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Lokalsport Blue Dolphins zu Gast in Heidelberg
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13:00 23.12.2020
Theresa Simon (rechts; gegen Saarlouis’ Linn Schüler) ist mit dem BC Pharmaserv Marburg in Heidelberg zu Gast.
Theresa Simon (rechts; gegen Saarlouis’ Linn Schüler) ist mit dem BC Pharmaserv Marburg in Heidelberg zu Gast. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Erst sehr zufrieden, dann verärgert, enttäuscht und nun hoffnungsfroh: Mit der Stimmung im Marburger Basketball-Bundesliga-Team ging es zuletzt auf und ab. Auf die weitgehend überzeugende Leistung beim 90:72-Heimsieg über den TK Hannover folgte am vergangenen Sonntag eine unnötige 53:55-Niederlage in Nördlingen, dazwischen kam die Nachricht über die Wertung des abgesagten Osnabrück-Spiels gegen den BC Pharmaserv samt Abzug eines Punkts. Flügel- und Aufbauspielerin Theresa Simon ist guter Dinge für die bevorstehenden Spiele um Weihnachten und den Jahreswechsel. Mit der OP spricht die 22-Jährige über ...

... die Stimmung im Team: Es sei „natürlich nicht schön“ gewesen, von Punktabzug und Niederlage gegen Osnabrück am „Grünen Tisch“ zu erfahren. Auch das Nördlingen-Ergebnis schmerze, räumt Simon ein. „Die Situation ist ein bisschen blöd. Aber wir lassen uns nicht herunterziehen. Wir müssen als Team zusammenhalten und das machen wir auch. Wir wissen, dass wir großes Potenzial haben.“

... die Unterschiede bei den beiden jüngsten Partien: Gegen Hannover erzielten die Blue Dolphins 90 Punkte und damit so viele wie seit mehr als anderthalb Jahren nicht mehr, in Nördlingen kamen sie nur auf 53 Zähler, so wenige wie seit gut drei Jahren nicht mehr. „Es sind zwei Spiele, die komplett anders verlaufen sind. Nördlingen hat viel intensiver verteidigt als Hannover, Punkte mussten viel härter arbeitet werden“, erklärt sie. Hinzu sei fehlendes Wurfpech gekommen: „Es gibt so Spiele, da fällt gefühlt jeder Wurf. Diesmal war es lange genau andersherum.“

... ihre Erwartungen fürs Heidelberg-Spiel: Am Mittwoch (17.30 Uhr; siehe Infobox) gastiert das Marburger Team bei den SNP Bascats des USC Heidelberg, die am Wochenende eine deutliche 79:104-Niederlage in Osnabrück kassiert hatten. „Wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen“, sagt Simon. „Sie spielen einen sehr aggressiven Basketball. Wir dürfen uns davon nicht beeindrucken lassen.“ Ziel müsse es sein, wie über weite Strecken gegen Hannover und zumindest phasenweise in der zweiten Hälfte in Nördlingen selbst viel Intensität aufs Parkett zu bringen. „Wenn wir unser Spiel durchziehen, gewinnen wir“, ist die sechsfache deutsche Nationalspielerin überzeugt.

... das Programm in den nächsten anderthalb Wochen: „Die Belastung ist natürlich hoch“, sagt Simon. „Aber das kennen wir aus der Vorsaison, in der wir unter der Woche häufig Spiele im Europacup hatten.“ Aufs Heidelberg-Spiel folgen im Abstand von jeweils drei bis vier Tagen die Bundesliga-Partien gegen Simons Ex-Club Göttingen (Sonntag, 27. Dezember, 16 Uhr) und beim Herner TC (Mittwoch, 30. Dezember, 19.30 Uhr) sowie das Pokal-Viertelfinale zu Hause gegen Osnabrück (2. oder 3. Januar, genauer Termin noch offen). „Wichtig ist, dass wir zwischen den Spielen gut regenerieren, sonst ist die Verletzungsgefahr höher.“ Ein Problem mit den vielen Spielen binnen kurzer Zeit hat sie nicht, freut sich sogar darüber: „Es macht mehr Spaß zu spielen als zu trainieren.“

... Weihnachten in diesem Jahr: Wird Corona-bedingt anders, bei den Basketballerinnen wie bei allen anderen. Die BC-Spielerinnen haben lediglich an Heiligabend frei, Simon wird den Tag zu einem Familienbesuch in Niedersachsen nutzen, will dafür mit dem Team nach dem Spiel nach Marburg und dann direkt weiter Richtung Norden fahren. Schon am 25. Dezember wird wieder trainiert, viel Zeit bleibt bis zum Göttingen-Spiel nicht. In den vergangenen Jahren war zumindest die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr spielfrei, diesmal aufgrund des späteren Saisonstarts nicht. Für die 22-Jährige ist das kein Anlass zu klagen: „Ich bin dankbar, dass wir spielen dürfen, dass wir als Leistungssportlerinnen unserer Leidenschaft nachgehen dürfen, während die meisten anderen ihren Sport nicht ausüben können“, sagt sie und hofft, „dass die Situation möglichst schnell so ist, dass die Einschränkungen nicht mehr nötig sind“.

Ein besonderes Spiel für Rachel Arthur

Nur drei Tage nach der 53:55-Niederlage in Nördlingen haben die Blue Dolphins am 23. Dezember in Heidelberg die Chance, es besser zu machen und etwas Abstand zur Abstiegszone zu gewinnen. Mit drei Pluspunkten aus formal sechs Partien (fünf gespielte, dazu die Niederlage in Osnabrück am „Grünen Tisch“) stehen sie nur auf Rang zehn – einen Zähler und zwei Plätze hinter dem  Gegner am Tag vor Heiligabend, der bislang gegen Göttingen (69:63) und in Saarlouis (56:69) gewann.

Seine übrigen fünf Ligaspiele verloren die „Basketball-Katzen“, zuletzt mit 25 Punkten Abstand in Osnabrück. Trainer Dennis Czygan analysierte: „Wir haben viel zu schlecht verteidigt.“ Olivia Nash war mit 14 Punkten Topscorerin der Heidelbergerinnen – die US-Amerikanerin war erst wenige Tage zuvor nach einem Gastspiel bei den Halle Lions zu ihrem alten Verein zurückgekehrt.

Für die Gäste aus Marburg wird es darauf ankommen, die Intensität, die am Sonntag phasenweise gefehlt hatte, über die gesamte Spieldauer aufs Parkett der Sporthalle des Olympiastützpunkts Rhein-Neckar zu bringen. „Wir sind zu spät aufgewacht“, sagte Co-Trainer Frank Arnold nach der Begegnung in Nördlingen. Ein besonderes Spiel wird es für Rachel Arthur: Die 26-jährige Deutsch-Amerikanerin war im Sommer nach Marburg gewechselt, nachdem sie drei Jahre für die Bascats aktiv gewesen war.

Von Stefan Weisbrod