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Lokalsport Basketballerinnen und andere Sportler müssen ausweichen
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20:01 09.03.2022
In der Marburger Georg-Gaßmann-Halle wird in näherer Zukunft wohl kein Basketball gespielt werden.
In der Marburger Georg-Gaßmann-Halle wird in näherer Zukunft wohl kein Basketball gespielt werden. Quelle: Themenfoto: Thorsten Richter
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Marburg

Es gibt wichtigeres als Sport – das heben auch alle hervor, mit denen die OP gestern darüber gesprochen hat, dass durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf in den beiden Sporthallen am Georg-Gaßmann-Stadion in Marburg, in der Hinterlandhalle in Dautphe und in einer Turnhalle in Cölbe Notunterkünfte zur kurzfristigen Unterbringung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine eingerichtet werden.

Das Verständnis ist vorhanden, gleichwohl stellt sich nun für Sportlehrerinnen und -lehrer sowie für Verantwortliche von Vereinen die Frage, ob und wo Mannschaften, Schülerinnen und Schüler, Athletinnen und Athleten aktiv sein können. Auch beim BC Marburg mit seinen Bundesliga-Teams muss man sich damit beschäftigen. Denn normalerweise spielen Erstliga- und Zweitliga-Frauen sowie U-18-Bundesliga-Juniorinnen wie auch die übrigen Teams in der Georg-Gaßmann-Halle, die voraussichtlich in wenigen Tagen nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Auch BC Marburg muss ausweichen

Schulsport soll nun möglichst draußen, Hallensport an anderen Stätten stattfinden. Auch die Bundesliga-Basketballerinnen müssen ausweichen. Allerdings sind in Marburg nur die beiden Hallen am Sportpark – die Georg-Gaßmann-Halle sowie die größere Sporthalle der Kaufmännischen Schulen – technisch für Bundesliga-Spiele ausgestattet. „Wir suchen nach Alternativen“, sagt Vorstandsmitglied Stefan Gnau der OP. Denkbar sei, nicht nur fürs Training, sondern auch für Spiele in die Richtsberghalle oder in die Sporthalle des Gymnasium Philippinum auszuweichen. Die Zuschauerkapazität wäre geringer, zudem müssten Anlagen wie eine Anzeigetafel mit den notwendigen Informationen und 24-Sekunden-Uhren installiert werden. „Es gibt Möglichkeiten, die nötige Ausrüstung auszuleihen“, erklärt Gnau.

Denkbar sei auch, für die Partien etwa in die Gießener Sporthalle Ost, in der die Bundesliga-Basketballer der Gießen 46ers ihre Partien austragen, umzuziehen, so Gnau. Das Marburger Erstliga-Team hat zu Hause noch ein Hauptrunden-Spiel und mindestens eine Begegnung in den Play-offs auszutragen, die Zweitliga-Mannschaft drei Hauptrunden-Partien plus möglicherweise weitere Spiele in der Abstiegsrunde.

Der Landkreis folgt mit der Einrichtung der Notunterkünfte einem Einsatzbefehl des Landes Hessen, Plätze für bis zu 1 000 Personen bereitzustellen. Man habe sich bewusst für eine Unterbringung in Sporthallen statt in Zelten entschieden, teilte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow mit, „da wir davon ausgehen, dass überwiegend Frauen mit Kindern sowie ältere Menschen auf der Flucht sind. Zudem haben die geflüchteten Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit Dinge erlebt, die eine Unterbringung in geschützter und abgeschirmter Umgebung notwendig machen.“

Von Stefan Weisbrod