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Lokalsport Steffi Wagner will zurück aufs Parkett
Sport Lokalsport Lokalsport Steffi Wagner will zurück aufs Parkett
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14:41 12.02.2021
Verletzungsbedingt nicht aktiv, bei den Spielen des BC Pharmaserv aber dennoch dabei: Steffi Wagner (rechts; dahinter Cheftrainer Christoph Wysocki).
Verletzungsbedingt nicht aktiv, bei den Spielen des BC Pharmaserv aber dennoch dabei: Steffi Wagner (rechts; dahinter Cheftrainer Christoph Wysocki). Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Es schmerzt. Nicht mehr so sehr im Knie, immerhin kann sie wieder schmerzfrei gehen. Aber selbst auf dem Parkett zu stehen, zu trainieren, mit den Blue Dolphins um Bundesliga-Punkte zu spielen, das fehlt Stephanie Wagner. Seit mehr als einem halben Jahr ist für die 30-Jährige, die fast jeder, der sie kennt, Steffi nennt, an Leistungssport nicht zu denken. Zwischenzeitlich, erzählt sie im Gespräch mit der OP offen, hatte sie die Sorge, nie wieder Basketball spielen zu können. Inzwischen ist sie optimistischer.

Im Juni vergangenen Jahres machte Wagner etwas Athletiktraining. Plötzlich, bei einem Absprung, schoss es ihr „wie ein Messerstich“ ins Knie. Es war der Beginn einer Leidenszeit, deren Ende nicht wirklich absehbar ist. Sie konnte nicht mehr schmerzfrei laufen, geschweige denn Sport treiben. Sie ließ sich untersuchen, ein Knorpelschaden wurde diagnostiziert.

Konservative Behandlung bringt keinen Erfolg

Zunächst wurde eine konservative Behandlung versucht, brachte aber nicht die erhoffte Wirkung. Im August ließ sich die 91-fache deutsche Nationalspielerin operieren, begann eine Reha – wieder nicht mit dem gewünschten Erfolg. Ein Knochenödem hatte sich gebildet. Die Flügelspielerin befürchtete, ihre Karriere könnte zu Ende sein.

„Hätte ich einen Bänderriss, wüsste ich, dass die Bänder zusammenwachsen müssen“, sagt sie. „Bei meiner Verletzung kann ich nur von Tag zu Tag schauen und sehen, wie es mir geht.“ Zumindest geht es ihr nun wieder etwas besser, nachdem sie das lädierte Knie im November und Dezember noch einmal komplett entlastet hatte.

Ihre Hoffnung, dass es ihr möglichst bald wieder richtig gut geht, dass sie aufs Parkett zurückkehren, mit ihren Teamkameradinnen Basketball spielen kann, ruhen nicht zuletzt auf Hansi Friedl. Den Physiotherapeuten kennt Wagner aus ihrer Zeit beim TSV Wasserburg sowie aus der Nationalmannschaft, ist nun bei ihm in Behandlung, reist dafür regelmäßig nach Oberbayern. „Ich muss ihm vertrauen, ich vertraue ihm auch“, sagt sie. „Er hat einen Plan, den verfolgen wir jetzt.“

Unterstützung der Trainer bei der Spielvorbereitung

Die Reha hat für sie Priorität. Parallel hilft sie aber ihrem Team auf andere Art, so gut sie kann. Chefcoach Christoph Wysocki und Mitglieder des Vorstands sprachen sie an, ob sie das Trainerteam, zu dem auch Frank Arnold gehört, unterstützen könne und wolle. Sie kann und will, nicht nur mit Tipps vom Spielfeldrand während der Partien, auch im Bereich der Spielvorbereitung.

„Ich habe einen anderen Blickwinkel und sehe vielleicht andere Sachen, die uns helfen können“, sagt sie. Dafür schaut sie sich Videos von Spielen der jeweils nächsten Gegner an, erstellt Scoutingreports für Wysocki und Arnold, schneidet Sequenzen für die Spielerinnen zusammen. „Das habe ich vorher auch noch nie gemacht, aber ich fuchse mich da so rein.“

Ein Schritt in Richtung einer eigenen Trainerlaufbahn? „Generell“, antwortet Wagner, könne sie sich das „auf jeden Fall“ vorstellen, erzählt, dass sie vor einigen Jahren schon einmal Jugendteams gecoacht hatte. Aktuell beschäftigt sie sich damit aber nicht, denn: „Immer, wenn ich die Mädels spielen sehe, kribbelt es. Ich will selbst bald wieder spielen.“

Von Stefan Weisbrod