die Entwicklung weiterhin täglich im Auge behalten und gegebenenfalls neu bewerten, so Erbe.

Hessischer Volleyball-Verband (HVV): Auch der HVV wird den Erwachsenen- und Jugendspielbetrieb unter Einhaltung der gesetzlichen Corona-Regelungen fortführen. „Wir hoffen durch die Einhaltung der Regelungen und Bemühungen von uns allen, unseren Spielbetrieb möglichst lange weiterhin aufrecht zu erhalten und dabei aber unsere Spielerinnen und Spielern keiner zusätzlichen Gefahr auszusetzen. Die Umsetzung der 2G-Regel kann uns dabei helfen“, sagt Timo Geppert, Vorsitzender der Landesspielkommission.

Hessischer Handball-Verband (HHV): Das Präsidium des Hessischen Handball-Verbandes habe sich die Entscheidung, den Spielbetrieb unter den neuen Corona-Regeln fortzuführen, „nicht leicht gemacht“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Mitteilung des Verbandes.

„Wir wissen, dass wir allen Beteiligten in dieser Situation viel abverlangen, sind aber letztlich dem Gedanken gefolgt, dass ein Großteil unserer Spielerinnen und Spieler geimpft oder genesen ist und beim Handballspiel wieder an gesellschaftlichem Leben teilnehmen wollen“, heißt es in der von HHV-Präsident Gunter Eckart unterschriebenen Stellungnahme.

Einen Überblick zu den neuen Corona-Regelungen für den Sport gibt es im Internet unter www.landessportbund-hessen.de/servicebereich/news/coronavirus/faq/

Von Michael E. Schmidtund Marcello Di Cicco