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VfB-Junioren warten weiter auf den ersten Sieg
VfB-Junioren warten weiter auf den ersten Sieg
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15:00 14.12.2021
Johannes Herbener (vorn) schirmt den Ball in dieser Szene gegen einen Darmstädter ab. Die B-Junioren verloren das Hessenliga-Spiel mit 0:2.
Johannes Herbener (vorn) schirmt den Ball in dieser Szene gegen einen Darmstädter ab. Die B-Junioren verloren das Hessenliga-Spiel mit 0:2. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Marburg

Lars Schneider, der Trainer des B-Jugend-Hessenliga-Schlusslichts VfB Marburg, haderte nach der 0:2-Niederlage seines Teams am Samstag gegen den SKV Rot-Weiß Darmstadt vor allem mit zwei Entscheidungen des Schiedsrichters. In der 37. Minute war ein Marburger Spieler nach einem Zweikampf im Gäste-Strafraum zu Fall gekommen, der Referee entschied auf Weiterspielen. „Das war ein glasklarer Elfmeter für uns“, ärgerte sich Schneider. Und in der 53. Minute zeigte der Unparteiische einem Marburger nach einem Foul im Mittelfeld an Darmstadts Noah Mukanya die Rote Karte. „Das war eine zu harte Entscheidung. Mein Spieler wollte eindeutig auch den Ball treffen. Eine Zeitstrafe wäre angemessener gewesen“, so Schneider, dessen Mannschaft erst in Unterzahl die Tore kassierte.

Das Spiel begann wie erwartet mit feldüberlegenen Gästen, bei denen selbst der Torwart sich in „Manuel-Neuer-Manier“ (die Großväter erinnern sich auch noch an Petar Radenkovic) weit vor dem eigenen Kasten am Spielaufbau beteiligte. Die Gastgeber setzten hingegen auf Konterfußball und kamen damit in den ersten Minuten sogar zu den gefährlicheren Torannäherungen – Mika Wilkes Vorstoß fing Gästetorwart Kevin Guthmann noch ab (2.), der Kopfball von Philipp Kamenskiy ging knapp über die Latte (5.).

Darmstadt dominierte zwar das Mittelfeld mit seinem Taktgeber Nicolai Kostal und setzte die Heimmannschaft bei deren Ballbesitz bereits früh unter Druck, doch wenn die Offensivversuche Darmstadts in die (große) Box gelangten, war meist Schluss, die Marburger Defensive klärte, bevor es richtig gefährlich werden konnte. Dazu gehörten auch die guten Aktionen von Torwart Jannik Lang gegen Leon Wendt (12.) und beim Freistoß von Diego Kunkelmann (30.). Glück hatte der VfB, als in der 35. Minute die beiden Darmstädter Jan Wobrock und Mukanya eine Hereingabe in den Fünfmeterraum knapp verpassten.

Und noch mehr Glück hatte der VfB eine Minute nach Wiederbeginn, als Wendt ein Heber im Fünfmeterraum über den VfB-Keeper gelang, aber der Ball zwei Meter vor der Linie noch geklärt werden konnte. Auch Kostals 30-Meter-Schuss ging knapp über die Latte (44.). In Unterzahl ab der 53. Minute änderte sich wenig am grundsätzlichen Geschehen, die Gäste agierten, Marburg wehrte sich nach besten Kräften.

Das Tor zum 0:1 in der 63. Minute fiel aus VfB-Sicht unglücklich. Wobrock hatte bei seinem Freistoß aus 35 Metern wohl eher eine Flanke denn einen Torschuss im Sinn gehabt. Der Ball geriet aber länger und länger, VfB-Torwart Lang verschätzte sich und über ihm schlug das Spielgerät im linken oberen Eck ein. „Da will ich meinem Torwart keinen Vorwurf machen. Er hat insgesamt stark gehalten, und jeder macht mal einen Fehler“, sagte Schneider.

Unverhofft bot sich dem VfB sechs Minuten später eine gute Gelegenheit zum Ausgleich. Darmstadts Torwart hatte eine Rückgabe mit der Hand aufgenommen, der Schiedsrichter entschied auf Freistoß an der 16-Meter-Linie. Doch Klaus Herbeners Schuss – von der Gästemauer noch leicht abgefälscht – parierte Guthmann (69.).

Kämpferisch stärker

In den letzten Spielminuten machte der VfB hinten auf, drängte auf den Ausgleich – und kassierte nach einem Gegenangriff durch den 16-Meter-Schuss von Batuhan Aydin ins linke unter Ecke das 0:2 (79.).

In der vierminütigen Nachspielzeit blieb der Gastgeber dran, doch sowohl Moritz Bau mit seinem 25-Meter-Freistoß als auch Damian Vogel aus zehn Metern blieb ein Treffer verwehrt.

„Wir waren kämpferisch stärker – das erzähle ich meiner Mannschaft schon seit Wochen nach den Spielen, und es ist nicht gelogen“, sagte Schneider. In vielen Spielen zuvor sei es eng zugegangen, aber am Ende sei seine Mannschaft oft nicht mit Punkten belohnt worden. Schneider ist dennoch weiter zuversichtlich, dass das Ziel Klassenerhalt zu schaffen sei. „Im Prinzip kann fast jeder jeden schlagen.“

Darmstadts Coach Marco Göbel sah einen „erwartet schwierigen Gegner“, gegen den seine Mannschaft geduldig spielte und sich am Ende mit einer „Willensleistung“ durchsetzte. Der SKV RW hat ebenfalls den Klassenerhalt als Saisonziel und steht dafür mit bisher 22 Punkten gut gerüstet da.

Von Michael Seehusen