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Lokalsport Los geht’s in Aufstiegs- und Abstiegsrunden
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14:59 25.03.2022
Kämpfen beide in der Abstiegsrunde gegen den Abstieg aus der Kreisoberliga: Der TSV Erksdorf um Sercan Sarica (links) und Michael Rübes TSV Michelbach.
Kämpfen beide in der Abstiegsrunde gegen den Abstieg aus der Kreisoberliga: Der TSV Erksdorf um Sercan Sarica (links) und Michael Rübes TSV Michelbach. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Diese Begriffe sind sonst nur in anderen Sportarten bekannt. Jetzt aber starten die gern so bezeichneten „Playoffs“ und „Playdowns“ in der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord sowie in der Kreisliga A Marburg. Offiziell werden sie als Aufstiegs- beziehungsweise Abstiegsrunde bezeichnet. Damit ist auch gesagt, worum es geht. Mitte Juni sollen alle Entscheidungen gefallen sein.

Nachdem zuletzt zwei Spielzeiten coronabedingt abgebrochen wurden, sieht es – zumindest aktuell – so aus, als könne die laufende Saison zu Ende gebracht werden. In der Kreisoberliga, der insgesamt 19 Mannschaften angehören, werden Teams dann jeweils bis zu 30 Partien absolviert haben, bei einer Spielzeit mit vollständiger Hin- und Rückrunde wären es 36 gewesen. In der Kreisliga A Marburg mit ihren 18 Mannschaften sind es pro Team maximal 28 Spiele statt 34. Mit dem „alternativen Spielmodell“ wird also das Ziel erreicht, die Belastung zu reduzieren.

Dennoch gab und gibt es viel Kritik am Modus. Insbesondere die Regelung, wonach Abstiegsrunden-Teilnehmer nicht alle Ergebnisse aus der Qualifikation mitnehmen, und der Spielplan, der dafür sorgt, dass einige Teams in der Abschlusstabelle der Abstiegsrunde unterschiedlich viele Heim- und Auswärtsspiele in die Wertung bringen werden, hat bei zahlreichen Trainern, Spielern und Vereinsverantwortlichen für großen Unmut gesorgt (die OP berichtete).

Drei Wochen, nachdem in vielen anderen Ligen die Rückrunde begonnen hat, geht es nun in den Aufstiegs- und Abstiegsrunden los. Die OP gibt einen Überblick über die qualifizierten Mannschaften und die Ausgangssituation .

Aufstiegsrunde der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord: Mit neun Punkten Vorsprung beendete die SG Oberes Edertal die Qualifikation. Kaufen kann sich die Spielgemeinschaft aus Reddighausen und Holzhausen an der Eder davon nichts; wie für alle anderen Mannschaften in der Aufstiegsrunde – SG Lahnfels, SV Großseelheim, SV Borussia Momberg, SG Rennertehausen/Battenfeld und SG Silberg/Eisenhausen – geht es auch für sie bei null los. Lahnfels-Trainer Gerd Karcher zeigte sich aber überzeugt: „Wenn die SG Oberes Edertal bestätigt, was sie in der Qualifikation gespielt hat, dann wird sie auch Meister.“ Mit seinem Team will der Noch-Coach, der sein Amt nach der Saison an Harry Preuß abgibt und den Posten des Sportlichen Leiters übernimmt, „das Bestmögliche erreichen“.

Auch bei Nils Steitz steht nach der aktuellen Spielzeit eine Veränderung an; der derzeitige Trainer des SV Großseelheim übernimmt dann die Verantwortung bei der zweiten Mannschaft der SF BG Marburg. Noch aber fokussiert er sich auf seine Aufgaben in Großseelheim, will mit dem Team den dritten Platz aus der Qualifikation bestätigen. Möglichst gut abschneiden wollen auch die Spielgemeinschaften aus Rennertehausen und Battenfeld sowie aus Silberg und Eisenhausen, ebenso wie die Borussia aus Momberg, die ihr Saisonziel bereits mit der Qualifikation für die „Playoffs“ erreicht hat: den Klassenerhalt.

Abstiegsrunde der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord: Nur der TSV Amöneburg scheint recht sicher. Und unten sind die Chancen auf den Klassenerhalt für den TSV Kirchhain minimal, für die SG Wommelshausen/Dernbach und Wacker Frohnhausen eher gering. Doch es gibt nicht nur drei, es gibt fünf Abstiegsplätze. Erster „Anwärter“ auf den vierten ist die SG Bunstruth/Haina, die allerdings nur zwei Zähler Rückstand auf die Plätze acht und neun hat. Bedeutet: Es erwischt wohl mindestens eines der Teams, die mit ausgeglichener oder gar positiver Bilanz in die Abstiegsrunde starten: TSV Erksdorf, SF BG Marburg II, FV Wehrda, TSV Michelbach, TSV Röddenau, SC Gladenbach, VfL Dreihausen und FSV Cappel.

Aufstiegsrunde der Kreisliga A Marburg: Der RSV Roßdorf hat zwar die Qualifikation auf Rang eins beendet, sieht sich aber nicht als Topfavorit auf den Titel, wie Kapitän Yanik Schick der OP sagte: In der Spielvereinigung Rauischholzhausen und dem VfL Neustadt gebe es „Mannschaften, die für diese Liga eigentlich zu gut sind und die, glaube ich, auch das klare Ziel haben, aufzusteigen“. Gleichwohl würde der RSV Platz eins am Ende auch nicht ausschlagen.

Wie in der Kreisoberliga so gilt auch in der Kreisliga A: Es werden keine Punkte mit in die Aufstiegsrunde genommen. Jede Mannschaft spielt zweimal gegen jede andere, jeweils einmal zu Hause und einmal auswärts. FSG Südkreis, TSV Wohratal und FV Cölbe haben somit auf dem Papier dieselben Chancen wie die in der Qualifikation erfolgreicheren Konkurrenten.

Abstiegsrunde der Kreisliga A Marburg: Es gibt nur drei Absteiger. Und anders als in der Kreisoberliga ist das Feld weiter auseinandergezogen. Die Chancen auf den Klassenerhalt sind für den RSV Kleinseelheim wohl nur theoretischer Natur. Für die SG Rosphe wird es „ein schwieriges Unterfangen“, wie es Michael Reinhardt ausgedrückt hat. Der 55-Jährige, für wenige Monate aus dem Trainer-Ruhestand zurückgekehrt, ist trotzdem hoffnungsfroh. Näher sind die Nichtabstiegsplätze für die SG Niederklein/Schweinsberg, die mit drei Punkten Rückstand auf den FSV Cappel II in die „Playdowns“ startet. Wie sehr weitere Teams zittern müssen, hängt nicht zuletzt davon ab, wie die Kellerkinder aus den Startlöchern kommen.

Von Stefan Weisbrod