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Lokalsport Für Wilke ein Spiel, das „man gewinnen muss“
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11:00 26.01.2022
Alex Wilke vom BC Marburg (rechts) zieht an Göttingens Sylwia Bujniak vorbei.
Alex Wilke vom BC Marburg (rechts) zieht an Göttingens Sylwia Bujniak vorbei. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Alex Wilke ist hart im Nehmen. Genau heute vor einer Woche kassierte die Basketballerin des Bundesligisten BC Pharmaserv Marburg gegen die Lions SV Halle zwei Schläge auf dieselbe Stelle am rechten Oberschenkel – umgangssprachlich als Pferdekuss bekannt.

Dass die 25-jährige Aufbauspielerin drei Tage später gegen die Veilchen Göttingen schon wieder auf dem Spielfeld stand, war alles andere als gewöhnlich, denn: „Nach dem Halle-Spiel ging es mir gar nicht gut. Ich konnte nicht laufen“, erzählt sie. Viel Ruhe und physiotherapeutische Behandlung waren die Zutaten dafür, dass Wilke schließlich doch spielen konnte. Letztlich stand auch dank ihres Mitwirkens ein 66:63 – ein wichtiger Sieg, dem weitere folgen sollen, damit sich die Blue Dolphins eine gute Ausgangsposition für die Ende März beginnenden Playoffs sichern.

Die nächste Gelegenheit, das Punktekonto aufzustocken und den vierten Sieg in Folge einzufahren, bietet sich Wilke und Co. heute Abend (20 Uhr), wenn im Nachholspiel Liga-Schlusslicht USC Heidelberg in der Georg-Gaßmann-Halle zu Gast ist. Die SNP Bascats haben mit Ausnahme eines 74:65-Erfolgs gegen Halle kurz vor Weihnachten alle Spiele verloren, wenn auch einige Male denkbar knapp – etwa mit 54:59 das Hinspiel gegen den BC.

Wilke: „Stehen unter Zugzwang“

Seitdem hat sich beim USC jedoch einiges getan: In Sebastian Nörber hat ein neuer Cheftrainer übernommen, in der 31-jährigen Griechin Maria Avtzi ist kürzlich eine neue Aufbauspielerin hinzugestoßen. Wilke macht keinen Hehl daraus, dass es selbstverständlich der Anspruch sei, zu gewinnen – aber: „Gerade gegen solche Teams ist es immer schwer. Das Spiel ist zwar auch für Heidelberg wichtig, die können aber ohne Druck aufspielen. Wir dagegen stehen unter Zugzwang, denn das sind Spiele, die man gewinnen muss“, redet Wilke nicht um den heißen Brei.

Den Zugzwang, ist sich Wilke im Klaren, haben sich die Marburgerinnen auch selbst etwas zuzuschreiben, denn: „In der ersten Saisonhälfte sind wir eher hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wir hätten deutlich mehr Spiele gewinnen müssen“, meint Wilke, führt dies darauf zurück, dass sich womöglich etwas der Schlendrian eingeschlichen habe, „weil wir uns schon alle kennen und seit Jahren zusammen spielen“. Corona-Ausfälle hätten ihr Übriges dazu beigetragen. „So sind wir nie in den Rhythmus gekommen. Deshalb sind diese aktuell drei Siege in Folge so wichtig für uns“, sagt die BC-Spielerin.

In den Playoffs sei alles möglich

Geht es nach ihr und Cheftrainer Christoph Wysocki, sollen weitere Siege in den kommenden zweieinhalb Wochen folgen – in der Hoffnung, in der Tabelle noch etwas weiter nach oben geklettert zu sein, wenn ab Mitte Februar die Rückspiele gegen Teams aus den Top Drei warten. Bange wäre Wilke nicht, würde der Gegner danach in den K.-o.-Spielen Rheinland Lions oder Eisvögel Freiburg heißen – zwei Gegnern würde die 25-Jährige mit ihren Mitspielerinnen aber dann doch lieber aus dem Weg gehen.

„Es gibt solche Teams, die nicht unbedingt besser sind, uns aber einfach nicht so liegen. Herne ist ein solches Team. Auch gegen Hannover sahen wir in beiden Spielen nicht so gut aus“, sagt Wilke. Mit anderen Worten: Auf ein Kräftemessen mit dem TKH um BC-Rekordspielerin Finja Schaake und auf eines mit dem Deutschen Meister von 2019 würde Wilke gern verzichten in den Playoffs.

Die Heutigen Spiele

Basketball, Bundesliga: BC Marburg – USC Heidelberg, Rheinland Lions – TSV Wasserburg; beide am Mittwoch (26. Januar) um 20 Uhr.

Zunächst gelte es aber, die Voraussetzungen zu schaffen. „Am besten wäre es, in der Tabelle so hoch wie möglich zu kommen. In den Playoffs ist generell immer alles möglich – zumal wir uns im Laufe der Saison gesteigert haben. Wir sind jetzt auf einem ganz anderen Level als nach dem fünften Saisonspiel“, sagt Wilke.

Von Marcello Di Cicco