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Lokalsport BC Marburg mit voller Kraft in die Playoffs
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00:17 02.04.2019
Alex Kiss-Rusk (rechts) kommt beim 60:51-Heimsieg des BC Marburg in der Bundesliga-Hauptrunde gegen Hannovers Ivana Brajkovic zum Wurf. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Bundesliga-Hauptrunde ist vorbei. Am Sonntag, 31. März, geht die Saison für den BC Pharmaserv Marburg mit dem ersten Playoff-Spiel gegen den TK Hannover so richtig los.

Dreimal hatten es die Blue Dolphins in dieser Saison bereits mit dem TK Hannover zu tun. Dreimal setzten sich die Marburgerinnen recht klar mit mindestens neun Punkten Unterschied durch, zweimal in der Liga und auch im Pokal-Achtelfinale.

Trotzdem erwartet BC-Trainer Patrick Unger am Sonntag (16 Uhr, Gaßmann-Halle) im ersten der maximal drei Viertelfinalbegegnungen keinen Selbstläufer: „Das wird bis zum Schluss ein offenes Spiel mit ­offenem Visier.“

Den bisherigen Aufeinandertreffen will Unger nicht die ganz große Bedeutung beimessen. Schließlich habe nur in einem der Spiele in Dorothea Richter die neue Trainerin die Niedersachsen betreut. Bis Ende vergangenen Jahres hatte David Bunts die Verantwortung. Er wurde entlassen, um doch noch das sportliche Ziel zu erreichen. Geholfen hat es Hannover nicht, Platz vier – und damit Heimrecht in der ersten Playoff-Runde – wurde verfehlt.

Paige Bradley wieder fit

Einen Unterschied hat Patrick Unger dennoch bemerkt: „Es wirkt alles organisierter als vorher. Sie spielen mit mehr Tempo.“ Zudem habe Hannover den Vorteil gehabt, sich zwei Wochen gezielt auf den BC vorzubereiten. „Sie haben sich sicher ein paar Sachen ausgedacht, auf die wir nicht vorbereitet sind“, mutmaßt Unger.

Für Marburg spricht, dass zum Playoff-Start alle Spielerinnen fit uns einsatzbereit sein werden. Auch Paige Bradley ist wieder voll im Training. Bei der Pokalendrunde war die amerikanische Aufbauspielerin am vergangenen Sonntag im Spiel um Platz drei (108:92 gegen die Eisvögel Freiburg) in der zweiten Hälfte umgeknickt und danach nicht mehr zum Einsatz gekommen. „Eine Vorsichtsmaßnahme“, wie Unger erklärte.

Playoff-Viertelfinale

Modus "Best of Three"

1. Spieltag

Herner TC - Eintr. Braunschweig (Sa., 18 Uhr)
TSV Wasserburg - USC Freiburg (Sa., 19 Uhr)
BC Marburg - TK Hannover (So., 16 Uhr)
Rutronik Stars Keltern - Flippo Baskets Göttingen (So., 17.30 Uhr).

Überhaupt hätten sich alle Maßnahmen der vergangenen Wochen ausgezahlt, als Spielerinnen wie Katie Yohn geschont oder Alexandra Wilke nach ihrer Verletzung langsam wieder herangeführt wurden.

Überhaupt zieht der BC Marburg viel positive Energie aus dem Pokal-Wochenende, wenngleich die Mannschaft die erste Hälfte gegen den Gastgeber und späteren Turniersieger Herner TC verschlafen hatte und deshalb am Ende knapp unterlag. „Wenn wir nur eine Halbzeit gut Basketball spielen, reicht das nicht aus, um zu gewinnen“, sagt Unger. „Aber wir sind trotzdem dran und nicht so weit weg von der Spitze.“

Patrick Unger hofft auf Heimvorteil

Das Spiel um Platz drei wollte Unger dagegen nicht überbewerten. „Für Freiburg war es mental schwer“, weiß Unger. Schließlich war der Bundesliga-Fünfte im Halbfinale klarer Favorit gegen den Zweitligisten aus Osnabrück, verlor aber deutlich mit 50:80. „Defensiv war es nicht so toll. Offensiv war es eines unserer besten Spiele“, nimmt Unger aber immerhin als Erkenntnis mit.

Gleichwohl zählen alle bisherigen Leistungen und Ergebnisse nicht mehr, wenn es nun die K.-o.-Runde geht. „In den Playoffs fängt alles von vorne an“, weiß auch Unger. „Da ist es egal, ob du Dritter oder Sechster bist. Es wäre aber schön, wenn wir den Heimvorteil nutzen würden und nicht gleich unter Zugzwang geraten.“

Tarasava und Palmer besonders gefährlich

Auf die physische Spielweise des TK Hannover, bei dem auch die Ex-Marburgerin Birte Thimm unter dem Korb aufräumt, will der BC-Coach seine Schützlinge vorbereiten. „Mit kühlem Kopf“ sollten diese an die Aufgabe herangehen. Dabei gilt es vor allem, die Weißrussin Aliaksandra Tarasava (12,3 Punkte pro Spiel) und die Amerikanerin Haiden Palmer (9,6 Punkte) auf den kleineren Positionen zu stoppen.

Die beiden Topscorerinnen bereiteten Marburg in den Ligaspielen die meisten Probleme. Beim 60:51-Heimsieg in der Bundesliga war Katie Yohn mit 19 Punkten die entscheidende Figur, beim 86:73-Auswärtssieg überzeugte der BC mit acht Dreiern und einer starken Alex Kiss-Rusk (18 Punkte, 11 Rebounds).

von Holger Schmidt