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Lokalsport Kräftiger Regen sorgt für Abkühlung
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10:59 24.07.2019
Marc Feußner lief im strömenden Regen durch Biedenkopf. Er musste sich nur Matthias Berg geschlagen geben. Quelle: Helmut Schaake
Biedenkopf

Es ist schon fast Tradition: Hochsommerwetter gehört zum „Biedenköpper Stadtlauf“, der in diesem Jahr seine 18. Auflage feierte.

Alle sieben Jahre ist in Biedenkopf Grenzgang und dann herrscht Ausnahmestimmung, so auch beim 3er-Grenzgang-Staffellauf (Heimatfest seit 1963), der im Rahmen des Stadtlaufs ausgetragen wird.

Es war warm, ja sogar heiß und schwül. Die Blicke zum immer dunkler werdenden Himmel verhießen nichts Gutes. Waren die Schülerläufe, der Bambinilauf sowie der Staffellauf noch im Trockenen über die Bühne gegangen, so musste der Veranstalter im Hinblick auf die Unwetterwarnungen kurzfristig handeln.

Urkunde, Medaille und ein Eis

So wurde beschlossen, den 10-Kilometer-Lauf um 15 Minuten vorzuverlegen, was sich im Nachhinein auch als richtig erwies. In der zweiten Hälfte des Rennens, an dem fast 200 Läuferinnen und Läufer teilnahmen, sorgte kräftiger Regen für die nötige Abkühlung.

Gleich zum Auftakt im Schülerlauf wurde schnell gelaufen, denn jeder, der das Ziel auf dem Marktplatz erreichte, bekam neben Urkunde und Medaille eine wohlverdiente Eiskugel zum Abkühlen. Im Feld der jungen Nachwuchsathleten hatte am Ende Theresa Ruppersberg (ASC Breidenbach) die schnellsten Beine. Sie konnte sich in 4:30,9 Minuten gegen den Schlussangriff von Silas Gruber (Kassel) mit einer Sekunde Vorsprung erwehren.

Bei den Bambini merkte man, dass Ferienzeit ist, denn nur 15 „Minis“ nahmen die 400 Meter in Angriff. Hier hatte der siebenjährige Leonard Xaver Plack mit 1:43,2 Minuten und die sechsjährige Nahla Wohnrade (TV Buchenau) nach 1:56,1 Minuten die schnellsten Beine.

Ergebnisse

Ergebnisse und Urkunden zum Biedenköpper Stadtlauf finden Sie hier.

Als die zehn gemeldeten Staffeln auf ihren Start warteten, kam große Stimmung auf.

Der Staffelwettbewerb, der alle sieben Jahre anstatt des Fünf-Kilometer-Jedermannlaufs ausgetragen wird, ist sowohl für Vereinsläufer als auch sonstige Sportinteressierte geeignet.

Dabei sind die Burschen unverheiratet und gehören folglich einer Burschenschaft an, die Verheirateten gehören einer Männergesellschaft an. Dabei gibt es in Biedenkopf sieben Burschenschaften und elf Männergesellschaften, zumeist nach Straßennamen oder Ortsvierteln benannt.

Diese Burschenschaften und Männergesellschaften organisieren mit einem Organisationskomitee zusammen auch das Heimatfest. Und so recht nach dem Geschmack der Zuschauer wurde sich nichts geschenkt und bis über die Ziellinie ganz erbittert gekämpft.

Fotofinish um Burschenschafts-Bronze

Gesamtsieger wurde die Burschenschaft Balbach mit Torben Zaun, Felix Michel und Felix Liebetrau in 7:46,2 Minuten deutlich vor den United Owwastadt Corps und den nur hauchdünn dahinter im Fotofinish einlaufenden Männern der Hainstraße.

Bei den Frauen siegte der „ASC Breidenbach Nachwuchs“ mit Theresa Ruppersberg, Nela Freund und Marlis Freund ganz souverän vor den Frauen der Hainstraße „Vorge(b)rannt“ in 10:24,3 Minuten.

Höhepunkt war der 10-Kilometer-Lauf über zehn Runden, der auf einer amtlich vermessenen Strecke ausgetragen wurde. Der um 15 Minuten vorgezogene Start machte dementsprechend schnelle Beine bei den Teilnehmern. Sofort nach dem Start ging der Marburger Lehrer Matthias Berg (SC Steinatal) an die Spitze.

Wind erzwingt den Abbau des Zieltores

Nach der ersten Runde schloss der Vorjahreszweite Marc Feußner (ASC Breidenbach) zu ihm auf, beide lieferten sich einen tollen Zweikampf. Ab der vierten Runde setzte sich dann aber der mehrfache 5.000- und 10.000-Meter-Hessenmeister Matthias Berg entscheidend bei leichtem Dauerregen ab.

Spätestens nach der sechsten Runde wurde der Regen immer stärker und der Wind brachte das Zieltor ins Wanken, sodass es abgebaut werden musste. Runde um Runde vergrößerte Berg seinen Vorsprung und wurde im Ziel vom Streckensprecher Wolfgang Ehrling (Buchenau) nach 33:37,1 Minuten mit deutlichem Vorsprung vor Feußner in 35:13,4 begrüßt.

Hinterland-Duelll bei den Frauen

Dahinter lief Florian Engel (LG Vellmar), der lange für Anna Starostzik das Tempo machte, in der letzten Runde auf Platz drei in 35:41,5 Minuten und vor Sören Plag (LC Mengerskirchen/35:44,3) als M30-Sieger. Arnfried vom Hofe (36:04,8) und Tobias Roth (36:50,2, beide VfL Marburg) belegten die Plätze 5 und 6, gefolgt vom M 50-Sieger Sven Löschengruber (LT Hanau/Bruchköbel) in 37:16,9 und M 40-Sieger Boris Weber (STC Hommertshausen) in 37:27,3 auf Platz acht.

Bei den Frauen kam es zum erwarteten Hinterland-Duell der 20-jährigen Lena Ritzel aus Buchenau im Trikot vom VfL Marburg gegen die erfahrene aus Dautphetal stammende Anna Starostzik im Trikot von Spiridon Frankfurt, die beide beim FV Wallau das Laufen lernten.

Erster Gratulant kommt mit Schirm

Starostzik lief zu Beginn engagiert in der Männerspitzengruppe mit und pulverisierte als Gesamtfünfte ihren eigenen Streckenrekord aus 2017 von 36:40 Minuten um erstaunliche 43 Sekunden auf 35:57,1 Minuten. Erster Gratulant mit Regenschirm war Cheforganisator Uwe Plack.

Dahinter kam Lena Ritzel mit starken 37:34,2 Minuten auf Platz zwei. Den dritten Podiumsplatz sicherte sich die 47-jährige Silke Laun (Licher Wald) in erstaunlichen 38:25,6 Minuten. Platz vier ging an Hanna Hofstetter in 41:44,0 Minuten. Nur eine Sekunde später beendete Antje Krause (USC Marburg) als Zweite der W 45 den Wettkampf.

von Helmut Schaake