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Lokalsport Blue Dolphins machen es unnötig spannend
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20:15 16.01.2022
Alex Wilke (hier im Hinspiel am Ball) gewann gestern mit dem BC Pharmaserv in Saarlouis.
Alex Wilke (hier im Hinspiel am Ball) gewann gestern mit dem BC Pharmaserv in Saarlouis. Quelle: Thorsten Richter
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Saarlouis

„Sieg ist Sieg“ – so lautete aSonntag (16. Januar) das erste kurze Fazit von Marburgs Cheftrainer Christoph Wysocki nach dem 71:65-Erfolg seiner Blue Dolphins bei den Royals aus Saarlouis. Und doch machte er deutlich, dass er nicht vollends zufrieden ist, dass es so manches zu kritisieren und aufzuarbeiten gibt: „Ich ärgere mich ziemlich. Wir dürfen uns am Ende nicht so präsentieren“, sagte er mit Blick auf das Schlussviertel, in dem der BC Pharmaserv beinahe einen 15-Punkte-Vorsprung verspielt hätte.

Wie kam es dazu? Zunächst einmal ging es gut los fürs Marburger Team, das sich im ersten Viertel – anders als zuletzt häufiger – hochkonzentriert präsentierte. Allein Rachel Arthur „klaute“ vier Mal den Ball, trug sieben Zähler zur 23:14-Führung nach zehn Minuten bei. „Normalerweise müssen wir zur Halbzeitpause mit 20 Punkten führen“, sagte Wysocki, dessen Spielerinnen sich jedoch kurz vor Ende des zweiten Abschnitts unnötige Fehler erlaubten, nur mit einem 38:33-Vorsprung aus der ersten Hälfte gingen. Erhöhten die Marburgerinnen das Tempo im Angriff und die Intensität in der Defensive, wirkte das Heimteam überfordert. Beim Stand von 57:42 nach dem dritten Viertel schien die Begegnung, zu der keine BC-Fans zugelassen waren, vorentschieden.

Trainer Wysocki vermisst in der Schlussphase die Konsequenz

Möglicherweise waren sich die Gästespielerinnen ihrer Sache zu sicher – meinte auch Coach Wysocki: „Wenn man zu früh im Kopf hat, dass man gewonnen hat, ist das nicht gut. Da muss man konsequent weiterspielen.“

Auf 57:61 kamen die Gastgeberinnen in der 37. Minute heran, auf 68:57 zogen die Blue Dolphins bis anderthalb Minuten vor Schluss wieder davon. Die Royals gaben sich nicht auf, machten bei Marburger Ballbesitz Druck, hatten damit Erfolg. „Es darf nicht passieren, dass wir den Ball dann so leicht weggeben“, sagte Wysocki, dachte an Fehlpässe, sogar bei eigenem Einwurf. Auf 65:68 kam Saarlouis heran, hatte dann Pech, dass Leah Scott nach gewonnenem Rebound im Aus stand. Marburg blieb in Ballbesitz. Die starke Theresa Simon, die am Vortag noch zum Sieg des Zweitliga-Teams im Derby in Grünberg beigetragen hatte, machte schließlich von der Freiwurflinie mit ihrem 21. Punkt alles klar. Die Royals versuchten es noch einmal schnell, verloren den Ball, was Marie Bertholdt zum Endstand nutzte.

Direkter Vergleich bleibt bei Saarlouis

Sechs Punkte betrug der Abstand am Ende, womit der direkte Vergleich – ausschlaggebend, sollten Marburg und Saarlouis am Saisonende nach Siegpunkten gleichauf liegen – nach deren Acht-Punkte-Erfolg im Hinspiel bei den Royals bleibt. Das ist Wysocki jedoch egal: „Wir sollten am Ende vor Saarlouis stehen“, formulierte er den Anspruch.

Von Stefan Weisbrod