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Lokalsport BC Marburg kann auf seine Sponsoren bauen
Sport Lokalsport Lokalsport BC Marburg kann auf seine Sponsoren bauen
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16:58 15.10.2020
Gemeinsam durch die Krise: BC Marburgs Zugang Rachel Arthur (Zweite von links) und der neue Blue-Dolphins-Cheftrainer Julian Martinez (Zweiter von rechts) mit Ileri Meier, Geschäftsführerin HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co. KG (von links), Andreas Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, und Holger Armbrüster, Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Eigentlich wollte Stefan Gnau mit der Sponsorenplanung für die kommende Basketball-Saison bereits im März, spätestens aber im April, fertig sein. Doch dann kam die Coronavirus-Pandemie.

Was folgte war zunächst große Ungewissheit – auch beim einzigen hessischen Frauen-Bundesligisten BC Pharmaserv Marburg. Wann kann überhaupt wieder gespielt werden? Unter welchen Bedingungen? Und welche Sponsoren bleiben dem Verein trotz sich anbahnender Wirtschaftskrise überhaupt treu? Die Fragen zu Beginn des Lockdowns waren vielfältig.

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Rückhalt der Hauptsponsoren als Basis

„Zunächst haben wir bei unseren ,großen’ Sponsoren nachgefragt. Die hatten pro forma zusagt, dass sie uns erhalten bleiben. Für uns war das die Basis, um überhaupt eine Saison planen können“, sagt Gnau, im Vorstand des BC zuständig für den Bereich Sponsoring. Die „Großen“, das sind in erster Linie die Hauptsponsoren Sparkasse Marburg-Biedenkopf und Stadtwerke Marburg, Pharmaserv ist Namenssponsor.

„In schwierigen Zeiten zeigt sich, auf wen man sich verlassen kann. Das gilt im privaten Bereich genauso wie im geschäftlichen“, sagt Andreas Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, „der BC ist eine Bereicherung im sportlichen Angebot unserer Region. Wir werden die Basketballer des BC weiterhin unterstützen – auch die Jugendarbeit, denn das ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Basis von Spitzenleistungen ist der Breitensport.“

Nur drei Sponsoren steigen aus – vorerst

Vonseiten der Stadtwerke Marburg lesen sich die Beweggründe fürs Weitermachen in einer Mitteilung ähnlich: „Gerade jetzt, wo wir uns wegen Corona in einer schwierigen Zeit befinden, ist es wichtig, dem Verein als Hauptsponsor eine Planungssicherheit zu geben“, wird Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster zitiert.

Dass die Blue Dolphins trotz Corona-Krise am Samstag, 24. Oktober (19 Uhr), mit einem Heimspiel gegen die Royals Saarlouis auf finanziell stabilen Beinen in die neue Bundesliga-Saison starten können, liegt auch daran, dass sich zumindest aus Sponsoring-Sicht nicht allzu viel verändert hat. „Wir haben nur drei Sponsoren verloren – und auch nur für diese Saison“, verrät Gnau.

OP präsentiert Trikotwerbung und App

„Diese drei Sponsoren haben zu uns gesagt: ,Wenn wir können, machen wir nächstes Jahr wieder mit.’ Bei allen drei waren die Gründe des Rückzugs völlig nachvollziehbar“, sagt Gnau, dem es sogar gelang, „ein paar neue“ Sponsoren an Land zu ziehen, weshalb die Einnahmen in diesem Bereich „nahezu ausgeglichen“ seien. Auch die Oberhessische Presse ist Partner des BC Marburg und präsentiert Trikotwerbung und die App.

„Wir freuen uns ganz besonders, dass die OP wieder mit dabei ist und wir mit deren Hilfe die Saison bestreiten können“, sagt Gnau. Ileri Meier, Geschäftsführerin HITZEROTH Druck + Medien GmbH & Co. KG, betont: „Wir müssen zusammenhalten und gemeinsam durch diese Krise gehen. Das gilt in der heutigen Zeit mehr denn je. Daher haben wir als Medienunternehmen dem BC Pharmaserv Marburg auch unsere Unterstützung und Partnerschaft zugesagt.“

Gnau: „Wir sind total zufrieden, wie wir aufgestellt sind“

Wenngleich Gnau den Etat des BC – ohne eine konkrete Summe nennen zu wollen – im Vergleich zur Konkurrenz „im letzten Drittel“ der Bundesliga sieht, hält er angesichts des eigenen Sponsoren-Pools fest: „Wir sind total zufrieden, wie wir aufgestellt sind. Wir können uns auf unsere heimische Wirtschaft verlassen.“

Denn neben den großen Sponsoren gebe es noch „eine ganze Menge“ kleinerer, „das verteilt sich gut“. Gnau würde sogar noch einen Schritt weitergehen: „Es gibt in vielen Sportarten Vereine, in denen es den einen großen Geldgeber gibt. Auch wenn sportlich dann vielleicht andere Ziele möglich wären, wollen wir das gar nicht“, sagt er, „denn dann besteht die Gefahr, in allen Bereichen reingeredet zu bekommen“.

Corona-Krise bringt Mehrkosten und Einnahmeverluste mit sich

Dass Corona den BC vergleichsweise geringer getroffen hat, führt Gnau auch darauf zurück, dass „einige unserer Sponsoren nicht so sehr betroffen sind von der Krise“, gibt der Vorstand Sponsoring zu bedenken. Dennoch sieht sich der Club aufgrund der Einschränkungen beziehungsweise zusätzlichen Anforderungen, die die Pandemie mit sich bringt, vor großen Herausforderungen – „allein wegen der Mehrkosten“, sagt Gnau.

Ob Anschaffung von Desinfektionsmitteln, weniger Einnahmen aus Ticketing, Catering und Merchandising bei Heimspielen oder höhere Kosten für den Ordnungsdienst wegen der Corona-Auflagen – der Kostendruck steigt.

Von Marcello Di Cicco