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12:00 28.11.2021
Freude nach dem ersten Saisonsieg bei dem VfL-Team von Trainerin Anika Krebs.
Freude nach dem ersten Saisonsieg bei dem VfL-Team von Trainerin Anika Krebs. Quelle: Privatfoto
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Marburg

Seit sieben Wochen ist Anika Krebs neue Trainerin der Männer-Mannschaft des VfL Marburg in der Oberliga. „Das war alles andere als geplant“, sagt die 28-jährige Krebs. Vor einem Jahr kam die gebürtige Hamburgerin nach Marburg, um Bewegungs- und Sportwissenschaften an der Philipps-Universität in Marburg zu studieren. „Ich wollte ein Team im Hochschulsport betreuen. Dort habe ich dann erfahren, dass der VfL Trainerinnen und Trainer für alle Volleyball-Mannschaften sucht“, merkt die Studentin an.

Danach besuchte sie ein Training und leitete dieses. „Durch mein Studiengang kann ich vieles, was ich bereits gelernt habe, direkt einbringen. Außerdem bringe ich Erfahrung aus der Vergangenheit mit“, sagt Krebs, die selbst auf Leistungssportniveau Beachvolleyball spielte. Unter anderem ist die Studentin Deutsche Meisterin in den Altersklassen U 19 und U 20 sowie Zweite bei den Weltmeisterschaften in der U 21 geworden.

Volleyball, Oberliga; VfL Marburg vs. TV Biedenkopf. Volleyball, Oberliga; VfL Marburg vs. TV Biedenkopf. Quelle: Nadine Weigel

Die Liebe zum Volleyball wurde durch das Erstliga-Team in Hamburg-Süd geweckt. „Meine Mama und ich sind zu den Spieltagen immer in die Halle gegangen. Von uns aus waren das knapp zehn Minuten zu Fuß“, erklärt Krebs, die mit zwölf Jahren das erste Mal Hallen-Volleyball in einer Hobbygruppe spielte. Im Alter von 20 Jahren folgte der Wechsel zum Beachvolleyball, den sie sechs Jahre lang spielte.

„Das hier in Marburg ist meine erste Trainerstation. Früher habe ich gesagt, dass ich mir nur vorstellen könnte, mal Beachvolleyball zu trainieren. Weil ich mit der Halle nicht so viel am Hut hatte“, sagt die Studentin, die mit ihrem Team bisher in drei Spielen zwei Niederlagen und einen Sieg erspielen konnte.

Krebs muss ein „feines Händchen“ beweisen

„Die ersten Partien waren unsere Findungsphase, weil wir viele Neuzugänge haben und uns erst kennenlernen mussten“, sagt Krebs, die auch vorher keine Männer-Mannschaft trainieren wollte. „Jetzt bin ich froh, dass ich die Jungs trainiere“, merkt sie an.

Freude bei den Volleyballern des VfL Marburg. Quelle: Nadine Weigel

Auch der Wechsel vom Feld an die Seitenlinie fiel der 28-Jährigen nicht schwer, denn sie könne immer noch eingreifen. „Ich muss ein feines Händchen beweisen, wann ich meine Spielunterbrechungen einsetze. Aber es macht mir wirklich Spaß, draußen zu stehen und auch im Training alles aus den Spielern rauszuholen“, sagt Krebs.

Auch über die Saisonziele sind sich Übungsleiterin und Spieler einig: der Klassenerhalt in der Oberliga. „Die Mannschaft gehört in diese Liga. Zu meinen persönlichen Zielen zähle ich, dass wir als Mannschaft weiter zusammenwachsen und das Gemeinschaftsgefühl stärken. Wir haben zwar nur zwei Trainingszeiten, aber die will ich nutzen, weil die Jungs so zu ihrem eigenen Stil finden“, sagt die Trainerin.

Von Leonie Rink