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Lokalsport Bertholdt warnt vor Osnabrücks Fastbreaks
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16:00 05.01.2021
Marburgs Kapitänin Marie Bertholdt (rechts) umkurvt die Hannoveranerinnen Tessa Stammberger (links) und Hannah Brown.
Marburgs Kapitänin Marie Bertholdt (rechts) umkurvt die Hannoveranerinnen Tessa Stammberger (links) und Hannah Brown. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Ende Oktober musste Frauen-Bundesligist BC Pharmaserv Marburg für drei Wochen in Corona-Quarantäne, um Weihnachten wieder für zehn Tage.

Im ersten Spiel nach der erneuten Isolation holt das Basketball-Team um Trainer Julian Martinez am Mittwoch, 6. Januar, (19 Uhr) in eigener Halle das Viertelfinale des deutschen Pokals gegen die Girolive-Panthers Osnabrück nach.

Im Interview mit der Oberhessischen Presse spricht Marburgs Kapitänin Marie Bertholdt über die Zwangspause des Teams, den Gegner und den pickepackevollen Spielplan.

OP: Marie Bertholdt, wie ist die Stimmung im Team nach der zweiten Quarantäne?

Marie Bertholdt: Im Vergleich zur ersten Quarantäne ist die Stimmung ganz okay, da macht die Dauer schon einen Unterschied. Hinzu kommt, dass jeder merkt, dass er über Weihnachten körperlich nicht so viel verloren hat. Nach der ersten Quarantäne war es viel schwieriger, wieder reinzukommen. Die Woche Training nach der vergangenen Quarantäne hat uns viel gebracht.

OP: In der Liga wurde das Spiel gegen die Panthers Osnabrück am „grünen Tisch“ gegen den BC Marburg gewertet (die OP berichtete). Ist das zusätzliche Motivation für Ihr Team?

Bertholdt: Es ist ja nicht so, dass wir da irgendeinen Hass verspüren. Motivation ist immer da – auch weil wir schon länger nicht mehr gespielt haben und jetzt wieder angreifen und zeigen wollen, dass wir gut mitspielen können.

OP: In Allazia Blockton (durchschnittlich 16,7 Punkte pro Spiel) und Samantha Fuehring (15,8; im Schnitt 9 Rebounds) hat Osnabrück zwei herausragende Spielerinnen. Auf was wird es ankommen, um zu gewinnen?

Bertholdt: Wir haben bis Montagmittag noch nicht viel gescoutet. In der Vorbereitung auf das letztlich ausgefallene Heidelberg-Spiel haben wir Osnabrück aber im Video gesehen. Dort waren die Fastbreaks auffällig, fast die Hälfte der Punkte haben sie dadurch erzielt. Diese schnellen Angriffe müssen wir stoppen und so offensiv schlaue Würfe nehmen. Wenn wir da nicht clever sind, kriegt man schnell Rebounds, mit denen sie im Übergang von Defensive zu Offensive einen Vorteil haben. Mit gegnerischen Spielerinnen haben wir uns noch nicht beschäftigt. Für uns lag der Fokus bisher darauf, wieder in unseren Rhythmus zu finden.

OP: Der BC Marburg hat in der Bundesliga die wenigsten Spiele aller Teams absolviert (6). Ist das ein Wettbewerbsnachteil?

Bertholdt: Zumindest wird es eine noch sehr anstrengende Hauptrunde. Bis März haben wir zwei Spiele pro Woche. Es wird deshalb viel auf Trainingssteuerung ankommen und wie wir die Herausforderung angehen. Ich glaube nicht, dass es nicht machbar ist, aber es wird für die ganze Mannschaft eine Herausforderung sein. Ob es ein Nachteil ist, oder sogar ein Vorteil, eben weil wir mehr spielen, kann man so oder so sehen. Generell ist diese Saison richtig schwierig, weil eine Quarantäne den Ablauf von Spielen und Training total zerstört, sodass man immer erst wieder hineinfinden muss. Die Saison zeigt, dass es einen Unterschied ausmacht, ob man erst sechs- oder elfmal gespielt hat.

Von Marcello Di Cicco