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19:00 27.11.2020
Theresa Simon (BC Marburg, links) schirmt den Ball gegen Marquita Waller (Capitol Bascats Düsseldorf) ab. Quelle: Dirk Unverferth
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Marburg

Es war ein regelrechter Krimi, der sich da am Mittwochabend in Düsseldorf abspielte. Die Protagonisten: Bundesligist BC Pharmaserv Marburg und die Capitol Bascats Düsseldorf – ein Zweitligist, der sich in der zweiten Runde des Deutschen Pokals mit seiner Rolle als Underdog so gar nicht anfreunden wollte und drauf und dran war, dem klassenhöheren Gegner ein Bein zu stellen. Erst in der Verlängerung setzten sich die Blue Dolphins durch, 71:64 hieß es am Ende.

„Wir hatten mit einem schwierigen Spiel gerechnet“, sagt Marburgs Trainer Julian Martinez am Tag danach, „denn Düsseldorf hat sich gut verstärkt und zählt zu den ambitionierten Teams der 2. Liga.“ Dass es letztlich so schwer werden würde, führte Co-Trainer Frank Arnold nach der Partie auf den fehlenden Spielrhythmus zurück.

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Ungewohnte Situation für den Head Coach

Martinez unterstreicht dies: „Die Quarantäne war für uns eine ziemlich harte Zeit, weil man auf viele Dinge verzichten musste.“ Gerade für den Spanier, der erst seit Ende August in Marburg lebt, war es extrem ungewohnt, wie er erzählt, denn: „In meiner Heimat spielt sich das Leben auf der Straße ab.“

Zu den Zuschauern der live im Internet gestreamten Begegnung gehörte auch Freiburgs Co-Trainerin Hanna Ballhaus, die nicht allzu überrascht war ob der Tatsache, dass sich der BC so schwertat. „Ich denke, dass wir uns alle damit abfinden müssen, dass das Niveau, die Intensität und das Tempo in der Bundesliga im Vergleich zur Vorsaison geringer ist“, sagt Ballhaus.

Schließlich stellten etwa eine Quarantäne oder geänderte Trainingsbedingungen – wie beim BC – aufgrund der Pandemie Sportlerinnen und Trainer vor größere Herausforderungen, sich fit zu halten. „Für Marburg, das bekannt für sein intensives Spiel ist, war es gegen Düsseldorf ein extrem langsames Tempo.“ Für Martinez bestand das Problem darin, „dass wir Dinge tun wollten, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, in der momentanen Situation aber nicht können“.

Freiburgs Bilanz ist ausgeglichen

In den Eisvögeln USC Freiburg trifft der BC am Samstag (19 Uhr) auf eine Mannschaft, die in der Liga bereits zweimal im Einsatz war: Eine erwartete Niederlage (57:84 gegen Wasserburg) und ein laut Ballhaus „eher überraschender“ 82:70-Sieg gegen Halle stehen bislang zu Buche für die Breisgauerinnen, die wegen Corona vor der Saison ihr „Budget deutlich reduzieren“ (Ballhaus) mussten.

„Der Kader ist jetzt deutlich verjüngt. Außerdem haben wir nur noch drei statt – wie noch vergangene Saison – vier ausländische Profispielerinnen“, erzählt Ballhaus. Neben der früheren Marburgerin Luana Rodefeld, die sich stärker dem 3 x 3-Basketball habe widmen wollen, verließ in der Spanierin Paloma Gonzalez Vazquez kürzlich eine Aufbauspielerin das Team.

Als Ersatz hat sich Dominique Toussaint den Eisvögeln angeschlossen. Ob die US-Amerikanerin am Wochenende schon spielberechtigt sein wird, ist noch unklar. Vorsicht will Martinez hingegen bei Rachel Arthur und Hanna Reeh walten lassen. Arthur verletzte sich in Düsseldorf an der Hand, gebrochen sei aber nichts, atmete Martinez nach ersten Untersuchungen auf.

Während der Marburger Coach vor der 20-jährigen Aufbauspielerin Pauline Meyer und Dreierspezialistin Daneesha Provo – den Garantinnen des Siegs gegen Halle – warnt, hofft Ballhaus auf eine kleine Überraschung. „Unter normalen Umständen ist Marburg eine Klasse besser als wir“, meint Ballhaus, „ich hoffe aber, dass wir den BC in einer Anlaufphase erwischen und so vielleicht etwas möglich ist.“

  • Zuschauer sind wegen der Corona-Beschränkungen in der Georg-Gaßmann-Halle nicht zugelassen.

Bundesliga, Frauen: SV Halle Lions - BG Göttingen, Herner TC - Panthers Osnabrück (beide Sa., 18 Uhr), BC Pharmaserv Marburg - Eisvögel USC Freiburg (Sa., 19 Uhr), Inexio Royals Saarlouis - TSV Wasserburg (So., 15 Uhr), Bascats USC Heidelberg - TK Hannover (So., 16 Uhr), Rutronik Stars Keltern - Xcyde Angels Nördlingen (So., 17.30 Uhr).

Von Marcello Di Cicco