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Lokalsport Bertholdt meldet sich zurück
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11:00 24.11.2020
Marie Bertholdt (Mitte, gegen die Braunschweigerinnen Margaret Mulligan und Eva Rupnik) steht beim BC Marburg vor der Rückkehr.
Marie Bertholdt (Mitte, gegen die Braunschweigerinnen Margaret Mulligan und Eva Rupnik) steht beim BC Marburg vor der Rückkehr. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Das Warten hat ein Ende: Dies gilt für die Bundesliga-Frauen des BC Pharmaserv Marburg im Allgemeinen – und für Marie Bertholdt, Kapitänin der Blue Dolphins, im Besonderen. Wegen der Quarantäne des Teams infolge von Corona-Infektionen und wegen eines personellen Engpasses fielen die vergangenen drei Bundesliga-Spiele des BC aus (die OP berichtete); das morgige Nachholspiel (20 Uhr) in der zweiten Runde des DBBL-Pokals bei Zweitligist Capitol Baskets Düsseldorf ist somit die erste Partie seit dem 76:55-Sieg gegen die Saarlouis Royals am 24. Oktober. Fast 13 Monate stand Bertholdt wegen eines Kreuzbandrisses im Knie nicht mehr auf dem Spielfeld.

„Ich bin einsatzfähig – und fühle mich auch fit im Kopf“, sagt die 25-Jährige im Gespräch mit der OP. Zuletzt weilte Bertholdt vier Wochen in Wasserburg, unterzog sich dort einer Reha und trainierte in der Halle mit Sidney Parsons, die auch Trainerin von Ligakonkurrent TSV Wasserburg ist.

„Der Aufenthalt hat mir viel geholfen. Ich habe große Fortschritte gemacht“, erzählt Bertholdt, die beim BC seit etwas mehr als einer Woche „voll im Training“ und zufrieden damit ist, wie es seit ihrer Rückkehr läuft. „Es geht besser als ich es erwartet hatte“, sagt die Deutsch-Amerikanerin. Zuletzt war sie eine von nur vier Spielerinnen, die einsatzfähig waren.

An normales Training war für Headcoach Julian Martinez und seine Schützlinge also eher nicht zu denken. Bertholdt nimmt dies betont gelassen. „Die Saison ist schwierig wegen Corona, jeden Tag können neue Infos hereinflattern, wie es weitergeht. Das führt natürlich zu einer gewissen Unsicherheit. Aber wir müssen trotzdem fokussiert bleiben“, fordert Bertholdt – und sieht die Pokalpartie als gute Gelegenheit, wieder in den Rhythmus zu finden.

Zumindest etwas besser im Rhythmus ist das Team aus Düsseldorf. Der Ligakonkurrent der Young Dolphins, der Marburger zweiten Mannschaft, gewann seine Partien in der 2. Bundesliga Nord gegen die Chemcats Chemnitz (59:44) und das BBZ Opladen (78:63) und verlor gegen die Hurricanes Rotenburg/Scheeßel (72:78). „Ich glaube, der Pokal ist gar nicht schlecht für uns, um wieder hereinzufinden“, sagt Bertholdt, die jedoch davor warnt, die Partie als Testspiel zu sehen: „Den Gegner darf man nicht unterschätzen, das wäre gefährlich.“ Gegen die Capitol Baskets müsse man alles geben, das Spiel nutzen, um „als Mannschaft zusammenzufinden“ und die Systeme einzuspielen.

Der Fokus liegt also mehr auf dem eigenen Tun als auf dem Kontrahenten, gegen den Bertholdt nach mehr als einem Jahr Verletzungspause ihr Comeback geben dürfte. „Explizit darüber gesprochen habe ich zwar mit dem Trainer noch nicht“, sagt die Flügel- und Center-Spielerin, „ich denke aber schon, dass geplant ist, dass ich ein paar Minuten teste.“

Von Marcello Di Cicco