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Lokalsport Marie Bertholdt: „Bin froh, dass ich geimpft bin“
Sport Lokalsport Lokalsport Marie Bertholdt: „Bin froh, dass ich geimpft bin“
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10:00 20.11.2021
Fühlt sich nach ihrer Corona-Erkrankung wieder fit: Marie Bertholdt (Mitte).
Fühlt sich nach ihrer Corona-Erkrankung wieder fit: Marie Bertholdt (Mitte). Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter
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Marburg

Sie fühlt sich wieder gut. Mehr als zwei Wochen sind vergangen, seit Marie Bertholdt aus der Corona-Quarantäne entlassen wurde. Die Folgen ihrer Erkrankung wirkten nach. Beim Heimspiel gegen die Rheinland Lions am vorvergangenen Wochenende war sie dabei, aber längst nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Anschließend hätte sie für Deutschland gegen Nordmazedonien und gegen Belgien spielen sollen. Sie sagte die Länderspiele ab. „Das hätte keinen Sinn gehabt.“

Die Kapitänin der Blue Dolphins ist vollständig gegen Corona geimpft, ebenso wie ihre Teamkameradinnen. Doch nicht nur sie, auch Steffi Wagner und Theresa Simon infizierten sich trotzdem mit dem Virus, hatten mit Symptomen zu kämpfen. Sie braucht gar nicht danach gefragt zu werden, sie kommt auf das Thema selbst zu sprechen: „Es ist mir ganz wichtig zu sagen, dass die Impfung trotzdem etwas gebracht hat. Ich bin froh, geimpft zu sein“, denn: „Ich habe vor einem Jahr gesehen, wie es Leute erwischen kann, die nicht geimpft sind.“ Damals hatten sich bereits drei Spielerinnen aus dem damaligen Kader infiziert, waren teilweise deutlich schwerer erkrankt. „Im Vergleich dazu war das, was ich hatte, nur ein nerviger Schnupfen. Das ist ein heftiger Unterschied.“

Es fehlte an Kraft

Ein bisschen mehr als ein Schnupfen ist es aber eben doch gewesen. Nach wenigen Tagen in Quarantäne merkte sie, dass ihr körperlich die Kraft fehlte: „Ich habe ein eigentlich leichtes Workout gemacht. Danach habe ich mich gefühlt, als wäre ich gerade einen Marathon gelaufen.“ Auf dem Ergometer spulte die 26-Jährige einige Kilometer ab, mit Gewichten arbeitete sie, viel ging aber nicht. „Es hat ein bisschen gedauert, bis ich wieder reingekommen bin“, sagt die Flügelspielerin offen. Im Rheinland-Spiel (59:65-Niederlage) war ihr das anzumerken. Seitdem sind zwei Wochen vergangen. „Jetzt bin ich wieder da, wo ich sein will“, sagt die Deutsch-Amerikanerin.

Umso wichtiger ist das, da die personelle Situation ohnehin angespannt ist. Die neue Centerin Joanna Grymek kann aufgrund ihres doppelten Bänderrisses im rechten Fuß bislang nur eingeschränkt trainieren. Ob Spielmacherin Alex Wilke, die mit einem hartnäckigen grippalen Infekt zu kämpfen hat, mitwirken kann, ist fraglich. „Wir müssen die Situation nehmen, wie sie ist“, sagt Bertholdt, verspricht: „Die, die dabei sind, werden alles geben. Natürlich wollen wir das Spiel gewinnen.“

Blue Dolphins wollen ihr Punktekonto ausgleichen

Nach der Länderspielpause stehen für die Marburger Bundesliga-Basketballerinnen richtungsweisende Wochen bevor: Noch neun Pflichtspiele muss der BC Pharmaserv in diesem Jahr bestreiten. Und Ziel wird sein, Silvester auf einem recht sicheren Playoff-Platz und als Pokal-Viertelfinalist zu feiern.

Zunächst geht es an diesem Samstag darum, das Punktekonto in der Bundesliga auszugleichen. Nach sieben ausgetragenen Spielen stehen drei Siege und vier Niederlagen zu Buche – nicht das, was man sich vor Saisonbeginn vorgestellt hatte, allerdings auch der zwischenzeitlich prekären Personallage geschuldet.

Als Achter gehen die Blue Dolphins auf dem Papier als Außenseiter in die Begegnung mit den Eisvögeln des USC Freiburg, die mit sechs Siegen aus acht Partien auf Platz vier stehen, mit entsprechend großem Selbstvertrauen ausgestattet sein dürften. Einen großen Anteil am bislang starken Abschneiden hat die Japanerin Shiori Yasuma, die regelmäßig mehr als 20 Punkte erzielt.

BC-Coach Christoph Wysocki ließ zuletzt im Training neben Basketball auch Fußball, Handball und Volleyball spielen. „Es ging darum, in Bewegung zu kommen und Spaß zu haben. Den hatten wir.“ Die gute Laune soll bleiben: Ein Sieg gegen Freiburg würde dazu beitragen. sw

Von Stefan Weisbrod