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Lokalsport Blue Dolphins bejubeln den Klassenerhalt
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20:46 01.03.2020
Klassenerhalt! Der BC Pharmaserv gewinnt 66:60 gegen Saarlouis und bleibt in der Bundesliga. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Kapitänin Steffi Wagner warf den Ball hoch in die Luft, da war die Schlusssirene noch nicht einmal ertönt. Sekunden später lagen sich die Spielerinnen des BC Pharmaserv Marburg unter dem Jubel der Fans in den Armen, tanzten in der Mitte des Spielfelds. Trainer Patrick Unger kam hinzu. Ihnen allen fiel eine Last ab. Eine zentnerschwere Last. 66:60 gewonnen, Bundesliga-Klassenerhalt geschafft – „zum Glück, das war knapp“, sagte Spielmacherin Alex Wilke, atmete erst einmal tief durch. So wie auch ihr Coach: „Ich freue mich. Aber ich bin vor allem ausgelaugt“, sagte Unger nach einem Basketball-Krimi mit glücklichem Ende für die Blue Dolphins.

Was die Marburger Spielerinnen gegen die Royals aus Saarlouis in der ersten Halbzeit aufs Parkett brachten, ließ die Hoffnungen auf eine vorzeitige Entscheidung im Kampf gegen den Abstieg schwinden: defensiv ohne Zugriff, unter den Körben mit zu wenig Präsenz, dazu im Offensivspiel mit einer Reihe von Fehlern. Umso beeindruckender war, wie sie sich nach 29:37-Pausenrückstand in der zweiten Hälfte präsentierten: aggressiv in der Verteidigung, spielerisch auf einem ganz anderen Niveau, insgesamt einfach wacher. Unger hatte in der Halbzeitpause offenbar genau die richtigen Worte gefunden.

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Ganz kurze Halbzeitansprache

Viele waren es nicht, wie Finja Schaake erklärte: „Es gab in der Pause eine ganz kurze Ansprache, wahrscheinlich die kürzeste von Patty überhaupt. Aber sie war sehr, sehr deutlich.“ Unger verriet: „Ich habe nur gesagt, ‚wenn ihr anfangen wollt, Basketball zu spielen und zu kämpfen, wenn ihr aufhört, Angst zu haben, dann gewinnen wir dieses Spiel’, und bin rausgegangen.“

Auch für Wilke, mit 15 Punkten erfolgreichste Marburger Schützin, war klar: „Die erste Halbzeit war nicht so unsere. Aber wir haben an uns geglaubt, das war das wichtigste.“ Und Theresa Simon zeigte sich „glücklich, dass wir uns nicht mehr damit beschäftigen müssen, ob wir drin bleiben oder nicht“.

Playoff-Einzug ist noch möglich

Dass auch rechnerisch nichts mehr schiefgehen kann, verdankt das Marburger Team dem Herner TC, der BC-Konkurrent Halle Lions mit 82:70 besiegte. Dass es sogar noch Hoffnungen auf die Playoffs hegen darf, lag an einem anderen Ergebnis: Die Baskets Göttingen unterlagen mit 58:63 in Nördlingen und haben daher bei zwei verbleibenden Spielen nur noch zwei Siege Vorsprung auf den BC. Kommenden Samstag kommt es in Südniedersachsen zum direkten Duell.

Die Suche nach einem neuen Trainer

Auch Präsident Oliver Pohland und Vorstand Björn Backes zeigten sich nach dem geschafften Klassenerhalt erleichtert. Für sie und die weiteren BC-Verantwortlichen bedeutet er auch: Die Planungen für die nächste Saison können intensiviert werden. Zunächst gilt es, eine Nachfolgerin beziehungsweise einen Nachfolger für Trainer Patrick Unger (wird Nachwuchskoordinator bei Männer-Bundesligist Gießen 46ers) zu finden. Wer es wird, soll „in den nächsten Tagen“ feststehen, wie Backes sagte. „Mit Spielerinnen kann erst gesprochen werden, wenn der Trainer feststeht.“ An diesem Montag gebe es ein Gespräch mit einem Kandidaten, „danach wollen wir eine Entscheidung treffen“. „Wir wollen das Thema schnell erledigt haben“, ergänzte Pohland. Aus dem aktuellen Bundesliga-Kader stehen lediglich Theresa Simon und Mali Sola über die aktuelle Saison hinaus beim BC unter Vertrag, teilte Backes auf Anfrage mit.

Von Stefan Weisbrod

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