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Lokalsport Steffi Wagner ist zurück
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09:00 10.04.2021
Steffi Wagner.
Steffi Wagner. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Am Sonntagnachmittag beginnt für die Marburger Bundesliga-Basketballerinnen die Halbfinalserie um die Deutsche Meisterschaft. Um 16 Uhr gastieren sie im ersten Spiel der „Best of Three“-Serie bei den Rutronik Stars Keltern – dem Topfavoriten auf den Titel. Für Steffi Wagner ist es in gewisser Weise eine Reise in die Vergangenheit, spielte sie doch in der Saison 2016/2017 selbst für den Club aus Baden-Württemberg. Ihr Fokus liegt aber auf dem Hier und Jetzt, auf der Chance, die sich den Blue Dolphins bietet: Erstmals seit 2003, als die Meisterschaft zum ersten und bislang einzigen Mal nach Marburg ging, soll der Einzug in die Finalserie gelingen. Die 30-Jährige will ihren Beitrag dazu leisten – auch wenn es nach langer Verletzungspause nur ein kleiner sein kann. Mit der OP spricht die Flügelspielerin über ...

... ihren ersten Einsatz nach mehr als einem Jahr: „Ich war vorher schon nervöser, als ich das sonst von mir kenne“, erzählt sie. Als sie an der Göttinger Halle ankam, erinnerte sie sich ans Spiel Anfang März 2020 an gleicher Stelle, ihr zuvor letztes. „So gesehen hat sich der Kreis geschlossen.“ Sie habe dann versucht, wie in den vergangenen Wochen und Monaten ihren „Job“ zu machen, ihre Teamkameradinnen von außen zu unterstützen. Als Trainer Christoph Wysocki im dritten Viertel ihren Namen rief, dachte sie nur „so, jetzt geht’s los“. Dass der BC zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich führte, habe es ihr ein Stück weit leicht gemacht. „Aber man will natürlich die Sachen, die man gut kann, dann auch gut machen“ – das gelang ihr. Vier Punkte erzielte sie in gut sechs Minuten Einsatzzeit, holte zudem zwei Rebounds. „Es war ein tolles Gefühl, wieder mittendrin zu sein.“

... ihre Verletzung: Zwischenzeitlich hatte die 30-Jährige Sorgen, nie wieder Sport mit Leistungsanspruch betreiben zu können. „Es ist ein Knorpelschaden, der geht nicht weg. Ich spüre, dass im Knie etwas nicht so ist, wie es sein sollte.“ Aber, und das gab den Ausschlag, sie konnte die komplette Woche ohne Einschränkungen trainieren. „Wie es sich entwickelt, muss man sehen. Bislang sieht es gut aus. Ich hoffe, dass es so bleibt.“

... ihre Aussichten auf mehr Einsatzzeiten in den Halbfinalspielen: „Ich fühle mich bereit, zu spielen, wenn ich gebraucht werde“, sagt sie, hätte aber auch kein Problem damit, nicht oder nur wenig zum Einsatz zu kommen: „Die Entscheidung trifft der Trainer. Die, die zuletzt gespielt haben, haben einen super Job gemacht. Wenn ich ihnen auf dem Parkett helfen kann, freue ich mich.“

... die bevorstehende Serie gegen Keltern: Den Druck habe nicht das Marburger Team, den habe der Gegner, der die Hauptrunde souverän als Erster abgeschlossen hatte, meint Wagner, schiebt ein großes „Aber“ hinterher: „Wir haben gezeigt, was in dem Team steckt, was wir leisten können. Wir wissen, dass wir uns vor keinem Gegner zu verstecken brauchen, auch vor Keltern nicht.“ Die Flügelspielerin erinnert an das Heimspiel der regulären Saison gegen die „Sterne“ Ende Januar, in dem der BC bis kurz vor Schluss führte und letztlich extrem unglücklich mit 67:68 unterlag: „Da hätten wir schon gewinnen können. Seitdem haben wir uns weiterentwickelt und einen Lauf gestartet. Wir brauchen auf keinen Fall Angst zu haben.“

... Spiele ohne Zuschauer: „Wir haben uns leider daran gewöhnt, dass keine Zuschauer dabei sind“, sagt sie. Die Stimmung fehle ihr: „Wir haben ein Playoff-Heimspiel und es fühlt sich fast so an wie bei einem Testspiel. Ich glaube, gerade nach dem, was wir geschafft haben, wäre die Halle extrem voll.“ Auch für die Fans sei es „sehr schade, dass sie nicht in der Halle miterleben können, wie wir spielen“. Sie hoffe, sagt Wagner, dass die Anhänger trotzdem mitfiebern, wenn auch nur vorm Bildschirm. „Auch für sie wollen wir guten Basketball spielen und erfolgreich sein.“

Termine: Sonntag um 16 Uhr, in Keltern; Freitag, 16. April, 19 Uhr, in Marburg; falls nötig Sonntag, 18. April, in Keltern..

Von Stefan Weisbrod