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Lokalsport Auf Schochs Tore könnte es noch ankommen
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10:58 28.01.2021
Andreas Schoch spielt für den TSV Michelbach.
Andreas Schoch spielt für den TSV Michelbach. Quelle: Thorsten Richter
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Michelbach

Neuland ist die Verbandsliga für Andreas Schoch nicht. Bereits in der Saison 2015/16 – nach einer Halbserie 2014/15 – trat der Stürmer mit dem FSV Schröck in der zweithöchsten hessischen Fußball-Spielklasse an, stieg mit der Elf vom Elisabethbrunnen allerdings in derselben Spielzeit ab.

Seit dieser Runde ist der 30-Jährige zurück in der Mitte-Staffel – nicht mit dem FSV, sondern dem TSV Michelbach, mit dem Schoch im vergangenen Jahr dank des besten Punktequotienten aller Teams der Gruppenliga Gießen / Marburg als Meister aufstieg.

Unter anderem mit Toptorjäger Orkun Zer vom FV Biebrich (13 Tore) und Ahmet Marankoz von TuBa Pohlheim (11), mit dem Schoch den geteilten zweiten Platz in der Torjägerliste belegt, kämpft der TSV-Stürmer um die Goalgetterkrone; für ihn und sein Team heißt es allerdings: Abstiegskampf.

Als Tabellen-16. (11 Punkte, 29:23 Tore) ist die Elf des Trainerduos Christoph Weidenhausen / Kai Ranke mittendrin im Tabellenkeller – wobei der Trend zuletzt der Freund des TSV war, denn die Partien unmittelbar vor der Corona-bedingten Zwangspause gegen Schlusslicht FC Gießen II (7:0) und den Tabellenzweiten Spvgg Eltville (5:2) gewannen Schoch und Co.

Findungsprozess hat zu lange gedauert

„Für uns war die Unterbrechung mega-blöd, denn wir waren recht gut drauf“, ärgert sich Schoch, „in den Spielen gegen Pohlheim und Langenaubach – die ersten Spiele, die ausfielen – wären vier bis sechs Punkte drin gewesen. Dann stünden wir jetzt besser da.“

Inzwischen habe sich der Aufsteiger an Tempo und Körperlichkeit gewöhnt – und auch in der Formation gefunden, was anfangs ein Problem war, wie Schoch aufzeigt: „Es kommt immer darauf an, wie gefestigt die Mannschaft ist. In Rick Winhauer und Alex Lauer hatten wir unsere beiden ,Sechser’ verloren. Der Findungsprozess hat bei uns zu lange gedauert, weil wir gerade auf den Schlüsselpositionen viele neue Spieler haben.“

Angebote von Hessenligisten

Neu ist Schoch nicht am Lorch. Dort begann er seine Laufbahn im Seniorenfußball – und kehrte 2019 dorthin zurück (siehe Infobox). „Ich wollte weg aus Biedenkopf und kannte die ganzen Michelbacher Jungs, mit denen ich – zum Teil schon in der Jugend – bei den SF BG Marburg gespielt habe.“

Zu dieser Zeit, die er zu seinen „erfolgreichsten Jahren“ zählt, weil er in drei Jahren etwas mehr als 90 Treffer erzielte, hätten auch Hessenligisten bei ihm angeklopft: die Stadtallendorfer Eintracht, der FC Ederbergland. Wechsel kamen aus verschiedenen Gründen jedoch nie zustande.

„Rein sportlich würde mich die Hessenliga schon reizen“, gesteht der Familienvater, „wegen Beruf, Kindern und Haus wäre der Aufwand dafür aber nicht vermittelbar meiner Familie gegenüber – und ich werde ja auch nicht jünger“, schiebt der Angreifer mit einem Augenzwinkern hinterher.

Klare Meinung zum Re-Start

Also bleibt es bei der Verbandsliga Mitte, in der Schoch für ihn und seine Mitspieler gute Chancen auf den Klassenverbleib sieht, denn: „Wir waren bisher in keinem Spiel die deutlich schlechtere Mannschaft. Dass wir nicht chancenlos sind, haben wir schon gegen Eltville gezeigt.“

Und auch zum Thema Saisonfortsetzung, die wegen Corona derzeit fraglich ist, hat Schoch eine klare Meinung: „Am besten würde mir gefallen, wenn man alles annulliert“, sagt Schoch, für den eine Einfachrunde gerade für die Mannschaften aus der unteren Tabellenregion ein Nachteil wäre, denn: „Für die Mannschaften, die in der Tabelle unten stehen, ist die Rückrunde wichtiger, weil man dann gegen Mannschaften von oben oder aus dem Tabellenmittelfeld spielt, für die dann schon alles entschieden ist. Das ist in der Hinrunde nicht der Fall.“

Der Ingenieur mit dem guten Torriecher

Andreas Schoch (30) ist in Bischkek (damals Frunse), der Hauptstadt Kirgistans, geboren. Mit fünf Jahren kam er mit seiner Familie in den Landkreis Marburg-Biedenkopf, wohnte seither in Cölbe, Marburg und Amönau. Inzwischen lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Marburg. Der Ingenieur hat einen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen mit der Fachrichtung Maschinenbau und einen Master in Prozessmanagement.

Seine fußballerische Laufbahn begann in der E-Jugend des VfB Marburg, anschließend spielte er bei den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg (ab zweitem D-Jugend-Jahr bis C-Jgd.) sowie beim FSV Cappel (B-Jgd.) und SC Waldgirmes (A-Jgd.).

Bei den Seniorenschnürte er bisher für den TSV Michelbach, die SF BG Marburg, den FSV Schröck, den VfL Biedenkopf und seit Sommer 2019 wieder für die Michelbacher seine Schuhe. Mit dem TSV schaffte der Angreifer im vergangenen Jahr den Aufstieg in die Verbandsliga Mitte, erzielte dabei in 19 Gruppenliga-Spielen 21 Treffer.

Von Marcello Di Cicco