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Lokalsport BC spielt Sonntag in Saarlouis – so ist jedenfalls der Plan
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15:00 15.01.2022
Theresa Simon (vorn) wird im Hinspiel von Saarlouis’ Magdalena Zietara bedrängt. Zu Hause unterlagen die Blue Dolphins gegen die Royals, an diesem Sonntag wollen sie Revanche nehmen.
Theresa Simon (vorn) wird im Hinspiel von Saarlouis’ Magdalena Zietara bedrängt. Zu Hause unterlagen die Blue Dolphins gegen die Royals, an diesem Sonntag wollen sie Revanche nehmen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Ein kompletter Bundesliga-Spieltag mit sieben Partien sollte am vergangenen Wochenende ausgetragen werden, tatsächlich fand nur eine einzige Begegnung statt. Die drei Spiele, die unter der Woche angesetzt waren, sind allesamt abgesagt worden. Und für das aktuelle Wochenende ist das Programm auch schon – Stand Freitagabend – um zwei Partien geschrumpft. Das Gastspiel des BC Pharmaserv in Saarlouis stand aber noch im Plan.

Die Marburger Spielerinnen, auch ihr Trainer Christoph Wysocki hoffen, dass es so bleibt, dass die Blue Dolphins tatsächlich am Sonntagnachmittag bei den Royals ran dürfen: „Wir lieben es, Basketball zu spielen. Wir wollen Basketball spielen“, sagt der Coach. Ungetrübt ist die Vorfreude aber nicht. Die ganze Situation sei „absoluter Wahnsinn“, meint der frühere polnische Nationalspieler. „Das ständige Testen ist absolut richtig, das muss sein. Aber es schlägt auf die Psyche. Dauernd hat man Angst, dass Tests positiv ist.“ So wie unlängst bei den Nachwuchsspielerinnen Selma Yesilova und Flora Lukow. Die 20-jährige Yesilova ist seit Donnerstag aus der Quarantäne entlassen, die 17-jährige Lukow musste warten.

Die beiden jungen Spielerinnen kommen ohne beziehungsweise mit nur geringen Symptomen durch eine Infektion. Wysocki macht sich Gedanken, was passieren würde, würde er sich mit dem Virus infizieren: „Ganz ehrlich, ich habe Bammel. Ich bin 65, ich gehöre zur Risikogruppe.“ Er versucht, sich darüber nicht zu viele Gedanken zu machen, betont stattdessen: „Wir sind froh, dass es uns möglich ist, unserem Hobby und unserem Beruf nachzugehen.“

Liga-Chef Reuner rechnet mit weiteren Spielabsagen

Tatsächlich ist das aber nur eingeschränkt möglich. Am vergangenen Sonntag sollte der BC gegen Heidenberg spielen, Corona-Fälle beim Gegner sorgten für die Absage. Auch beim kommenden Gegner aus dem Saarland hatten sich Teammitglieder infiziert, wurden deshalb zuletzt zwei Partien abgesagt. Bei Testungen unter der Woche wurden nun keine weiteren Infektionen festgestellt, wie BC-Vorstandsmitglied Stefan Gnau nach Gesprächen mit Verantwortlichen aus Saarlouis gegenüber der OP berichtet. Fast schon gewohnheitsmäßig folgt die Anmerkung: „Aber man weiß nie, was bis zum Spiel passiert.“

Bereits jetzt gibt es eine ganze Reihe von nachzuholenden Spielen in der Liga. Für den BC sind es zwei – neben dem gegen Heidelberg auch das gegen Halle/Saale, das am kommenden Mittwoch (20 Uhr) ausgetragen werden soll. Philipp Reuner, Geschäftsführer der Frauen-Bundesligen, rechnet mit weiter steigenden Infektionszahl, damit auch mit weiteren Absagen und vermehrten Ansetzungen von Nachholspielen unter der Woche. Zielsetzung sei jedoch weiterhin, die Spielzeit „in dem bisher festgelegten Zeitfenster zu beenden“, teilt er auf Anfrage der OP mit. Vorgesehen ist, dass das letzte Spiel der Finalserie spätestens am 1. Mai ausgetragen wird.

BC-Trainer Christoph Wysocki. Quelle: Thorsten Richter

Er sei optimistisch, dass dies gelingen kann. Er sagt aber auch: Falls die Zahl der wöchentlichen Spielverlegungen im weiteren Saisonverlauf nicht abnehmen sollte, werde es „sicherlich problematisch“, alle Nachholtermine „im bisherigen Hauptrunden-Zeitfenster unterzubringen“. Könnte notfalls auf die Playoffs verzichtet, der Tabellenerste der Hauptrunde zum Meister ernannt werden? Der Liga-Chef schließt es nicht aus. „Mögliche Optionen“ müssten „zu gegebener Zeit“ geprüft werden.

Beim Marburger Team liegt der Fokus auf dem nächsten Spiel. „Solange niemand etwas anderes sagt, gehen wir davon aus, dass wir spielen“, so Wysocki. Das Hinspiel ging Anfang Dezember zu Hause unnötig mit 70:78 verloren. „Aber auswärts sind wir stärker, wie alle wissen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Der BC-Chefcoach, der das Amt vor genau einem Jahr übernommen hatte, ist überzeugt: „Wenn wir unsere Leistung bringen, brauchen wir vor Saarlouis keine Angst zu haben.“ Das Stammpersonal des ersten Teams steht ihm dabei voraussichtlich komplett zur Verfügung.

Young Dolphins zweimal auswärts gefordert

Aufbauspielerin Yesilova wird aber wahrscheinlich nicht mit nach Saarlouis reisen, stattdessen mit dem Zweitliga-Team nach Wedel bei Hamburg. Beim SC Rist sind die Young Dolphins am Sonntag um 13.30 Uhr gefordert – und das nur rund 16 Stunden nach dem Ende ihrer Partie bei den Baskets Grünberg. Bei denen müssen sie am Samstagabend um 19.30 Uhr ran. Das Hinspiel gegen den mittelhessischen Nachbarn hatte die Marburger „Zweite“ mit 55:59 verloren, diesmal soll im Duell zweier Teams, die gegen den Abstieg kämpfen, ein Sieg her. Höher scheint die Hürde beim Traditionsclub aus Wedel, der im Tabellenmittelfeld rangiert.

Von Stefan Weisbrod