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BC Marburg bindet Trainer Christoph Wysocki
BC Marburg bindet Trainer Christoph Wysocki
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11:00 05.03.2021
Christoph Wysocki – hier mit Lisa Kiefer – bleibt über den Sommer hinaus Trainer von Bundesligist BC Marburg.
Christoph Wysocki – hier mit Lisa Kiefer – bleibt über den Sommer hinaus Trainer von Bundesligist BC Marburg. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Noch bevor es in die heiße Phase der Bundesliga-Hauptrunde geht, schafft der BC Pharmaserv Marburg Fakten: Christoph Wysocki bleibt über die laufende Basketballsaison hinaus Trainer der ersten Frauenmannschaft. „Christoph leistet hier hervorragende Arbeit. Unsere Mädels spielen gerne mit und unter ihm, und besser hätte er das Blatt nicht wenden können“, begründet BC-Vorstand Stefan Gnau. Der 64-jährige Wysocki sieht das in ihn gelegte Vertrauen als „Anerkennung unserer Arbeit“. Nicht nur er, sondern auch Co-Trainer Frank Arnold und die langzeitverletzte Steffi Wagner, die das Trainerteam unterstützt, hätten maßgeblichen Anteil am derzeitigen Erfolg.

Der vor der Saison als Trainer für die Zweitliga- und ­U-18-Bundesliga-Mannschaft (beide Teams pausieren derzeit) gekommene Wysocki hatte die Blue Dolphins Mitte Januar nach der Entlassung von Julian Martinez übernommen. In elf Bundesligaspielen unter dem früheren polnischen Nationalspieler gewann der BC siebenmal; lediglich gegen die Topmannschaften Rutronik Stars Keltern, TSV Wasserburg, Herner TC und Flippo Baskets Göttingen verloren die Marburgerinnen – gegen Spitzenreiter Keltern (67:68) nur sehr knapp, gegen Göttingen erst nach Verlängerung (59:64). Im zweiten Aufeinandertreffen mit Wasserburg behielt der BC gar die Oberhand. Als Wysocki übernahm, war der BC Tabellenletzter, inzwischen hat das Team als Sechster die Playoff-Teilnahme sicher.

„Etliche Bewerbungen“ habe der Verein für die Trainerstelle erhalten, „teilweise aus ganz Europa“, verrät Gnau. Letztlich hätten die Vorteile überwogen, die Wysocki mit sich bringe. „Wir legen großen Wert darauf, auch junge deutsche Spielerinnen ins Team einzubinden“, nennt Gnau einen Aspekt. Bei Spielerinnen wie Lisa Kiefer, Flora Lukow und Sarah Lückenotte sei dies dem Coach zuletzt überzeugend gelungen. „Christoph Wysocki ist nicht die absolut langfristige Trainerlösung. Es spricht aber auch nichts dagegen, dass er noch zwei Jahre weitermacht“, stellt Gnau klar. Wahrscheinlich kommende Woche soll der Vertrag schriftlich fixiert werden.

Wysocki sieht die Weichenstellung zum jetzigen Zeitpunkt als „wichtigen Faktor für die Spielerinnen, denn die Konkurrenz schläft nicht“, spielt der Coach auf die Kaderplanung für die kommende Spielzeit an. Laut Gnau will sich der Verein in den nächsten Wochen verstärkt auch darum kümmern – ebenso um die Zusammenstellung des Trainerteams. „Das wird sich wahrscheinlich etwas verändern“, lässt Gnau durchblicken – allein weil Wagner derzeit fürs Scouting zuständig ist. „Uns war es zunächst aber wichtig, den Spielerinnen eine Perspektive zu geben“, sagt der Teammanager.

Wysocki will den Blick derweil gar nicht so weit voraus werfen. Nach drei Siegen in Folge steht für die Blue Dolphins ein Doppelspieltag an: Heute (19 Uhr) zu Hause gegen den Tabellenvierten Panthers Osnabrück und am Sonntag (16 Uhr) beim Liga-Siebten Eisvögel USC Freiburg kann das Wysocki-Team einen großen Schritt machen, um die Ausgangslage fürs Playoff-Viertelfinale weiter zu optimieren. „Die beiden Spiele sind ganz wichtig, um unsere Platzierung zu verbessern“, weiß Wysocki, der gerne als Tabellenvierter oder -fünfter in die K.-o.-Runde einziehen und dort den Top Drei der Liga aus dem Weg gehen würde. „Die Stimmung im Team ist gut. In den vergangenen fünf Wochen haben wir uns gefunden, auf dieser Welle müssen wir reiten“, hofft Wysocki auf die maximale Ausbeute – genau wie Gnau: „Drei Siege aus drei Spielen ist nicht unrealistisch. Wenn es nicht klappt, ist es aber kein Beinbruch“, sagt der Teammanager. Am letzten Spieltag trifft der BC am Sonntag, 14. März (16 Uhr), in eigener Halle auf die Angels Nördlingen und damit einen weiteren direkten Konkurrenten im Tabellenmittelfeld.

Ehe dies soweit ist, gilt der Fokus der heutigen Partie. „Wenn wir es wieder schaffen, den Gegner bei 50 oder 60 Punkten zu halten, bin ich guter Dinge. In der Offensive geht immer etwas“, setzt der Coach auf das zuletzt gute Defensivverhalten seiner Schützlinge, bei denen er noch den „Killerinstinkt“ vermisst. „Ich will den Gegner nicht vernichten“, stellt der 64-Jährige klar, „es geht vielmehr darum, den Gegner im Spielverlauf nicht wiederaufzubauen. Mannschaften wie Keltern oder Wasserburg bestrafen Nachlässigkeiten“, gibt der Übungsleiter zu bedenken.

Von Marcello Di Cicco