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Lokalsport BC Marburg startet in die Bundesliga-Playoffs
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11:59 26.03.2022
Christoph Wysocki spricht in der Spielpause zu seinem Team. Mit den Blue Dolphins will der Cheftrainer in dieser Saison das maximale erreichen.
Christoph Wysocki spricht in der Spielpause zu seinem Team. Mit den Blue Dolphins will der Cheftrainer in dieser Saison das maximale erreichen. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Christoph Wysocki ist nicht bekannt als jemand, der bei der Frage, was er mit seinem Team in den Playoffs der Frauen-Bundesliga erreichen will, um den heißen Brei redet.

Der Basketballtrainer des BC Pharmaserv Marburg spricht nicht verklausuliert, er mag vielmehr klare Worte – und die findet der frühere polnische Nationalspieler vor der ersten Viertelfinalbegegnung an diesem Sonntag (27. März, 16 Uhr) beim Hauptrunden-Zweiten Eisvögel USC Freiburg.

„Wir wollen ins Finale kommen“, formuliert Wysocki das ambitionierte Ziel. Dass die Blue Dolphins dort nicht um die Silbermedaille spielen wollen, dürfte jedem einleuchten. „Ich spiele Playoffs, um das ganz große Ziel zu erreichen. Und ich traue der Mannschaft auch zu, dass sie das schaffen kann“, sagt der Cheftrainer.

Marie Bertholdt hat „die Hoffnung“, die erste Hürde in der Runde der letzten Acht in zwei Spielen zu nehmen. Die Kapitänin könnte sich mit einem Auftaktsieg am Sonntag zu ihrem 27. Geburtstag selbst beschenken.

„Die Hallensituation ist nicht ideal“

Für die Marburgerinnen wäre es der Lohn für vergangene vier Wochen, die die deutsche Nationalspielerin als „sehr turbulent“ zusammenfasst: Erst fiel Anfang März die vorletzte Hauptrunden-Partie gegen Nördlingen wegen mehrerer Corona-Fälle im Erst- und Zweitligateam des BC Marburg aus. Zu einem Nachholspiel kam es erst gar nicht, weil die Ligaführung am 13. März die Bundesliga-Hauptrunde abbrach.

Wegen der Aufnahme geflüchteter Menschen aus der Ukraine in den beiden Sporthallen am Marburger Georg-Gaßmann-Stadion musste der einzige hessische Frauen-Bundesligist zum Training in die Sporthalle in der Frankfurter Straße umziehen; die Playoffs bestreitet der BC in der Sporthalle des Gymnasium Philippinum – erstmals am kommenden Freitag (19.30 Uhr).

„Die Hallensituation ist nicht ideal, aber wir machen das Beste daraus“, sagt Bertholdt. Wysocki sieht es ähnlich und ist froh, „dass wir überhaupt ein Dach über dem Kopf haben“.

Testspiel tat gut

Die ungewohnt lange Spielpause habe zuletzt dazu geführt, „dass man sich so ein bisschen wie in der Offseason fühlt“, sagt Bertholdt. „Man muss sich mehr anstrengen, um den Fokus zu halten.“ Ein Testspiel gegen Playoffkonkurrent Osnabrück, das der BC am vergangenen Wochenende mit 57:53 gewann, „war gut, um etwas im Rhythmus zu bleiben und damit der Fokus nicht verlorengeht“, sagt Bertholdt.

Auch ihr Coach sieht sein Team nach dem Testspiel gewappnet, schließlich hätten Bertholdt und Co. gegen die Panthers „über drei Viertel super Basketball gespielt“, schwärmt Wysocki, der in der ungewollten Spielpause mit seinem Team „viel in der Verteidigung gearbeitet“ habe. „Einige Dinge haben teilweise sehr gut funktioniert“, sagt Wysocki.

„Bake“ ist angeschlagen

Nun aber, darüber ist sich der Trainer im Klaren, „müssen alle funktionieren“. In den Eisvögeln Freiburg erwartet Wysocki eine „sehr gute Mannschaft“ – gegenüber der OP ordnete er das Team jüngst gar als Titelfavorit Nummer eins ein. Dass die ursprünglich als letzte Hauptrundenbegegnung angesetzte Partie zwischen dem USC und dem BC dem vorzeitigen Abbruch zum Opfer fiel, sieht der Coach als „Vorteil für uns, denn jetzt werden wir uns kennenlernen“.

Gleichwohl sind die Breisgauerinnen kein unbeschriebenes Blatt für den BC. Das erste Aufeinandertreffen in dieser Spielzeit verloren die Blue Dolphins im vergangenen November mit 74:83.

Beim BC steht der Einsatz von Tonisha Baker (Leistenzerrung) auf der Kippe. Ein besonderes Augenmerk dürfte auf Freiburgs Topscorerin Shiori Yasuma (durchschnittlich 18,5 Punkte pro Spiel) liegen – und nicht nur auf ihr. „Generell müssen wir deren ausländische Spielerinnen unter Kontrolle bringen“, weiß Bertholdt. Dann könnte der erste Schritt zu Wysockis „ganz großem Ziel“ gelingen.

Bundesliga, Playoff-Viertel­finale (1. Spiele): USC Freiburg – BC Marburg, Stars Keltern – TK Hannover Luchse, Herner TC – Panthers Osnabrück (alle So., 16 Uhr), Rheinland Lions – Royals Saarlouis (So., 18 Uhr).

Meister bindet Trainer

Kurz vor dem Start in die Playoffs haben drei Bundes­ligisten die Verträge mit ihren Coaches verlängert. Sein am Saisonende auslaufendes Arbeitspapier hat Trainer Christian Hergenröther bei den Rutronik Stars Keltern verlängert. In Nördlingen erhält Ajtony Imreh einen Vertrag für zwei weitere Spielzeiten plus einer Option für zwei weitere Jahre. Um eine Spielzeit wurde der Kontrakt von Isabel Fernandez bei den Royals Saarlouis verlängert.

Von Marcello Di Cicco