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Lokalsport Entwarnung für Sportvereine
Sport Lokalsport Lokalsport Entwarnung für Sportvereine
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18:19 02.06.2022
Die Mitglieder können sich weiter auf den Sport konzentrieren und brauchen keine höheren Beiträge bezahlen.
Die Mitglieder können sich weiter auf den Sport konzentrieren und brauchen keine höheren Beiträge bezahlen. Quelle: Thorsten Richter
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Für Diskussion und Verwirrung hat in den vergangenen Tagen ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) gesorgt. Dabei hatte ein bayerischer Golfclub neben den Mitgliedsbeiträgen noch weitere zusätzliche Gebühren für unter anderem die Benutzung des Platzes oder die Teilnahme an Turnieren erhoben. Daraufhin musste der Club an das örtliche Finanzamt Umsatzsteuer auf diese „gesondert vergüteten Leistungen“ zahlen. Daraufhin zog der Golfclub vor Gericht.

In zweiter Instanz entschied der BFH, dass der allgemeine Mitgliederbeitrag grundsätzlich der Umsatzsteuer unterliegt, wie der BFH-Pressesprecher Dr. Volker Pfirrmann auf Anfrage der OP mitteilte. Jedoch sei es so, dass die Finanzverwaltung eine andere Rechtsauffassung als der BFH vertritt. Nämlich, dass die Finanzverwaltung davon ausgeht, dass Leistungen, die ein Sportverein gegen die allgemeinen Mitgliederbeiträge erbringt, nicht umsatzsteuerbar sind.

Demnach würde sich also nichts für die Sportvereine verändern. Dies bestätigte auch die Parlamentarische Staatssekretärin Katja Hessel (FDP) gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Unsere vielen gemeinnützigen Sportvereine können sich sicher sein: Es drohen ihnen nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs keine finanziellen Probleme. Weder besteht nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs eine allgemeine Rechtsunsicherheit für Sportvereine, noch die Gefahr einer Steuernachzahlung.“

Das bedeutet, dass Sportvereine weiterhin auch sogenannte „Leistungen in engem Zusammenhang mit Sport“ anbieten können, ohne dass dabei Umsatzsteuer anfällt. Dies gilt aber wie gewohnt dann nicht, wenn beispielsweise ein Yoga-Kurs angeboten ist und die Teilnehmenden dafür nicht extra Mitglied des Vereins sein müssen.

Die 1. Vorsitzende des VfL Marburg Ulrike Ristau ist froh darüber, dass sich nichts ändert. „Als ich mir alles durchgelesen habe, habe ich schnell gemerkt, dass uns das als gemeinnütziger Verein gar nicht betrifft“, sagte Ristau.

Von Leonie Rink und unserer Agentur