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Lokalsport Weshalb die BSF Richtsberg in die A-Liga gehen
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10:57 02.07.2020
Richtsbergs Mohammed Yousofzai (links) im Zweikampf gegen Dennis Hopp vom VfL Dreihausen. Am BSF-Kader wird sich nach dem freiwilligen Abstieg einiges verändern. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Jahrelang ging es bei den Ballsportfreunden nur bergauf. Zwischenzeitlich spielte das Team vom Richtsberg, das seine Heimspiele auf einem Kunstrasenplatz im Marburger Sportpark austrägt, gar in der Gruppenliga (siehe Infobox).

Künftig wird die erste – und voraussichtlich einzige – Mannschaft des Vereins in der Kreisliga A Marburg antreten. Der Zweite Vorsitzende Wolfgang Richter spricht von einem „Neuanfang“.

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Die BSF haben die Möglichkeit eines freiwilligen Abstiegs als einziger Verein aus dem Fußballkreis Marburg genutzt, wie Kreisfußballwart Peter Schmidt mitteilt.

Normalerweise bedeutet ein Rückzug in der Regel eine Versetzung um zwei Klassen nach unten; aufgrund der Corona-Krise, des Saisonabbruchs und der ausgesetzten Abstiegsregelung können Mannschaften in diesem Jahr ausnahmsweise freiwillig absteigen und damit eine Klasse nach unten gehen.

Wohl nur noch ein Team

„Für uns ist es der sinnvollste Weg“, sagt Richter, der bei der nächsten Mitgliederversammlung für den Vorsitz kandidieren will, „denn ich bin nicht bereit, wie bisher ein paar Spielern Geld zu geben, damit sie in der drittniedrigsten Spielklasse Fußball spielen. Dann spielen wir lieber noch eine Liga tiefer und nutzen das wenige Geld, das wir haben, für die ganze Mannschaft, zum Beispiel für gemeinsame Essen oder Fahrten.“

Geplant sei, nur mit einer Mannschaft in die Saison zu gehen, erklärt Richter. Das neue Team werde sich aus Spielern der bisherigen Erst- und der Zweitvertretung sowie einigen Zugängen zusammensetzen. „Es wird eine Mannschaft mit Leuten sein, die aus Spaß am Fußball für Richtsberg spielen wollen, und nicht, weil sie den ein oder anderen Euro bekommen.“

„Wo wir tatsächlich stehen, muss sich zeigen“

Spielern, die deshalb den Verein verlassen, macht er keinen Vorwurf: „Das ist legitim, das muss jeder selbst wissen. Manche wollen auch einfach möglichst hochklassig spielen, was völlig in Ordnung ist.“ Richter ist überzeugt, mit dem neuen Team in der A-Liga mithalten zu können.

„Wo wir tatsächlich stehen, muss sich zeigen“, sagt der designierte Vorsitzende. Das Traineramt übernimmt in Matias Ples ein bisheriger Spieler der zweiten Mannschaft, die in der abgebrochenen Saison Platz 14 in der Kreisliga B Marburg III belegt hat. Die erste Mannschaft steht in der Abschlusstabelle der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord auf Rang zwölf.

Drei Aufstiege in Folge

Vor vier Jahren wurden die BSF Richtsberg Meister der Kreisliga B Marburg II. Ein Jahr später schafften sie als Zweiter der Kreisliga A Marburg über die Relegation den Sprung in die Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord, in der sie sich 2018 den Titel sicherten – für den Zweiten Vorsitzenden Wolfgang Richter „natürlich eine tolle Erfolgsgeschichte“.

Im vergangenen Jahr stieg die Mannschaft aus der Gruppenliga wieder ab, jetzt verzichtet sie freiwillig auf den Startplatz in der Kreisoberliga. „Wir gehen einen neuen Weg“, sagt Richter, die A-Liga sei „dafür erst einmal die richtige Spielklasse für uns“.

Von Stefan Weisbrod