Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Blue-Dolphins-Fanclub verpasste fast ein Spiel
Sport Lokalsport Lokalsport Blue-Dolphins-Fanclub verpasste fast ein Spiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:58 31.12.2020
Ob zu Hause oder auswärts: Der Blue-Dolphins-Fanclub unterstützt den BC Marburg so gut es geht – so wie hier bei einer Auswärtsfahrt nach Wasserburg.
Ob zu Hause oder auswärts: Der Blue-Dolphins-Fanclub unterstützt den BC Marburg so gut es geht – so wie hier bei einer Auswärtsfahrt nach Wasserburg. Quelle: Privatfoto
Anzeige
Marburg

Von Marburg nach Halle – eine Strecke, die mehr als drei Stunden Autofahrt in Anspruch nimmt. Mit dem Bus dauert die Reise noch länger. Den Blue-Dolphins-Fanclub Marburg schrecken solch weite Auswärtsfahrten dennoch nicht ab.

Bei einem Auswärtsspiel gegen den SV Halle wollten die Fans im April 2009 die Basketballerinnen des BC Pharmaserv Marburg unterstützen. Der Vorsitzende des Fanclubs, Volker Elmshäuser, erinnert sich noch genau an diesen Tag: „Wir sind damals mit zwei Bussen nach Halle gefahren. Die Spielerinnen saßen im ersten Bus, die Fans im zweiten. Das Team kam auch gut durch, wir aber leider nicht.“

Grund dafür war ein Stau, der sich nach einem Unfall nördlich von Kassel gebildet hatte. So dauerte die Busfahrt schließlich sage und schreibe knappe sieben Stunden. „Die Spielerinnen sind pünktlich angekommen. Aber wir kamen erst zehn Minuten vor dem Ende der Partie in der Halle an. Das war wirklich ärgerlich“, sagt Elmshäuser.

Hallenbesuch als Belohnung für Tochter

Der Blue-Dolphins-Fanclub ist 2009 gegründet worden und hat aktuell etwas mehr als 80 Mitglieder. Die chaotische Halle-Fahrt ist einer der Gründe gewesen, warum einige Monate später der Fanclub gegründet wurde. Das Interesse des 52-Jährigen am Basketball wurde bereits früh geweckt. „Ich wollte als Jugendlicher selbst Basketball spielen, aber es fuhr nur zweimal am Tag ein Bus von meinem damaligen Wohnort Argenstein nach Marburg. Also konnte ich den Sport nicht weiter ausüben“, erinnert sich der Vorsitzende.

Nachdem seine älteste Tochter nicht mehr weiter Fußball spielen wollte, begann sie mit dem Basketball. „Da war bei mir sofort wieder das Feuer entfacht. Ich habe sie selbstverständlich dabei unterstützt. Bei guten Leistungen haben wir dann die Bundesliga-Spiele der Frauen zusammen in der Halle verfolgt“, berichtet Elmshäuser, der mittlerweile in Gießen lebt.

Immer mehr Eltern von Spielerinnen haben die Euphorie des Familienvaters geteilt. „Die Idee zu Auswärtsfahrten kam eigentlich wegen der Kinder. Die ersten Fahrten waren meist Familien-Reisen, also Eltern mit ihren Kindern“, sagt der Vorsitzende.

Der 52-Jährige hat noch nicht nachgerechnet, wie viele Kilometer er in diesen elf Jahren dem Team in Bus oder Auto hinterher gereist ist. An eine Kuriosität erinnert sich Elmshäuser aber noch genau: „Bei einer Fahrt nach Leipzig habe ich mich verrechnet, wir waren 41 Personen – also eine Person zu viel für den Bus. Ich habe mich dann die Hin- und Rückfahrt auf eine Kiste gesetzt.“

Vorfreude auf zwei besondere Partien

Besonders freut sich der Vorsitzende des Fanclubs auf die Auswärtsspiele gegen Saarlouis. „Egal, ob auswärts oder zu Hause. Die Partien gegen Saarlouis sind immer schön anzusehen, weil sie einen guten Basketball spielen und auf der Höhe unseres basketballerischen Niveaus sind. Es sind immer spannende Spiele“, stellt der Vorsitzende fest.

Auch die Spiele gegen Wasserburg gehörten zu den Saisonhighlights. „Wasserburg ist zwar sehr gut, aber es sind trotzdem immer attraktive Partien. Auch das Team und die Fans sind sehr umgänglich“, sagt der 52-Jährige.

In dieser Saison muss der Fanclub allerdings die Partien des Teams im Internet-Livestream verfolgen. „Wir hatten eine Begrüßungsfeier und einen Fan-Talk geplant, aber nichts konnte stattfinden“, bedauert Elmshäuser.

Von Leonie Rink