Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Das Leben entschleunigen
Das Leben entschleunigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 04.01.2022
Yoga gewann während der Corona-Pandemie immer mehr an Aufsehen.
Yoga gewann während der Corona-Pandemie immer mehr an Aufsehen. Quelle: Christin Klose/dpa
Anzeige
Oberrosphe

Der Beginn der Corona-Pandemie veränderte für einige Menschen das Leben komplett. Wir mussten innehalten. Die Welt wurde teilweise entschleunigt.

Claudia Busch beendete im Januar 2021 ihre zweijährige Yogalehrerinnen-Ausbildung im Yoga Balance Studio in Marburg. Für die Oberrospherin ein großer Weg, denn sie veränderte sich bei dieser Ausbildung. „Ich bin einfach achtsamer und bewusster. Aber das gehört zu diesem Weg dazu“, erklärt die Bürokauffrau und ergänzt: „Durch die Pandemie sind wir gezwungen worden, zur Ruhe zu kommen, und wir wurden mit unseren Innenleben konfrontiert. Außerdem wurde der Wunsch im Lockdown nach Bewegung in den eigenen vier Wänden stärker.“

Aus diesem Grund sei Yoga noch nie so populär gewesen, wie aktuell. Doch nicht nur für das Innenleben ist Yoga nach Ansicht der Yogalehrerin gut, sondern auch, um den Körper zu kräftigen und sich leichter entspannen zu können. „Yoga bringt Körper, Geist und Seele in Einklang“, merkt die Yogalehrerin an. Sie selbst versucht täglich Yoga zu praktizieren. Jedoch auch nicht immer mit der gleichen Intensität. „Ich versuche aber mindestens Yoga Nidra, also eine Art Schlaf-Yoga zu machen. Das ist wie ein Bodyscan für den Körper, wodurch man sich in eine tiefe Entspannung bringt“, erklärt Busch.

Yoga als „Rettungsanker“ und „Allheilmittel“

Auf die Frage, wie sie zum Yoga gekommen ist, antwortet sie: „Ich war in einem Fitnessstudio angemeldet und dort wurde Yoga angeboten. Aufgrund von Verspannungen und Rückenschmerzen bin ich dann in den Kurs gegangen. Danach habe ich eine körperliche und psychische Verbesserung erlebt und habe es regelmäßig praktiziert. Jetzt ist es, auch wenn ich nur kurz ein paar Übungen mache, mein Rettungsanker und mein Allheilmittel geworden.“

Diesen Rettungsanker möchte sie auch an andere Personen weitergeben und diese näherzubringen. Denn Yoga kann jeder Mensch ausüben, der atmen kann. So werden bei ihrer Damen-Gymnastikgruppe bei der SG Rosphe auch immer wieder Yoga-Übungen in die Einheiten eingebunden.

„Sogar unsere Fußballer haben mal eine Stunde mitgemacht. Yoga muss einfach erlebt werden, und manchmal braucht man einige Anläufe. Die Übungen werden ausgeübt, wie der Mensch es in dem Moment vermag. Es ist kein Leistungssport“, erklärt Busch, die zudem auch eine Meditationsausbildung abschloss.

Sie ergänzt, dass, auch wenn Schülerinnen und Schüler während einer Stunde in ihren Gedanken abdriften, die Atmung ein Seil ist, das sie in das Hier und Jetzt zurückbringt.

Von Leonie Rink