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Lokalsport Lohra will sich möglichst teuer verkaufen
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13:00 25.02.2022
Nico Dammköhler (links; hier gegen Micha Koch von der SG Morns-/Erdhausen) will mit dem VfB Lohra in der Kreisliga B Biedenkopf noch möglichst weit nach oben klettern. Die Pokalpartie gegen Wetter ist für die Lohraer ein „Bonusspiel“.
Nico Dammköhler (links; hier gegen Micha Koch von der SG Morns-/Erdhausen) will mit dem VfB Lohra in der Kreisliga B Biedenkopf noch möglichst weit nach oben klettern. Die Pokalpartie gegen Wetter ist für die Lohraer ein „Bonusspiel“. Quelle: Archivfoto: Jens Schmidt
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Lohra

Das Duell hat es im Marburger Fußball-Kreispokal vor gar nicht allzu langer Zeit schon einmal gegeben: Vor rund zweieinhalb Jahren, zu Beginn der Spielzeit 2019/2020, schlug sich der VfB Lohra gegen den hoch favorisierten VfB Wetter achtbar, kassierte zwar früh ein erstes Gegentor, ging aber nur mit einem 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause und verlor letztlich mit 0:3 – ein Ergebnis, mit dem die Verantwortlichen des B-Ligisten diesmal wohl auch nicht unzufrieden wären. Da Hessenligist Eintracht Stadtallendorf sowie die Verbandsligisten SV Bauerbach, SF BG und VfB Marburg erst in der ersten regulären Runde eingreifen, ist die Partie zwischen Lohra und dem drei Klassen höher spielenden VfB Wetter auf dem Papier die klarste Angelegenheit in der Begradigungsrunde.

Dass die Lohraer die Herausforderung annehmen, „steht völlig außer Frage“, sagt Malte Naujoks. Das Spiel abzusagen, sei kein Thema gewesen, denn: „Underdog zu sein ist erst mal eine geile Rolle, man hat nichts zu verlieren.“ Ziel sei es, sagt der spielende (derzeit aber verletzte) Co-Trainer, Wetter „vielleicht ein bisschen ärgern“ zu können, sich „möglichst gut zu verkaufen“. Er sehe die Partie als „Bonusspiel“, aber auch als „Einheit der Vorbereitung“.

Der Tabellenführer ist nur fünf Punkte voraus

Der Fokus liegt eindeutig auf der Liga. Die Lohraer spielen – wie in den vergangenen Jahren fast immer – im Fußballkreis Biedenkopf mit, belegen in der Kreisliga B den achten Platz. Naujoks, früherer Verbandsliga-Torhüter beim VfB Gießen und beim FC Alsbach in Südhessen, ist damit nicht zufrieden: „Unser Anspruch ist ein anderer. Mit unserem Kader, mit der Qualität im Kader, können wir auf jeden Fall oben mitmischen.“ So weit ist der VfB aber von der Spitze auch gar nicht entfernt: Lediglich fünf Punkte mehr hat Tabellenführer VfL Biedenkopf II nach der Hinserie der wohl spannendsten Spielklasse der Region auf dem Konto.

Die Mannschaft aus Lohra hat seit Beginn der Saison immer wieder mit Verletzungspech zu kämpfen. „Bei einem dünnen Kader macht sich das umso mehr bemerkbar“, sagt Naujoks, der vor wenigen Jahren aus familiären Gründen nach Lohra kam, seitdem nicht mehr im Tor, sondern als „Sechser“ spielt, aktuell nach einem Kreuzbandriss auf sein baldiges Comeback hofft. „Es geht aber anderen Teams nicht anders. Überall gab es Ausfälle.“ Auch das habe dazu beigetragen, dass sich bislang keine Mannschaft absetzen konnte, von den 13 Teams in der Liga neun – die Michelbacher Reserve hat als Neunter lediglich einen Punkt weniger als Lohra und somit sechs Zähler Rückstand auf Biedenkopf II – noch Chancen auf den Aufstieg haben. Als „extrem reizvoll“ bezeichnet der 28-Jährige, der das Team gemeinsam mit Cheftrainer Marcus Veith coacht, die Konstellation. „Sie bietet uns noch alle Möglichkeiten.“ Wobei er betont: „Wir schauen von Spiel zu Spiel.“

Das erste der Rückrunde bestreitet der VfB am 13. März gegen den SC Gladenbach II – bei dem er die letzte Partie der Hinserie mit 0:4 verlor, „auf den Deckel“ bekam, wie es Naujoks formuliert. „Da haben wir noch eine Rechnung zu begleichen.“ Danach stehen noch elf weitere Spiele auf dem Programm. Der Co-Trainer hofft, dass sich die Mannschaft defensiv stabiler präsentiert als in der ersten Saisonhälfte: Die 28 kassierten Tore seien „deutlich zu viele“. 32 Mal hat die Mannschaft selbst getroffen, wobei Julian Stenzel (14) und Manuel Findt (13) den Löwenanteil der Tore beisteuerten. Gegnerische Mannschaften wissen also, auf wen sie sich konzentrieren müssen. „Aber“, sagt Naujoks, „das wissen sie schon seit Jahren und trotzdem machen die beiden ihre Tore.“

Von Stefan Weisbrod

facHassen-/Bellnhausen und Sterzhausen machen heute den Auftakt

Insgesamt 17 Spiele der Begradigungsrunde des Marburger Kreispokals sollen zwischen dem heutigen Freitag und dem kommenden Mittwoch ausgetragen werden: Spvgg Hassen-/Bellnhausen – FSV Sterzhausen (heute, 18.30 Uhr), SG Niederweimar/Haddamshausen – FSV Borts-/Ronhausen (Samstag, 13 Uhr, in Cappel), VfB Lohra – VfB Wetter, SG Versbachtal – VfR Niederwald (in Altenvers), SV Beltershausen – SG Salzböde-Lahn, RSV Kleinseelheim –  SV Emsdorf (alle Samstag, 15 Uhr), FV Bürgeln – TSV Erksdorf (Samstag, 15.30 Uhr), TSV Moischt – VfL Dreihausen (Samstag, 16.45 Uhr, in Cappel), TSV Elnhausen – TSV Amöneburg (Samstag, 18 Uhr, in Michelbach), TSV Ernsthausen – Germania Betziesdorf 3:0 (kampflos), SG Ebsdorfergrund – FC Oberwalgern, BSF Richtsberg – 1. FC Waldtal, FSG Südkreis – SG Niederklein/Schweinsberg (in Niederwalgern), TSV Michelbach – SSV Hatzbach (alle Sonntag, 15 Uhr), FSV Cappel – SV Großseelheim, 1. FC Sindersfeld – FV Wehrda (beide Dienstag, 19 Uhr), VfL Neustadt – FV Cölbe (Mittwoch, 19 Uhr). In der ersten regulären Runde, deren Partien überwiegend in der kommenden Woche ausgetragen werden sollen, steigen unter anderem Hessenligist Eintracht Stadtallendorf sowie die heimischen Verbandsligisten in den Wettbewerb ein. sw