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Lokalsport Einer der besten Trainer Europas
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15:58 28.08.2019
„Basketball ist meine Leidenschaft“, sagt Patrick Unger. Das beweist der Trainer regelmäßig an der Seitenlinie des BC Marburg und der deutschen Frauennationalmannschaft. Quelle: Nadine Weigel / Archiv
Marburg

Patrick Unger ist erschöpft und stolz: Als einer von 52 Teilnehmern hat er das Europe Coaching Certificate, das höchste europäische Trainer­zertifikat des Basketballverbandes Fiba, erhalten.

Während der vergangenen drei Sommer hat er an jeweils zehntägigen Seminaren bei Junioren-Europameisterschaften in Montenegro, Litauen und zuletzt im israelischen Tel Aviv teilgenommen.

Die Kurse starteten am frühen Morgen und gingen teilweise bis nachts um 2 Uhr. „Wir haben quasi 24 Stunden nur über Basketball geredet“, sagt Unger.

1.000 Euro – und ein besonderes Praktikum

Das ist der Trainer des BC Marburg und der Frauenbasketball-Nationalmannschaft in seiner Heimat auch gewohnt, wie er sagt. Nicht aber die zusätzlichen Hausarbeiten in den Wintermonaten.

Doch die harte Arbeit hat sich für Unger ausgezahlt. Nach der Abschlussprüfung bestehend aus einer Abschlussarbeit, einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung sowie einer praktischen Demonstration, ­wurde Unger als einer der vier Lehrgangsbesten ausgezeichnet. Der Basketballlehrer ist damit auch offiziell einer der besten Trainer Europas.

Doch nicht nur das: Als Belohnung erhielt er von der Fiba 1.000 Euro – und darf zudem ein Praktikum bei einem der ganz Großen des europäischen Basketballs machen. Unger darf entweder bei Real Madrids ­Trainer Pablo Laso oder FC Barcelonas Coach Svetislav Pesic 
eine Woche lang hospitieren. Beide Basketballlehrer lernte er bereits während des Programms kennen. Pesic war zudem Mentor des Projekts und von Anfang an dabei.

Einer von zwei 
deutschen Teilnehmern

Wann genau und zu welcher Basketball-Größe Unger reist, ist noch nicht klar. Der ­straffe Terminplan der beiden Euro-League-Teams ist ebenso ­üppig gefüllt wie der des zweifachen Trainers. Unger weiß nur: Es soll sich für ihn auch lohnen. „Ich möchte auch beim Training 
dabei sein“, sagt er.

Neben dem zweifachen Euro­league-Sieger und fünfmaligen spanischen Meister Laso sowie dem ehemaligen Bundestrainer Svetislav Pesic war auch Igor Kokoskov beim Abschlussseminar in Tel Aviv zugegen. Der gebürtige Serbe wurde 2017 mit Slowenien Europameister und coachte in der vergangenen Saison die Phoenix Suns in der nordamerikanischen Profi­liga NBA. Kokoskov war damit der erste Cheftrainer einer NBA-Mannschaft, der nicht in den USA geboren oder groß geworden ist.

Um an dem Zertifizierungs-Programm teilzunehmen, mussten Trainer von ihren nationalen Verbänden mit Hilfe der 
nationalen Trainerverbände nominiert und von der Fiba zugelassen werden. Unger nahm als einer von zwei Deutschen teil.

von Tobias Kunz