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10:00 11.04.2021
Rachel Arthur (rechts) im Hauptrunden-Heimspiel gegen Kelterns Sanja Mandic. Sonntag steigt das erste Halbfinale.
Rachel Arthur (rechts) im Hauptrunden-Heimspiel gegen Kelterns Sanja Mandic. Sonntag steigt das erste Halbfinale. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Marburg als Außenseiter, Keltern als Favorit? Christoph Wysocki formuliert es lieber etwas anders: „Wir wollen die Serie gewinnen, die müssen sie mit ihren Möglichkeiten eigentlich gewinnen“, sagt der Trainer des BC Pharmaserv vor dem ersten Playoff-Halbfinale seines Teams an diesem Sonntag bei den Rutronik Stars. Die Mannschaft aus Baden-Württemberg, die ausschließlich aus ausländischen Profispielerinnen besteht, hat die Bundesliga-Hauptrunde souverän als Erster abgeschlossen. Die Blue Dolphins landeten auf Platz vier – nachdem sie zu Beginn des Kalenderjahres noch ganz unten in der Tabelle gestanden hatten. Diese Entwicklung ist es, die viel Selbstvertrauen gibt – und dem Gegner fast schon etwas Angst einzujagen scheint (siehe Infobox).

Acht Bundesliga-Spiele – die beiden Partien im Viertelfinale gegen Göttingen eingerechnet – hat der BC zuletzt nacheinander gewonnen. Hätte es nicht in der Hauptrunde in Göttingen eine „ziemlich dumme“ (Wysocki) Niederlage nach Verlängerung gegeben, wäre es gar elf Siege in Folge. Auch zwölf wären im Rückblick durchaus drin gewesen: Ende Januar gab das Marburger Team in letzter Minute eine Führung aus der Hand, verlor in eigener Halle knapp mit 67:68 – gegen Keltern. So unglücklich der Ausgang der Partie war, so wertvoll war die Begegnung doch für die Köpfe – denn sie zeigte den Spielerinnen, was möglich ist, dass es keinen Gegner in dieser Liga gibt, den sie nicht bezwingen können. „Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken“ – das sagte Wysocki vor knapp zweieinhalb Monaten, das wiederholt er seitdem immer wieder – weil es eben so ist.

Freude über Rückkehr von Mali Sola und Steffi Wagner

Nicht nur, dass sich die Mannschaft seit der damaligen Partie spielerisch und vor allem im Defensivverhalten stark weiterentwickelt hat, seitdem sind auch die personellen Möglichkeiten gewachsen: Sowohl Mali Sola, die bereits seit mehreren Wochen wieder an Bord ist, als auch Steffi Wagner, die am vergangenen Wochenende erstmals seit mehr als einem Jahr wieder ein Spiel bestritten hat, sind nach ihren Knieverletzungen zurück. „Es freut mich für beide persönlich. Und es hilft uns als Mannschaft“, sagt Wysocki, der den Großteil der Einsatzzeit zuvor auf nur sieben Spielerinnen verteilt hatte. Er mahnt zwar, dass von beiden nach langer Zwangspause „keine Wunderdinge“ zu erwarten seien, zur Steigerung der Qualität in der Breite tragen sie aber ganz sicher bei.

Als Schlüssel zum Erfolg sieht der Coach einmal mehr die Defensive: Im BC gastiert die beste Verteidigung bei der zweitbesten der Liga – beide Mannschaften lassen pro Partie im Schnitt kaum mehr als 60 Punkte zu. Interessanter ist in diesem Zusammenhang jedoch der Blick auf die Offensive der „Sterne“ um die Ex-Marburgerin Alex Kiss-Rusk: Im Schnitt erzielt die Mannschaft mehr als 80 Zähler pro Spiel.

Kelterns Trainer Hergenröther spricht von „Gradmesser“

Im Modus „Best of Three“ wird das Halbfinale ausgespielt. Bedeutet: Zwei Siege sind nötig, um in die Finalserie (in der dann drei Siege gebraucht werden) einzuziehen. Die erste Partie steigt an diesem Sonntag (16 Uhr) in Keltern, die zweite am kommenden Freitag (19 Uhr) in Marburg. Sollte eine dritte Begegnung nötig werden, würde diese am nächsten Sonntag (16 Uhr) wiederum in Keltern ausgetragen. Vorstellbar, dass es dazu kommt. Denn so weit wie noch Anfang des Jahres, als Marburg ganz unten in der Tabelle stand, sind die Teams längst nicht mehr auseinander. Keltern-Coach Christian Hergenröther sieht das BC-Team als „Gradmesser“ und „Team der Stunde“, wie er gegenüber den „Badischen Neuesten Nachrichten“ sagte. „Wir müssen konsequent mit fünf Leuten verteidigen und offensiv gegen Marburgs Aggressivität Lösungen finden.“

Von Stefan Weisbrod