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Lokalsport Marburg kämpft um Spitzenplatz
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19:37 04.12.2019
Die Marburgerin Stephanie Wagner (rechts, gegen Freiburg) fällt am Mittwoch gegen Brno verletzt aus. Quelle: Jens Schmidt
Marburg

Anscheinend fühlt sich das Verletzungspech in dieser Saison beim BC Marburg pudelwohl. Denn es hält den „Delfinen“ seit mehreren Wochen die Treue.

Nachdem es bereits Alex Kiss-Rusk, Marie Bertholdt und Kim Winterhoff erwischt hat, fällt nun gegen BK Zabiny Brno auch Stephanie Wagner aus. „Sie kann zwar nicht spielen, aber es ist nicht ganz so schlimm“, hält sich ihr Trainer Patrick Unger bedeckt.

Ob der Misere scheint der Coach außerdem ein wenig den Überblick verloren zu haben – wer will es ihm verdenken. Er muss kurz überlegen: „Ich weiß gar nicht genau, wie viele Spielerinnen zur Verfügung stehen. Ich meine es sind acht oder neun.“ Darin nicht eingerechnet Katlyn Yohn.

Yohn wird in Marburg erwartet

Die US-Amerikanerin, die ihre Karriere eigentlich in Australien ausklingen lassen wollte, aber überredet worden war, noch einmal das Trikot des BC überzustreifen, wird am Mittwoch in Marburg erwartet. Ein Einsatz vorbehaltlich der endgültigen Spielberechtigung käme gegen Brno jedoch zu früh.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass Yohn am kommenden Sonntag im Bundesliga-Spiel in Hannover für den BC auf Korbjagd gehen wird. Bis dahin ziehen Ungers Spielerinnen an einem Strang, zumal das Pech der einen die Chance für andere ist. Jede Spielerin im Kader hat den Anspruch, auf dem höchsten Niveau zu spielen. Auch wenn sie aus der zweiten Reihe kommt.

BC-Trainer sieht noch Luft nach oben

Zwei Trainingseinheiten am Montag, ebenso viele am Dienstag. Aber Unger dosiert. „Da muss man aufpassen und es gut steuern. Aber das gelingt uns eigentlich ganz gut“, befindet der Coach. Er ist gefordert, mit dem reduzierten Aufgebot Strategien zu entwickeln, um das Beste aus dem Team herauszukitzeln.

Das Optimum erreichte das Team laut Unger auch beim nationalen Pokalspiel am vergangenen Samstag beim 82:72-Sieg gegen Heidelberg noch nicht. „Da waren wir bei 60 Prozent unserer Leistungsfähigkeit“, sagte Unger. Es ist also noch viel Platz für Verbesserungen. Und der soll nach Möglichkeit am Mittwochabend gegen das Team aus dem tschechischen Brünn ausgefüllt werden.

Ein Gegner mit großer Vergangenheit

In den 2000er-Jahren genoss der Klub große Erfolge und gewann zwischen 2000 und 2010 die tschechische Meisterschaft – sage und schreibe neun Mal. Derzeit rangiert das Team im Ligabetrieb allerdings nur im Mittelfeld der Tabelle. Übrigens zwei Plätze vor dem SBS Ostrava, der in derselben Pokalgruppe wie der BC und Brno vertreten ist. Wie auch die „Delfine“ sind die Gäste bisher ungeschlagen. Mit einem Heimsieg könnten die Gastgeber dem BK die Tabellenführung abjagen.

Unger hat Respekt vor dem Gegner und sagt, dass es keine einzelne Ausnahmespielerin gibt, auf die sich sein Team beispielsweise bei der Defensivarbeit konzentrieren könnte. „Die haben zwölf Spielerinnen, die alle gut sind. Da ist egal, wer spielt“, meint er und fügt an: „Sie sind sehr groß und spielen schnell nach vorn. Außerdem verteidigen sie sehr aggressiv.“ Von seinem Team möchte Unger vor allem dieselbe positive und kämpferische Einstellung sehen wie gegen Heidelberg.

von Michael E. Schmidt
 und Benjamin Kaiser

Tabelle und Spieltag

CEWL, Gruppe B

1. Basket Zabiny Brno: 3 Spiele, Bilanz 3:0
2. BC Pharmaserv Marburg: 2 / 2:0
3. Spirou Ladies Charleroi: 3 / 1:2
4. SBS Ostrava: 4 / 1:3
5. CSM Satu Mare: 2 / 0:2

Nächste Spiele:
BC Pharmaserv Marburg - Basket Zabiny Brno (Mi, 20 Uhr, kleine Georg-Gaßmann-Halle),
Spirou Ladies Charleroi - CSM Satu Mare (Mi., 20.30 Uhr). 

Die beiden ersten Teams kommen weiter.