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Tolle Turnierwoche mit krönendem Abschluss
Tolle Turnierwoche mit krönendem Abschluss
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20:00 12.07.2021
Ob mit oder ohne Regenschirm: Die Zuschauerinnen und Zuschauer sahen bei den Marburg Open ein hochkarätiges Endspiel.
Ob mit oder ohne Regenschirm: Die Zuschauerinnen und Zuschauer sahen bei den Marburg Open ein hochkarätiges Endspiel. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Besser hätten die Marburg Open gar nicht enden können – jedenfalls in sportlicher Hinsicht: Es war ein hochdramatisches Endspiel, das sich Louis Weßels und Nick Hardt am Sonntag lieferten. Michaela Peters und Robin Löffler waren ebenso mitgerissen wie die Zuschauerinnen und Zuschauer am Center Court. „Toll, dass es so gelaufen ist“, sagte die Vorsitzende des veranstaltenden TV Marburg. Sie meinte damit nicht unbedingt den Sieg des Bielefelders Weßels, sie hätte dem Dominikaner Nick Hardt den Erfolg ebenso gegönnt. Peters meinte damit vor allem, dass das Wetter letztlich doch halbwegs mitspielte, ebenso wie Weßels Bein.

Es hätte fraglos auf die Stimmung gedrückt, es hätte sicherlich die Bilanz getrübt, hätte das Finale in der Tennishalle beendet werden müssen. Und noch ärgerlicher – nicht nur aus Sicht des Siegers – wäre es gewesen, hätte Weßels aufgrund muskulärer Probleme aufgeben müssen. Musste er nicht. Und der Regen hörte auch wieder auf, sodass nach rund anderthalbstündiger Unterbrechung im Freien weitergespielt werden konnte. Dass das Match dann in den dritten Satz und dort in den Tiebreak ging, dass sich die Kontrahenten Ballwechsel auf höchstem Niveau lieferten (die OP berichtete gestern ausführlich), war ein Bonbon. Für Peters und für Turnierdirektor Löffler war es eine zusätzliche Bestätigung, dass sich die Mühen in der Turnierwoche, aber auch schon in den Wochen und Monaten gelohnt haben – und nicht nur für sie.

Dutzende Helferinnen und Helfer sind im Einsatz gewesen, präparierten die Plätze, verkauften Würstchen und Getränke, fuhren die Spieler zur Anlage und zum Hotel, machten noch vieles mehr. Ihnen – allen, die dazu beigetragen haben, dass das Weltranglistenturnier möglich war – dankte Weßels bei der Siegerehrung, ihnen zollte auch der knapp unterlegene Hardt großen Respekt. Sie waren nicht die Ersten: So sprach etwa der Niederländer Daniel De Jonge, der mit seinem Landsmann Guy Den Ouden die Doppelkonkurrenz gewonnen hatte, von einem „super Event“. Er habe sich super angenommen und in Marburg sehr wohl gefühlt.

„So was hört man natürlich sehr gern“, sagte Löffler, der mit seiner Premiere als Turnierdirektor sehr zufrieden sein durfte. „Das Stresslevel war hoch, es war anstrengend“, sagte der Lehrer, der unter der Woche ständig zwischen der Tennisanlage und der wenige hundert Meter entfernten Elisabethschule pendelte. „Aber es hat auch viel Spaß gemacht.“ Das lag auch an der Zusammenarbeit mit Supervisor Patrick Mackenstein, die „super geklappt hat“.

Für Löffler und für Peters ist keine Frage: 2022 gibt es die nächste Auflage der Marburg Open innerhalb der Serie der International Tennis Federation (ITF) – möglichst in derselben, der höheren Kategorie mit insgesamt 25 000 US-Dollar Preisgeld. In diesem Jahr war das Turnier kurzfristig vom „15er“ zum „25er“ aufgewertet, die finanzielle Differenz weitgehend durch die ITF und den Deutschen Tennis-Bund (DTB) getragen worden. „Es werden wieder viele Gespräche nötig sein“, blickte Peters voraus.

Ändern könnte sich der Termin: Gern würden die TV-Verantwortlichen das Turnier eine Woche früher veranstalten, um der Tennis-Bundesliga aus dem Weg zu gehen, damit für noch mehr Spieler interessant zu sein. Und noch eine Veränderung ist geplant, wie Peters nach einer Woche mit mehreren Regentagen augenzwinkernd sagte: „Die Stelle des Beauftragten fürs Wetter besetzen wir nächstes Jahr neu.“

Von Stefan Weisbrod