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Lokalsport Unnötige BC-Niederlage gegen den Tabellenführer
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20:00 07.11.2021
Stefanie Wagner (rechts) zieht an der Ex-Marburgerin Lisa Koop vorbei. Der BC unterlag den Rheinland Lions am Samstagabend mit 59:65.
Stefanie Wagner (rechts) zieht an der Ex-Marburgerin Lisa Koop vorbei. Der BC unterlag den Rheinland Lions am Samstagabend mit 59:65. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Wie kann so etwas passieren? „Gute Frage“, lautete die erste Antwort von Steffi Wagner. „Leider ist es nicht zum ersten Mal so, dass wir so einen Einbruch haben.“ Gemeint war das dritte Viertel des Spiels der Blue Dolphins gegen die Rheinland Lions am Samstagabend.

Mit 33:24 hatte das Marburger Team zur Pause vorn gelegen, schien alles im Griff zu haben. Vor allem defensiv überzeugte der BC Pharmaserv gegen den ungeschlagenen Tabellenführer, erzwang eine Reihe schwerer Würfe. Und dann das: Zehn Minuten lang lief fast gar nichts zusammen, wurden hinten genauso viele Zähler zugelassen wie in der gesamten ersten Hälfte, selbst nur sechs Punkte erzielt.

Am Ende stand eine Marburger 59:65-Niederlage auf der Anzeigetafel, „die nicht hätte sein müssen“, wie es Cheftrainer Christoph Wysocki zunächst zurückhaltend bezeichnete, um später mit dem „S-C-H-Wort“ seinen Frust zu äußern.

Die Trefferquote war nicht entscheidend, bei der lag der BC sogar vorn. Was den Unterschied machte, war die Anzahl der Möglichkeiten: Die Gäste aus Bergisch Gladbach warfen aus dem Spiel heraus 71 Mal auf den Korb (23 Treffer), die Marburgerinnen nur 58 Mal (20 Treffer). Die Gründe: Unter den Brettern schnappten sich die großen „Löwinnen“ einen Ball nach dem anderen, insgesamt holten die Gäste 43 Rebounds, die Gastgeberinnen nur 29. Die erst unter der Woche verpflichtete 2,02-Meter-Frau Joanna Grymek hätte helfen können, saß aber draußen, nachdem sie im Training umgeknickt war.

Vierte Niederlage

Es war nicht die einzige personelle Schwächung: Theresa Simon und Marie Bertholdt war deutlich anzumerken, dass sie nach überstandenen Corona-Erkrankungen erst zweimal trainiert hatten. Alex Wilke spielte trotz eines Infekts, blieb unter ihrem Leistungsvermögen. „Ich mache ihr keinen Vorwurf, sie hat es versucht“, sagte Wysocki.

Jeweils 18 Punkte von Steffi Wagner, die nach ihrer Corona-bedingten Pause bereits einige Tage länger beim Team ist, und von Tonisha Baker waren letztlich ohne Nutzen. Vor allem Taylor Wurtz-Purifoy, mit 24 Zählern Topscorerin der Partie, war kaum zu halten, auch die gebürtige Marburgerin Lisa Koop hatte mit 13 Punkten ordentlichen Anteil am Lions-Sieg. Die zweite frühere BC-Spielerin unter den Rheinländerinnen, Birte Thimm, steuerte zwei Punkte zum Auswärtserfolg bei.

Während der Aufsteiger mit nun acht Siegen in der Tabelle ganz oben steht, muss sich der BC nach der vierten Niederlage im siebten Spiel zunächst nach unten orientieren. Die nächste Chance auf die Punkte sieben und acht gibt es (nach der bevorstehenden Länderspielpause) am 20. November. Dann sind die Eisvögel aus Freiburg in der Marburger Georg-Gaßmann-Halle zu Gast.

BC Pharmaserv Marburg: Wilke 5 Punkte/1 Dreier (6 Ballverluste), Bertholdt 4, Simon, Lückenotte (nicht eingesetzt), Crymble 3, Klug 2, Baker 18/3 (6 Rebounds), Lukow (n. e.), Arthur 3, Yesilova 6/1, Weyell, Wagner 18/3.

Rheinland Lions: Wurtz-Purifoy 24/3 (6 Reb., 5 Steals), De Leyn, Cousseins-Smith 11/1, Thimm 2, Koop 13/1 (7 Reb., 5 Fouls), Jongeling 4, Ellenrieder 2 (7 Reb.), Kröger, Bär 9/1 (9 Reb.).

Schiedsrichter: Jelenic, Holzmann. Zuschauer: 250.

Viertel: 20:11, 13:13, 6:24, 20:17.

Von Stefan Weisbrod