Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Unger: „Egal, wie gut die anderen sind“
Sport Lokalsport Lokalsport Unger: „Egal, wie gut die anderen sind“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 30.10.2018
Marburgs Spielerin Alex Kiss-Rusk (rechts) setzt gegen Leonie Fiebich vom TSV Wasserburg zum Wurf an. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Manch einer reibt sich verwundert die Augen, wenn er den Saisonstart der „Blue Dolphins“ betrachtet. Fünf Spiele, fünf Siege – darunter gegen Keltern, Wasserburg und Herne! Ist dies bereits ein Fingerzeig in Richtung Titel? „Die Fans dürfen träumen, wir bleiben mal schön auf dem Teppich“, sagt Patrick Unger, Cheftrainer des BC Pharmaserv Marburg.

„Abgerechnet wird viel, viel später“, ergänzt er, wissend, dass diese Aussage auch als Floskel degradiert werden könnte. Aber: „Sicherlich freue ich mich riesig über die fünf Siege. Jeder ist wichtig, um bei Beginn der Playoffs eine gute Ausgangsposition zu haben. Allerdings geht es auch dann erst richtig los. Dann musst du die beste Leistung abrufen. Und bis dahin ist es noch ein weiter und sicherlich auch steiniger Weg“, erklärt Unger.

Es hat sich Entscheidendes getan

Dennoch muss sich einiges getan haben im Vergleich zur Vorsaison, wo Marburg eben nicht mit den ganz Großen mithalten konnte. Sicherlich – und schon folgt die nächste Floskel – kann jeder jeden schlagen. Wenn aber ein Mannschaft, wie in dem Fall Marburg, in kurzer Zeit Herne, Wasserburg und Keltern besiegt, lässt dies zumindest aufhorchen.

Und Trainer Unger bestätigt, dass sich in der Tat Entscheidendes getan habe: „Die Mentalität der Spielerinnen hat sich verändert. Wir als Trainerteam und die Mannschaft schauen nur noch auf uns. Nach den Höhen und Tiefen in der Vergangenheit haben wir im Training die Zügel angezogen, gehen rigoroser vor. Dies ist aber nicht negativ auszulegen, sondern gilt als Ansporn. Es ist seitdem wesentlich mehr Zug drin. Und das haben alle Spielerinnen verinnerlicht und übertragen dies letztlich auf das Spiel.“

Unger: Keltern wird nachverpflichten

„Auf uns schauen“ bedeutet auch, dass Unger gar nicht mehr so tief in die Analyse über Marburgs Gegner geht. „Wir schauen eben nicht mehr auf die anderen, konzentrieren uns nahezu ausschließlich auf das, was wir können, was wir verbessern wollen. Uns ist egal, wie gut die anderen sind“, sagt Unger. Bislang hat dies bestens funktioniert.

Allerdings räumt er auch ein, dass die anderen Topteams der Liga – wie eben Wasserburg und Keltern – Stand jetzt noch nicht so weit sind und sich sicherlich im Verlauf der Saison noch verändern werden: „Ich denke, dass beispielsweise Keltern alles auf den Prüfstand stellen und auch auf Neuverpflichtungen nicht verzichten wird. Aber nochmals: Wir haben uns im Fokus.“

Es funktioniert: Marburg lebt nicht von Topstars, sondern von der mannschaftlichen Geschlossenheit. In dieses Gefüge haben sich auch die beiden Neuzugänge, die Kanadierin Alex Kiss-Rusk und die erst 19-jährige U-20-Nationalspielerin Johanna Klug, bestens integriert: „Und sie passen charakterlich zu uns“, hebt Unger hervor. „Klar gibt es auch bei Alex den einen oder anderen schwächeren Moment, aber sie hat dazu beigetragen, dass wir noch einen Tick stärker geworden sind. Johanna ist zwar noch jung und unerfahren, aber hat unglaubliches Talent.“

Freiburg startet mit drei Siegen aus vier Spielen

Dies wird sie auch am Samstag unter Beweis stellen wollen, wenn der USC Freiburg ab 19 Uhr in der kleinen Georg-Gaßmann-Halle zu Gast ist bei den „Blue Dolphins“. Die „Eisvögel“ aus dem Breisgau kassierten nach Siegen über Braunschweig, Chemnitz und Bad Aibling am vergangenen Spieltag ihre erste Saisonniederlage (69:78 gegen Herne).

Der Aufsteiger hielt bis ins letzte Viertel trotz des Ausfalls seiner kanadischen Spitzenspielerin Audrey-Ann Caron-Goudreau und der deutlich geschwächten US-Amerikanerin Kelly Moten mit dem Vorjahresdritten mit, muss aber komplett sein, um gegen die Großen der Liga eine Chance zu haben. Das weiß auch Unger: „In der Tat hängt viel davon ab, ob Caron-Goudreau spielt. Dennoch zählt Freiburg zu den defensiv besten Teams der Liga und zu den schnellsten“, sagt Unger.

von Michael E. Schmidt

6. Spieltag

Eintracht Braunschweig - Saarlouis (Sa., 16 Uhr),
BC Pharmaserv Marburg - Eisvögel USC Freiburg,
Bad Aibling - TSV Wasserburg (beide Sa., 19 Uhr),
Herner TC - Angels Donau-Ries,
Chemcats Chemnitz - Rutronik Stars Keltern,
TK Hannover - Baskets Göttingen (alle So., 16 Uhr).