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Lokalsport Absagenflut bei Sportveranstaltungen
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22:16 12.03.2020
Nicht nur für die Fußballer ist der Spielbetrieb vorerst ausgesetzt. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Auch bei den Spitzen der hessischen Sportverbände liefen am Donnerstag die Telefone heiß. Der Grund: Wie geht man mit den Auswirkungen des Coronavirus um? Im Mittelpunkt der Diskussion: Welche Sportveranstaltungen werden ausgesetzt, welche dürfen oder können stattfinden?

Ob beispielsweise Fußball, Basketball, Tischtennis, Volleyball oder Handball – nahezu alle Sportarten sind betroffen. Die OP gibt einen Überblick:

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Fußball: Aufgrund der besonderen Situation rund um das Coronavirus haben der Verbandsausschuss, der Verbandsjugendausschuss und der Verbandsausschuss für Frauen- und Mädchenfußball in Abstimmung mit dem Präsidium des Hessischen Fußballverbands (HFV) beschlossen, alle Spiele im Feld und in der Halle (Meisterschafts-, Pokal-, Freundschafts-, Futsal-Spiele sowie Turniere) bis einschließlich 10. April abzusetzen. „Der Hessische Fußball-Verband hat sich zu dieser drastischen Maßnahme entschieden, um konsequent im Sinne unserer gesellschaftlichen Verantwortung zu handeln. Uns ist durchaus bewusst, dass dies einige organisatorische Umstände mit sich bringen wird, und wir bauen dabei auf das Verständnis unserer hessischen Fußball-Familie. Wir hoffen, dass wir nach der genannten Zeitspanne die Saison mit Hilfe von Nachholspielen regulär zu Ende bringen können“, erklärte HFV-Präsident Stefan Reuß. „Ich kann dies nur begrüßen“, sagte Marburgs Kreisfußballwart Peter Schmidt, der sich gestern vehement dafür einsetzte, die Entscheidung zeitnah herbeizuführen. „Auch der Fußball steht in der Verantwortung, denn die Gesundheit steht über allem“, ergänzte Schmidt

Basketball: Der Spielbetrieb der 1. und 2. Frauen-Basketball-Bundesligen wird ab sofort für beendet erklärt. Damit findet auch die für Samstag vorgesehene Partie des BC Pharmaserv Marburg gegen Hannover nicht statt. Das Final Four der DBBL am 21. und 22. März in Keltern wird ebenfalls abgesagt. „Das Wohlergehen der Spieler, Trainer, Betreuer, Schiedsrichter, Funktionäre und Fans und aller weiteren Beteiligten stehen für uns dabei im Vordergrund“, sagte der Geschäftsführer der DBBL, Claus-Arwed Lauprecht.

Handball: „Im Bereich des Hessischen Handball-Verbands liegen aktuell keine Hinweise/Auflagen der Gesundheitsbehörden vor“, heißt es auf der Homepage des Verbands. Kurzfristige Spielabsagen seien jedoch nicht auszuschließen. Über einen Abbruch der Spielsaison 2019/2020 werde spätestens heute entschieden.

Volleyball: Der Vorstand der Volleyball Bundesliga (VBL) hat beschlossen, den laufenden Spielbetrieb in den 2. Bundesligen, Dritten Ligen sowie Regionalligen vorzeitig zu beenden. Für den Spielbetrieb im Hallen-Volleyball unterhalb der Regionalligen sowie im Beach-Volleyball, die im Zuständigkeitsbereich der Landesverbände liegen, wird eine sofortige Beendigung empfohlen.

Tischtennis: Das Präsidium des Hessischen Tischtennis-Verbands hat entschieden, dass der gesamte Spielbetrieb, also auch alle Individualwettbewerbe, mit sofortiger Wirkung, vorerst bis einschließlich 17. April, ausgesetzt wird.

„Das Präsidium trifft nach ausführlicher Diskussion eine klare Entscheidung, die aktuelle Situation birgt einfach zu viele Eventualitäten. Der Status ändert sich fast minütlich. Wir bitten alle um Verständnis, auch wenn es für Einige vielleicht schwer nachvollziehbar ist. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, sind jedoch der Überzeugung, dass wir im Sinne aller Beteiligten die richtige Entscheidung getroffen haben. Die Lage wird natürlich täglich weiter beobachtet und dann werden wir schauen, ob Veranstaltungen nachgeholt werden können und ob der Spielbetrieb gegebenenfalls später zu Ende geführt werden kann. Das sollte unser Ziel sein“, sagte HTTV-Präsident Andreas Haind.

American Football: „Wir setzen den Trainingsbetrieb im Verein ab sofort für mindestens zwölf Tage aus“, teilte der Vorstand der Marburg Mercenaries mit. Damit komme der Verein der Empfehlung des American-Football-Verbands Deutschland nach.

Sportkegeln und Bowling: Der Deutsche Schere-Kegler-Bund (DSKB) und der Hessische Kegler- und Bowling-Verband (HKBV) sahen gestern „(noch) keine Veranlassung, Wettkämpfe abzusagen, da es sich bei kegelsportlichen Wettkämpfen um einen familiären Personenkreis ohne ungeregelten Publikumsverkehr handelt“.

Dies teilten die Präsidien beider Verbände mit. Sie empfehlen eine Reduzierung der Veranstaltungen auf das unbedingt notwendige Maß und den Verzicht auf Körperkontakt – auch im Training.

Von Michael E. Schmidt