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Lokalsport Blue Dolphins treffen auf Ex-Marburgerin
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21:50 24.11.2019
Die frühere Marburgerin Luana Rodefeld (links; hier in einem Spiel im Jahr 2017 gegen Finja Schaake) ist am Sonntag mit den Eis­vögeln Freiburg beim BC Pharmaserv zu Gast. Quelle: Miriam Prüßner/Archiv
Marburg

Die Länderspielpause ist vorbei, für den BC Pharmaserv steht bis Weihnachten ein knüppelhartes Programm an: Binnen vier Wochen müssen die Blue Dolphins acht Spiele in Bundesliga, im nationalem Pokal und auf internationaler Bühne in der Central Europe Women League bestreiten.

„Das wird tough“, sagt Marburgs Trainer Patrick Unger. „Aber es macht auch Spaß. Jeder spielt lieber als zu trainieren.“ Der Fokus liegt allerdings ausschließlich auf der kommenden Partie: Am Sonntag (17 Uhr) sind die Eisvögel aus Freiburg in der Georg-Gaßmann-Halle zu Gast.

Nach drei „völlig unnötigen“ (Unger) Niederlagen in Folge – 65:74 beim amtierenden Meister Herner TC nach starker erster und schwächerer zweiter Hälfte, 85:88 gegen Tabellenführer Rutronik Stars Keltern nach Führung bis weit ins Schlussviertel und zuletzt 79:85 nach Verlängerung gegen die Panthers Osnabrück – ist der BC auf den siebten Tabellenplatz abgerutscht. Der Trainer richtet den Blick daher zurzeit eher nach unten als nach oben: „Die Abstiegsplätze kommen näher. Wir könnten zwei Punkte natürlich gut gebrauchen, aber die aktuelle Personallage macht das noch schwerer.“

Programm bis Jahresende

Sonntag, 24. November, 17 Uhr: Eisvögel USC Freiburg (Bundesliga, H).

Mittwoch, 27. November, 20 Uhr: SBS Ostrava (CEWL, A).

Samstag, 30. November, 19 Uhr: BasCats USC Heidelberg (DBBL-Pokal, H).

Mittwoch, 4. Dezember, 20 Uhr: BK Zabiny Brno (CEWL, H).

Sonntag, 8. Dezember, 16 Uhr: TK Hannover (Bundesliga, A).

Mittwoch, 11. Dezember, 20.30 Uhr: Spirou Ladies Charleroi (CEWL, A).

Samstag, 14. Dezember, 19 Uhr: TSV Wasserburg (Bundesliga, A).

Samstag, 21. Dezember, 19 Uhr: Herner TC (Bundesliga, H).     

Marie Bertholdt (Knie) und Alex Kiss-Rusk (Schulter), die sich beide im Keltern-Spiel schwer verletzten, fehlen langfristig. Nachwuchsspielerin Lisa Kiefer muss aufgrund eines kleineren operativen Eingriffes passen, die Doppellizenzspielerinnen Luzie Hegele und Lisa Bonacker sind am Sonntag mit Grünberg in der zweiten Liga im Einsatz.

Auch Katie Yohn, die von 2015 bis zum Ende der vergangenen Saison in Marburg spielte, im Sommer in Australien aktiv war und eigentlich ihre Karriere beenden wollte, wird noch nicht dabei sein; die US-Amerikanerin, die nachverpflichtet wurde, wird Anfang Dezember in Marburg erwartet.

Immerhin kehrt Joey Klug nach ihrem Bänderriss ins Team zurück. „Sie hat voll mittrainiert, bei ihr sieht es gut aus“, berichtet Unger.

Ob Kim Winterhoff zum dritten Mal in dieser Spielzeit in der Bundesliga aushilft – aus beruflichen Gründen will sie kürzertreten und gehört daher zum Stammkader der zweiten Mannschaft –, lässt der Coach offen und verweist auf die Regelung, nach der die 24-Jährige nicht mehr in der Regionalliga eingesetzt werden dürfte, sollte sie mehr als fünf Erstliga-Spiele bestreiten: „Wir müssen darüber sprechen und schauen, was die beste Lösung ist.“

Hintergrund

Marie Bertholdt spricht über ihre Verletzung.

Spieltag und Tabelle.

Lösungen gilt es am Sonntag dann auch auf dem Parkett zu finden. Die Blue Dolphins seien schon unter „normalen Umständen“ nicht der Favorit gegen „aggressiv spielenden Freiburgerinnen“, meint Unger.

„Durch die Ausfälle fehlt uns die Größe unter den Körben.“ Aber: „Wir haben gegen Osnabrück mit ähnlichen Voraussetzungen gezeigt, dass wir mit großem Einsatz nicht chancenlos sind.“

Die Eisvögel liegen in der Tabelle mit drei Siegen und fünf Niederlagen als Achter direkt hinter den Blue Dolphins (drei Siege, vier Niederlagen). Vor der Länderspielpause gewann des USC mit 69:66 gegen Göttingen, davor gab es ebenso knappe Niederlagen in Osnabrück (76:79 nach Verlängerung) und gegen Wasserburg (69:72). Neben den US-Amerikanerinnen Samantha Fuehring (19,4 Zähler pro Spiel), Cassandra Breen (15,5) und Alexa Hart (13,8) punktet auch Luana Rodefeld (11,8) im Schnitt zweistellig.

Rodefeld „hat sich krass entwickelt“

Die Flügelspielerin bestritt zwischen 2014 und 2016 zwölf Partien für den BC. Inzwischen gehört sie zum Nationalteam. Bei den Länderspielen gegen Nordmazedonien (105:40-Sieg) und in Kroatien (86:93-Niederlage) fehlte sie aufgrund von Magen-Darm-Beschwerden, ist aber wieder einsatzbereit, wie Unger, der auch Nationaltrainer ist, weiß. „Sie ist nicht mehr die Spielerin, die bei uns war. Sie hat sich krass entwickelt“, lobt der BC-Coach die 21-Jährige – und hofft, dass sie am Sonntag nicht zeigt, was sie kann.

von Stefan Weisbrod