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Lokalsport BC Marburg startet in die Playoffs
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17:58 26.03.2021
BC Marburgs Rachel Arthur (rechts) wird von den Göttingerinnen Riley Lupfer (links) und Ruzica Dzankic attackiert.
BC Marburgs Rachel Arthur (rechts) wird von den Göttingerinnen Riley Lupfer (links) und Ruzica Dzankic attackiert. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Für die Basketballerinnen des BC Pharmaserv Marburg steht die heiße Phase der Bundesliga-Saison an. Nach dem Abschluss der Hauptrunde geht es am Samstag (19 Uhr) los mit dem Playoff-Viertelfinale, das im Modus „Best of three“ ausgetragen wird. Heißt: Wer zweimal gewinnt, zieht ins Halbfinale ein. Für die Blue Dolphins heißt die Auftakthürde Flippo Baskets BG Göttingen. Der Tabellenvierte trifft auf den in der Hauptrunde einen Punkt schlechteren Fünften, gegen den der BC im Hinspiel Mitte Februar klar gewann (89:62) und drei Tage später in der Verlängerung verlor (59:64).

„Die sind heiß, haben gesehen, dass sie uns auch schlagen können. Das werden keine einfachen Spiele. Für uns gilt, das zu zeigen, was wir im ersten Spiel gezeigt haben“, sagt BC-Spielerin Mali Sola, die in beiden Duellen noch verletzungsbedingt fehlte, nun aber wieder fit ist – so wie alle anderen Mitspielerinnen. „Wir haben noch ein paar kleinere Wehwehchen, aber keine ernsthaften Verletzungen“, freut sich BC-Cheftrainer Christoph Wysocki, alle seine Schützlinge an Bord zu haben – genau wie über die mindestens zwei bevorstehenden K.-o.-Spiele. „Ich bin schon richtig in Playoff-Stimmung, bei den Mädels wird es langsam“, sagt der frühere polnische Nationalspieler.

„Ich spiele die Playoffs nicht nur, um dabei zu sein“

Der BC beendete die Hauptrunde mit sechs Siegen in Folge, zuletzt hatte das Team wegen des Endrundenturniers um den deutschen Pokal nach vielen kräftezehrenden Englischen Wochen zwei Wochen Pause – doch die nutzten Kapitänin Marie Bertholdt und Co. Am vergangenen Freitag stand ein internes Testspiel an – „mit Schiedsrichter und Kampfgericht – einfach fürs Wettkampfgefühl“, erzählt Wysocki, der sich mit seinem Team mit einer Videoanalyse akribisch auf den Gegner vorbereitet hat.

„Unser erstes Spiel gegen Göttingen war gut, das zweite war eines der schlechtesten Spiele unter meiner Regie. Dort haben wir falsche Entscheidungen getroffen, schlecht verteidigt und kamen oft zu spät“, erinnert sich Wysocki. Dies soll sich an diesem Samstag (19 Uhr) in eigener Halle und auch im Rückspiel am darauffolgenden Samstag (19 Uhr) in Göttingen nicht wiederholen. In Samatha Roscoe (15,09), Jennifer Crowder (14,5), Riley Lupfer (12,18), Ivana Blazevic (11,41) und Ruzica Dzankic (10,37) verfügen die Flippo Baskets über fünf Spielerinnen, die im Schnitt zweistellig punkten. „Wir haben die besten deutschen Spielerinnen bei uns“, sagt Wysocki stolz, der nach der guten Entwicklung der vergangenen Wochen vor Selbstvertrauen strotzt: „Ich spiele die Playoffs nicht nur, um dabei zu sein“, lässt er durchblicken, dass der Weg in der Runde der letzten Acht nicht zu Ende gehen soll.

Bundesliga-Playoffs, Viertelfinale: BC Marburg – BG Göttingen (Sa., 19 Uhr), Stars Keltern – Lions SV Halle, Herner TC – Eisvögel USC Freiburg, TSV Wasserburg – Panthers Osnabrück (alle So., 16 Uhr).

Wie Keltern auch als Nicht-Finalist Deutscher Meister werden könnte

Die Playoffs in der Bundesliga hängen am seidenen Faden. Denn sollte in einem der acht Teams, die sich für das Viertelfinale qualifiziert haben, ein Corona-Fall auftreten, der eine Quarantäne der betroffenen Mannschaft nach sich zieht, „könnten wir die Playoffs wohl nicht im geplanten Zeitfenster durchführen“, erläutert DBBL-Geschäftsführer Philipp Reuner auf OP-Nachfrage. Die Playoffs müssten dann abgebrochen werden – mit der Folge, dass der Erste der Hauptrunden- Tabellen Deutscher Meister wäre, also die Rutronik Stars Keltern. Dies sei laut Reuner bereits vor der Runde entschieden worden.

Durch diese Regelung könnte es zu einem Kuriosum kommen: Denn Keltern wäre selbst dann Meister, wenn das Team etwa im Viertelfinale ausscheiden würde und die Serie erst im Finale zwangsweise beendet werden müsste. Reuner sieht dies dennoch als gerechte Lösung, „weil ja über 22 Spieltage eine Wertung vorliegt, die sportlich ermittelt wurde“.
Laut Spielplan würde eine fünfte und letzte Partie im Finale am 2. Mai stattfinden. Einen größeren Puffer, die Saison zu verlängern, gebe es nicht – „höchstens um ein paar Tage oder eine Woche“, meint der DBBL-Geschäftsführer, der dies nicht nur mit den Planungen der Vereine begründet, sondern auch mit einem „großen Unsicherheitsfaktor“, den die kaum planbare Entwicklung Corona-Pandemie mit sich bringe. Reuner: „Wer weiß, ob sich die Situation im Mai besser darstellt.“

Von Marcello Di Cicco