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Lokalsport Ballsportfreunde hoffen auf bessere Zeiten
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13:58 06.10.2020
BSF-Spielertrainer Matias Ples (links) gegen Neustadts Markus Hader. Ob die Richtsberger nach dem jüngsten 0:26 weitermachen, soll am Dienstagabend entschieden werden. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Nach dem Abpfiff stand Matias Ples erst einmal da und schaute in viele leere Gesichter. 0:26, so stand es aus Sicht der Ballsportfreunde Richtsberg am Ende des Fußballspiels am Sonntag beim VfL Neustadt. Es war kein Pokalspiel einer Mannschaft aus der untersten Klasse gegen einen Regionalligisten. Es war eine Begegnung zweier Teams aus der Kreisliga A Marburg, das Gastspiel des Schlusslichts bei einer Elf aus dem unteren Mittelfeld.

Ein 0:26, das hatte auch Ples noch nicht erlebt. Aber ein 0:12 in Kleinseelheim, ebenfalls ein 0:12 gegen Niederklein/Schweinsberg. Dazwischen ein 0:17 bei Stadtallendorf II und ein 1:14 in Schönstadt. „Wir sind in der falschen Liga“, sagt der Spielertrainer. „Wir versuchen, mit einem B-Liga-Team in der A-Liga mitzuspielen.“ Rückblickend wäre es „auf jeden Fall besser gewesen, direkt in die B-Liga zu gehen“.

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Im Vorjahr war das Team B-Liga-Drittletzter

Der Vorstand entschied sich im Sommer anders, nahm aus finanziellen Gründen die Möglichkeit eines freiwilligen Abstiegs aus der Kreisoberliga in die Kreisliga A statt eines Rückzugs in die Kreisliga B in Anspruch. Zu dieser Zeit wurde davon ausgegangen, dass zumindest einige der Kreisoberliga-Spieler bleiben würden. „Die Hälfte der Leute war gleich weg, als gesagt wurde, dass es kein Geld mehr gibt“, berichtet Ples, „die andere Hälfte hat später gesagt, dass sie sich die Liga mit diesem Team nicht antun will.“ Was blieb, war der Großteil der vorherigen Reserve, Drittletzter in der Vorsaison-Abschlusstabelle der Kreisliga B Marburg III.

Wie geht’s weiter? Geht’s überhaupt weiter? Für Donnerstagabend steht die nächste Partie auf dem Programm, dann sollen die BSF beim SV Bauerbach II antreten. Ob das Spiel stattfinden wird, entscheidet sich am Dienstagabend. „Wir setzen uns nach dem Training zusammen. Dann besprechen wir, was wir machen, ob wir weiterspielen.“

1:5 gegen Mardorf war ein gefühlter Sieg

Ples’ eigene Meinung? Er schwankt. Der Spaß am Sport, das wird im Gespräch deutlich, ist ihm zuletzt ein Stück weit verlorengegangen. Wobei er auch über das 1:5 gegen Mardorf spricht, das sich angesichts der Lage „fast wie ein Sieg angefühlt“ habe. „Da hatten wir mal alle Leute zusammen, die spielen dürfen.“ In Neustadt standen hingegen Spieler auf dem Feld, die seit Jahren nicht mehr aktiv waren, andere hatten nie zuvor in einem Verein gespielt. „Dann kommt so was dabei heraus.“

Die größte Motivation, trotz der Klatschen, der bereits 89 Gegentore – drei davon resultierten aus einer kampflos abgegebenen Partie gegen die SG Rosphe –, weiterzumachen, resultiert für Ples aus dem Blick in die Zukunft. Es ist die Hoffnung auf bessere Zeiten: „Es gibt drei Leute, die hoffentlich bald spielberechtigt sind.“ Zudem gebe es für die Winterpause bis zu sechs potenzielle Zugänge. „Oft sind 20 Mann im Training. Wenn die auch alle spielen dürfen, haben wir eine konkurrenzfähige Mannschaft“, ist er überzeugt.

Trainer macht mit, wenn Spieler wollen

Also irgendwie durchhalten bis dahin? „Wenn die Spieler weitermachen wollen, dann bin ich weiter dabei.“

Von Stefan Weisbrod